Montag, 5. Oktober 2026
Den Morgen verbringen wir an der Wärme im Auto. Urs hat die Idee nochmals nach Abisko zu fahren, um zu tanken. Der Diesel soll in Schweden bedeutend billiger sein. So fahren wir die wenigen Kilometer zurück nach Abisko zu der Tankstelle. Wir tanken und machen den kleinen Supermarkt unsicher. Urs steuert schnurstracks auf ein Schweps-Getränk zu, dann entdecke ich die geliebten Schocko-Kokosguetzli. Daneben liegen die Haferkekse und die Gueztli mit Marzipan. Wir können nicht widerstehen. Wo wir diese Süssigkeiten verstauen? Vorerst unter der Bettdecke! Wir freuen uns auf die Schoggikokos-Kugeln! Nun geht es aber zurück nach Norwegen.
Die Landschaft ist bergig und viele Ferienhäuser stehen verstreut in der rauen Landschaft. Von Ferne hören wir das Tuten des Erzgüterzuges. Wir passieren die Grenze nach Norwegen und kommen Narvik schnell näher. Ob wir die Lofoten oder die Vesterälen besuchen, wissen wir noch nicht so genau. Momentan ist trübes, regnerisches Wetter angesagt. Es soll aber in 2 Tagen besser werden. Da wir so spät abgefahren sind, ist der Fahrtag schon bald beendet. Um 16h50 Uhr finden wir an der E10 einen Übernachtungsplatz. Urs stellt das Auto hin und wir bemerken unmittelbar neben dem Auto einen toten Fisch am Boden. Dieser muss ein Fischer wohl vergessen haben. Ich mache einen grossen Bogen um ihn und Urs amüsiert sich natürlich darüber. Wir verbringen einen gemütlichen Abend. Die E10 hat einiges an Verkehr und es wird sicher keine ruhige Nacht. Dies verkraften wir, denn wir haben ja schon so viele schöne Plätze gefunden.
Dienstag, 6. Oktober 2026
Heute ist wieder ein Regenbogen-Tag! Regen, kurze Sonnenmomente und schon entdeckt man einen Regenbogen. Endlich sind wir durch die Baustellen und deren Verzögerungen und in Lodingen. Wow, da hat es ein schönes WC Haus mit einer Dusche. Auch Waschmaschine und Tumbler stehen gegen Gebühr zur Verfügung. Wir bunkern Wasser, leeren das Abwasser und das WC und machen uns bereit für eine Dusche. Das ist doch eine gute Idee!
Wir haben uns entschieden, die Vesterälen zu besuchen. Da für Morgen schlechtes Wetter angesagt ist, möchten wir morgen einen Besuch im Hurtigrutenmuseum einplanen. Diese befindet sich in Stokmarknes auf der Insel Hadseloya, welche auch zu den Vesterälen gehört. Bald suchen wir uns einen Übernachtungsplatz. Da wir nicht an der Hauptstrasse stehen möchten, biegen wir ab und schauen uns ein paar Plätze auf park4night an, welche nahe beieinander liegen. Wir suchen uns den besten aus und stellen uns hin. Diese kleine Strasse ist sehr wenig befahren und das ist super. Während es immer wieder auf unser Dach regnet, verbringen wir einen guten Abend im Womo.
Mittwoch, 7. Oktober 2026
Immer wieder regnet es und der Himmel ist grau. Heute soll zwar ab und zu die Sonne scheinen. Wir werden sehen. Urs schläft länger und ich bearbeite Fotos. Wenn man mit allem zeitnah sein möchte, hat man immer was zu tun. Momentan mache ich es immer noch gerne, habe aber noch kein Buch gelesen oder sonst viel anderes gemacht. Nach dem Knäckebrot-Frühstück machen wir uns auf den Weg. Wir fahren über Sortland Richtung Stokmarknes. Die Fahrt verschönern uns wunderschöne intensive Regenbogen, denn trotz Regen scheint immer mal wieder kurz die Sonne. Solch ein extremer Mix aus Regen und Sonne kennen wir in der Schweiz weniger. Kurz vor Sortland kaufen wir einige Vorräte ein. Das heisst noch ein paar Dinge mehr auf dem Bett! Ha, ha, ha… wir müssen über uns lachen. Das Hurtigruten Museum sieht man schon von Weitem, wenn man über die grosse Brücke auf die Hadseloya Insel fährt. Das ausgestellte Schiff ist heute in einem Gebäude mit Glasfenstern. Stokmarknes gilt als eine der Gründungsstätten der Hurtigruten, die im Jahr 1894 ihren Liniendienst aufnahmen. Morgen werden wir das Museum besuchen.
