Freitag, 30. Januar 2026
Endlich abfahrbereit!
Eigentlich war der Plan, gestern abzufahren. Leider haben wir dies nicht geschafft, denn am Morgen besuchten wir Nayla an ihrem 2. Geburtstag und anschliessend noch Sara und Leyni. Es war schön, mit Nayla noch ein bisschen Geburtstag zu feiern. Wieder zu Hause gings ans fertig packen. Sozusagen den ganzen Mittag verbrachten wir mit Garage laden, Hochlehnerstühle und Tisch unterhalb des Bettes montieren, Leiter ausprobieren und die Dachboxen füllen, Wasser bunkern etc. Da es die ersten Ferien sind, ist das Fahrzeug noch nicht bereit dazu. Danach muss Urs noch ein paar «Büro-Dinge» erledigen. Nach dem Abendessen wollten wir um 19h nicht mehr im Dunkeln abfahren und entscheiden uns für den nächsten Morgen.
Jetzt ist Freitag. Um 7h50 stehen wir auf. Die Hühner werden gefüttert, das WC noch mit Kokosfasern gefüllt und bereit gemacht, die letzten Dinge eingepackt, gefrühstückt – und dann sind wir bereit zur Abfahrt. Wir müssen noch Livia und Lukas etwas vorbei bringen. Nayla entdeckt das «Schöfli», welches auf unsern Reisen immer mit an Bord ist. Sie meint: «s’Schöfli». Lukas meint: «alles Nötige da, ihr chönd also abfahre. S’Wichtigst isch däbii.» Nun verabschieden wir uns definitiv und fahren los. Bald begleiten uns Schneegestöber und Regen. In Basel kommen wir nur stockend voran. Danach läuft alles wieder ohne grosses Verkehrsaufkommen und wir sind schnell in Mulhouse und dann auf der schnellen Überlandstrasse Richtung Vesoul. Auf diesen Strassen kommt man gut voran. Wir haben uns entschieden, auf die Mautgebühren der Autobahnen zu verzichten, denn mit unserem Kastenwagen würden wir das Doppelte vom VW-Bus bezahlen.
Der Sprinter lässt sich gut fahren. In Frasne le Château machen wir auf einem Parkplatz eine 80 minütige Pause. Nach einem Nickerchen trinken wir Kaffee und Tee und essen zur Stärkung ein paar Orangen. Frisch gestärkt geht’s weiter gegen Westen und dies sogar in Begleitung eines Sonnengrusses. Vor dem Eindunkeln müssen wir uns einen Schlafplatz suchen und werden in Saunières fündig. Es sind in dieser Jahreszeit wenige Wohnmobile unterwegs und somit haben wir den Stellplatz für uns alleine. Nach einem Abendessen geniessen wir unseren ersten Abend, gehen aber relativ früh ins Bett.
Samstag, 31. Januar 2026
Fahrtag
Nach dem Aufstehen trinken wir Tee und Kaffee, bevor wir uns auf den Weg machen. In den letzten Tagen muss es sehr viel geregnet haben, denn der Doubs ist stellenweise über die Ufer getreten. Einige Bäume stehen statt am Uferrand nun im Wasser. Wir kommen gut voran und bei Vichy halten wir auf einem Supermarktparkplatz und essen eine Kleinigkeit. 90 Minuten verfliegen wie im Fluge und um 14h10 setzen wir unsere Reise fort. Wir kommen nach Clermont Ferrand. Hier beginnt die kostenlose Autobahn A75 nach Béziers im Süden Frankreichs. Auch die Kosten der Millaubrücke ersparen wir uns und umfahren diese Brücke grossräumig. Als Urs langsam müde wird, müssen wir uns einen Übernachtungsplatz suchen. Nach drei erfolglosen Versuchen werden wir in Saint-Chély-d’Apche fündig. Wir lassen es uns nicht nehmen, mit einem Spaziergang das Städtchen zu erkunden. Eine Strasse führt mitten hindurch und es geht hier ziemlich lebhaft zu und her. Links und rechts der Städtchenstrasse befinden sich Geschäfte. Wir entdecken auch zwei Boulangerien, welche auch am Sonntagmorgen offen haben. Nach dem Abendessen und Aufräumen spielen wir zusammen ein «Quando». Bis zum letzten Spiel ist nicht ganz klar, wer gewinnt. Urs macht das Rennen und gewinnt mit 11 Punkten Vorsprung. Darüber freut er sich natürlich! Nach einem Film kriechen wir unter die Decken. Einer ruhigen Nacht steht nichts mehr im Wege.
