Mittwoch, 15. Oktober – Sonntag, 19. Oktober 2025
Erst in der Nähe von Lausanne entscheiden wir, ob wir die restlichen 5 Tage unserer Herbstferien im Wallis verbringen wollen oder in Südfrankreich. Löst sich der Nebel oder nicht, ist im Herbst immer wieder ein Thema. Wir entscheiden uns auf Nummer sicher zu gehen und für ein bisschen mehr Wärme. Unsere Reise geht somit über Genf nach Frankreich. Bis Grenoble fahren wir auf der kostenpflichtigen Autobahn, danach wählen wir die Route Napoleon, die N85, welche von Grenoble durch die Alpen bis ans Mittelmeer führt. Die Strasse ist uns nicht unbekannt, aber es ist seit dem letzten Mal schon eine Weile her. Wo schlussendlich unser Ziel liegt, wissen wir noch nicht. Wir lassen uns einfach mal treiben. In der Nähe von Grenoble übernachten wir nach kurvenreicher Strasse in den Bergen auf einem schönen Stellplatz. Von der Umgebung sehen wir momentan wegen des Nebels nicht viel. Am nächsten Morgen freuen wir uns an der durchdringenden Sonne.
Unsere Fahrt geht weiter südwärts. In einem Café an der Route Napoleon geniessen wir einen Kaffee und eine heisse Schokolade. Die im Sonnenlicht leuchtenden Farben der Blätter der Bäume begleiten uns. Der Herbst ist auch eine ganz besondere Jahreszeit! Nun haben wir auch ein Ziel, nämlich Entrevaux und die zwei sehenswerten Schluchten in der Nähe. Leider ist eine wichtige Verbindungsstrasse wegen Bauarbeiten gesperrt. Man kann am Morgen in der Früh, über Mittag und am Abend ab 17h durchfahren. So bleiben wir auf einem sehr schönen privaten Stellplatz in Saint-André-les-Alpes-de-Haute-Provence. Und das Ganze für lediglich 5 Euro! Wie schön wäre es, wenn es auch in der Schweiz solche Möglichkeiten gäbe!
Am nächsten Morgen beschliessen wir, den Tag bis am Nachmittag auf diesem Platz zu verbringen und ein grosses Cascadia zu spielen. Ich liebe dieses Spiel und geniesse die zwei Stunden in vollen Zügen. Wir wählen für unsere Weiterfahrt die signalisierte Umleitung, welche aber ein 30 Minütiger Umweg ist. Die Strasse führt zuerst nordwärts und dann über einen Pass südwärts. Die Strasse ist ziemlich schmal und das Kreuzen mit grossen Fahrzeugen nicht an allen Stellen problemlos. Die Strecke aber gefällt uns sehr gut. Immer wieder dürfen wir eine schöne Aussicht geniessen.
In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit, durchfahren wir ohne die Besichtigung von Entrevaux von Süd nach Nord die «Gorges de Daluis». Rote bizarre Felsen durch die sich die Straße mit einigen Tunnels durchschlängelt. Wenn man von Süd nach Nord fährt, führt die Spur rund um die Tunnels herum und man kommt der Ausblicke in die Schlucht näher. Von Nord nach Süd gehts durch 77 Tunnels. Leider ist die Sonne wegen der hohen Berge schon weg, aber die roten Felsen sehen dennoch imposant aus. Es gibt ein paar kleine Parkmöglichkeiten und diese nutzen wir natürlich.
Am Ender der Schlucht liegt das Dorf Guillaumes, welches einen kostenlosen Stellplatz anbietet. Nach einem Dorfrundgang geniessen wir den Abend.
Trotz des Rauschen des Baches nebenan haben wir gut geschlafen. Nach 8h kaufe ich in der nahen Boulangerie ein feines Brot und Croissant. An der Sonne freuen wir uns am «zmörgele», bevor wir uns wieder zurück durch die Schlucht nach Entrevaux machen. Man erlebt die Schlucht wieder anders und zügig gehts durch die 77 Tunnels, bis wir ausgebremst werden durch eine Herde Schafe. Diese wird von einigen Männern und einem Hund auf der Strasse hinab getrieben. Die Schafe sind dichtgedrängt und ein solches Bild haben wir noch nie gesehen. Ca. 10 Minuten folgen wir im Schritttempo den Schafen und haben Freude an diesem besonderen Erlebnis. Die Fahrzeuge, welche uns entgegenkommen verschwinden im Schafmeer und bleiben stehen, bis die Schafe vorbei sind. Irgendwann biegt die Herde in eine Abzweigung ein und verlassen die Strasse.
Wir kommen nach Entrevaux und schauen uns das mittelalterliche Dorf an, welches zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Entrevaux ist wirklich sehenswert und gefällt uns. Wir geniessen das Schlendern durch die Gässchen.
Die Landschaft der Schlucht «Gorges du Cians» fasziniert uns. Auch hier fahren wir durch rotes Gebirge, welches im Sonnenlicht und mit blauem Himmel sehr schön wirkt. Wir machen etliche Fotostopps und von einem kleinen Parkplatz aus kann man einige Meter auf der alten Strasse, abseits der heutigen Strasse der Schlucht entlang spazieren. In dieser Schlucht ist man nahe beim Fluss, welcher durch die Schlucht fliesst, im Gegensatz zu der «Gorges de Daluis», durch die die Strasse weit oben entlang verläuft. Am Ende wenden wir und fahren den gleichen Weg durch die Schlucht zurück. Diese imposante Gegend werden wir sicher wieder einmal besuchen.
Da die Strasse auch heute Samstag gesperrt ist, bleibt uns nur die Umfahrung über die Berge übrig. Kurzentschlossen entscheiden wir uns dem Navi zu folgen und über den 2240 m hohen «Col d’Allons» zu fahren. Diese Fahrt in der Abendsonne ist herrlich und wunderschön. Die Passstrasse ist schmal und nur für 3,5 Tonnen Fahrzeuge zugelassen. Die Südseite des Passes zeigt sich als riesiges Skigebiet. Auf der Nordseite begleitet uns lange ein herrliches Bergpanorama! Wir sind begeistert und dankbar uns für diesen Weg entschieden zu haben.
Mit den letzten Sonnenstrahlen und schönen Stimmungen kommen wir erst bei Dunkelheit um 19h30 auf unserem Stellplatz in Saint-Bonnet-en-Champsaur an.
Leider neigen sich die Ferientage dem Ende zu und auf uns wartet die Heimfahrt. 7 Fahrstunden brauchen wir dafür. Es geht wieder entlang der Route Napoleon zurück nach Grenoble und dann via Genf durch die Schweiz nach Hause. Wir wären gerne länger in Südfrankreich geblieben, aber der Alltag steht vor der Tür. Dankbar schauen wir auf die drei kurzen Trips im Herbst zurück.









































































