Wir fahren daran vorbei und beginnen die Insel zu umrunden. Die kleine Insel ist bergig, aber an der Küste flacher und dort auch sehr bebaut mit Häusern. Wir finden einen guten Platz für die Nacht und haben einen schönen Blick aufs Meer. Schon bald dürfen wir eine eindrucksvolle Stimmung am Himmel sehen. Zum Abendessen gibt es Resten von gestern. Für mich ist es schön, nicht kochen zu müssen. Nach dem Essen und Aufräumen schauen wir uns einen herzigen Film an. Nach dem Film kommt unser abendlicher Blick aus dem Auto gegen den Himmel. Heute soll der KP Wert bei 2 – 3 liegen. Nicht gerade sehr gross, aber doch sichtbar als schwach grün oder gräulich mit blossem Auge. Mit der Kamera sehe ich schnell, dass der Himmel wieder ganz grün ist und wir sehen auch Striemen am Himmel. Es klart auf und so sehen wir auch Sterne. Mit dem Stativ machen wir das eine oder andere Foto, bevor wir uns wieder ins Warme begeben.
Donnerstag, 8. Oktober 2026
Der Himmel ist bedeckt und es sollte heute auch wieder regnen. Wir essen nach den Aufstehen ein gutes Frühstück, so dass wir dann gerüstet sind für das Hurtigrutenmueseum. Der Höhepunkt des Museums ist die ausgestellte MS Finnmarken. Sie wurde 1956 in Dienst gestellt und im 1993 ausgemustert und auf dem Museumsgelände aufgedockt. Mittlerweile ist das Schiff von einem modernen Gebäude umbaut, dessen Eröffnung im August 2021 stattfand. Nebst der MS Finnmarken sind auch Teile der DS Finnmarken (1912 – 1956) in originalgetreuem Nachbau ausgestellt. Wir schlendern durch das Schiff, durch die Kabinen, sehen die Küche, den Damensalon, den Männersalon, die Brücke und die Kapitänsunterkunft und noch einiges mehr. Nebst dem Schiff erzählen Tafeln von der Geschichte der Hurtigrute. Wir könnten noch länger die Tafeln lesen, denn es ist spannend. Leider schliesst das Museum in dieser Jahreszeit um 15h30 und wir sind die letzten, welche das interessante Museum verlassen.
Nach der Abfahrt fahren wir wieder über die Brücke und gelangen auf die Insel Langoya. In der Abendsonne ist es sehr schön, der Küste entlang zu fahren. Wir finden einen guten Übernachtungsplatz mit Nordlichtchancen. Der Platz liegt zwar an der Strasse, aber sie ist nicht so stark befahren und nachts sowieso nicht. Das Stativ ist bereit und da kommen sie auch schon, die Nordlichter. Im Wasser des Sees spiegeln sie sich und das gefällt uns besonders gut. Man sieht es grünlich von Auge, aber sicher nicht so grün wie in der Kamera. Schön, dass wir wieder Nordlichter sehen durften.
Freitag, 9. Oktober 2026
Wir starten unsere Weiterfahrt um 11h30. Die Fahrt ist wunderschön. Vorbei an Fjorden, Seen und Bergen. Der Berg «die Schaufel» begleitet uns eine ganze Weile. Die Bergspitzen sind weiss und dies gibt der Landschaft etwas sehr Schönes. Da alle Bäume leer sind und alles braun, strahlt die Natur wieder mehr mit den weissen Bergspitzen. Wir fahren Richtung Bo. Wir spazieren zur bekannten Skulptur «der Mann aus dem Meer». Die Figur wurde 1994 vom Künstler Kjell Erik Killi Olsen geschaffen. Der gusseiserne Mann ist ca. 4m30 gross. Die nackte hager wirkende Männerfigur hält in ihren Händen einen kristallförmigen Obelisk aus Bergkristall, auf dessen Rückseite eine goldene Frauenfigur eingearbeitet ist.
Wieder beim Auto verlassen wir kurz vor 13h30 Bo und umrunden diesen Zipfel der Insel. Unterwegs sehen wir noch zwei Elchdamen auf der Wiese stehen. Wir kommen über die Berge nach Hovden. Wir finden einen Parkplatz für die Nacht, auf dem Mann eine gute Sicht für Nordlichter hat. Die Sonne wird durch einige Wolken verdeckt und es windet kühl. Wir hoffen, dass sich die Bewölkung am Abend und in der Nacht ganz löst und es klar ist. Mit der Handy-Nordlicht-App sind wir bereit und hoffen welche zu sehen. Das Stativ und die Kamera sind auch für den Einsatz startklar. Immer wieder schauen wir hinaus. Das Cockpit haben wir nicht verdunkelt, so dass wir von der Wärme aus den Himmel sehen können. Und dann kommen sie, die faszinierenden Nordlichter. Es freut uns, dass wir wieder einige schöne Polarlichter sehen und fotografieren dürfen. Zwischendurch tut das Aufwärmen im WoMo sehr gut. Erst ca. 1h15 gehen wir schlafen. Ja, die Nächte zum Schlafen sind momentan nicht so lang.
Samstag, 10. Oktober 2026
Am Morgen trinken wir zusammen Tee und Kaffee. Dazu lesen wir eine Andacht aus unserem Buch. Die Sicht aufs Meer ist sehr schön. Heute ist es windig, aber im warmen Auto stört uns dies nicht. Wir verlassen den Stellplatz und fahren über den Hügel. Die Aussicht ist wunderschön! Unser nächstes Ziel ist Nyksund. Dies ist ein verlassenes Fischerdorf. Es wohnen noch ca. 20 Leute dort. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Nyksund das zweitgrösste Fischerdorf auf den Vesterälen. Während der Hauptsaison wuchs die Bevölkerung regelmässig u Hunderte von Fischern an. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Fischerboote modernen und grösser. Für diese Schiffe war der flache Hafen von Nyksund zu klein. Die Fischfabriken zogen ab. Dende der 1960er Jahre beschloss der norwegische Staat, den entlegenen Ort finanziell nicht weiter zu unterstützen. 1975 verliess der letzte Einwohner den Ort und so wurde Nyksund ein Geisterdorf. Ab den 1980er Jahren brachten junge Berliner neues Leben in den Ort. Jugendliche aus verschiedenen Ländern halfen in den Sommermonaten die verfallenen Häuser zu sichern und zu renovieren. In den 1990er Jahren kamen kreative Künstler, Gastronomen und Auswanderer in den Ort. Heute gibt es Galerien, Museen, Restaurants und Unterkünfte und wird im Sommer gut besucht. Wir fahren über den Damm auf den Parkplatz, wobei wir von Kameras erfasst werden. Die Parkzeit läuft bei Easy Park. Es soll sehr teuer sein und so sind wir gespannt. Wir werden schauen, dass wir vor einer Stunde wieder weg sind. Beim Herausfahren soll die Parkdauer automatisch gestoppt werden und verrechnet. Wir schlendern durch die wenigen Häuser von Nyksund. Es sieht alles verlassen aus, aber man spürt auch das ehemalige Fischerdorf.
Nach 54 Minuten verlassen wir den Parkplatz, werden von der Kamera gescannt, aber beim Nachschauen stoppt die Parkuhr nicht. Wir können sie nicht stoppen und sie läuft weiter und weiter. Das ist nervig und Urs versucht telefonisch mit der angeschriebenen Telefonnummer von Easy park Kontakt aufzunehmen. Er hat zwar jemanden am Telefon, aber auf Norwegisch und mit einigen Brocken Englisch kommt man nicht so weit. Er versteht, dass er sich bei Easy Park irgendwo auf dem Handy melden muss. Er sucht danach im Internet, aber wird erst im App fündig. Er schreibt wann wir rausgefahren sind und dass die Uhr nicht stoppt. Der Fall soll überprüft werden und wir werden von Easy Park hören. Mehr können wir nicht tun. Dieser Vorfall hat einige Nerven und Zeit gekostet. Nicht weit von Nyksund entfernt finden wir an der geschotterten Zufahrtsstrasse einen geeigneten Übernachtungsplatz. Hier sagen sich Hase und Fuchs gute Nacht. Ob heute Nacht die Nordlichter wieder am Himmel auftauchen? Ja, das tun sie und wir freuen uns riesig darüber. Diesmal mit vielen Farben, aber nicht gross bewegend. Die Farben sind hauptsächlich durch die Kamera ersichtlich und es macht Spass zu fotografieren. Diese Nordlichter sind wunderschön! Um uns herum ist alles dunkel und es hat keine Lichtverschmutzung. Gegen 1h15 krieche ich müde ins Bett. Mir ist ziemlich kalt geworden und es braucht eine ganze Weile, bis ich warme Füsse kriege. Leider bin ich heute im Dunkeln über mein Stativ gestolpert und es ist kaputt gegangen. Ab jetzt wird es etwas länger dauern bis ich es aufgestellt und das abgebrochene Bein darunter geklemmt habe.






















































































