Sonntag, 1. Februar 2026
Carcassonne
Am Morgen kaufe ich in der Bäckerei unser Frühstück. Nach dem Essen nehmen wir uns noch Zeit für eine Andacht. Diese gemeinsam zu lesen ist schön. Nun heisst es Aufräumen und das Auto startklar zu machen. Das heisst für uns auch den neuen Frontscheibenabzieher auszuprobieren. Ein kleiner einfacher Abzieher, welcher wir an der CMT gekauft haben. Anscheinend beobachtet unser Französischer Nachbarn, denn bald kommt er auf uns zu mit seinem grossen akkubetriebenen Kärcher-Fensterabzieher. Im Nu ist die Scheibe frei von Kondenswasser und wir bedanken uns bei ihm. Unser kleines «Ding» packen wir weg und werden es an einem einsamen Ort erneut ausprobieren. Wir fahren auf der Autobahn A75 in den Süden und biegen in Béziers ab nach Carcassonne. Diese Altstadt ist umringt mit einer doppelten Mauer. Hier waren wir schon einmal vor Jahren mit unseren Kindern. Im zweiten Anlauf finden wir um 15h20 auch den offiziellen Wohnmobilstellplatz, auf dem man auch nur für eine Besichtigung der mittelalterlichen Altstadt parkieren kann.
Zu Fuss sind es nur wenige Minuten bis zum Eingang durch das Tor der Stadtmauer. Die Festungsstadt ist von einer doppelten Mauer, welche je 3 Kilometer lang sind und 52 Türmen, umgeben. Im 19. Jhd. Wurde die bereits verfallene Altstadt von Carcassonne restauriert. Wir schlendern zusammen durch die Gassen. Die Kirche besichtigen wir und rätseln um deren Höhe. Es sind zahlreiche Touristen unterwegs und wir fragen uns, wie es hier wohl in der Saison aussieht. Souveniershops, Restaurants und Schnellimbisslokale hoffen auf Besucher. Nach der Besichtigung entschliessen wir uns den Parkplatz zu verlassen und einen anderen Stellplatz aufzusuchen. Wir kommen kurz vor dem Eindunkeln zum kostenlosen Stellplatz Fanjeaux. Sogar die Ver/Ent ist kostenlos und das Wasser im Winter verfügbar. Wir kochen uns ein feines Abendessen und lassen den Abend ausklingen. Uns gefällt es in unserem neuen Camper. Immer wieder schweift unser Blick auf die Metalltafel mit den Fotos von unserer Familie und den zwei Enkelinnen. So begleiten sie uns alle auf unseren Reisen.
Monag, 2. Februar 2026
Fahrt durch die Berge
Wir schauen das schöne mittelalterliche Städtchen an. Es windet uns zügig um die Ohren und wir sind froh um eine Mütze. Das Dorf liegt auf einem Hügel, von dem man vom Aussichtpunkt Le Seignadou einen wunderschönen Weitblick geniessen kann. Bei diesem Wind hält sich unser «Geniessen» in Grenzen und wir marschieren zum Auto zurück. Wir haben nämlich etwas ganz Entscheidendes vergessen mitzunehmen. Einen Kugelschreiber! Für was wir den brauchen? Hier gibt es einen Geocaching, den wir suchen möchten. Wir gehören nun auch zu diesen Geocachern. In Hallau haben wir kurz vor unseren Ferien unseren ersten «Schatz» gefunden. Ich habe mir die deutsche Übersetzung der Beschreibung heruntergeladen, denn unser Französisch reicht dafür nicht aus. Bei einem alten Waschhaus sollte der Geocache zu finden sein. Wir finden ohne Probleme das alte Waschhaus, lesen die Beschreibung, aber finden den kleinen Geocache-Behälter einfach nicht. Von zwei Stadtarbeitern werden wir beobachtet, denn wir verhalten uns wahrlich nicht wie normale Touristen. Als wir nahe am Aufgeben sind, kommt einer der Arbeiter mit einem Grinsen auf uns zu und fragt uns auf Französisch, ob wir den Geocache suchen. Wir antworten mit «Oui Monsieur» Er steht auf die Mauer des Waschbeckens und holt uns das Döschen aus den Balken der Decke. Dort hätten wir nicht nachgeschaut. Ja, so geübt in diesem Hobby sind wir wohl noch nicht. Wir bedanken uns lachend und tragen unsere Namen in das übervolle Logbüchlein. Wir glauben, dass der Franzose sich amüsiert hat und gerne geholfen hat. Für uns ist es Zeit das Auto mit Wasser zu füllen und unseren Abwassertank zu leeren.
Wir fahren los und entscheiden uns für die Fahrt durch die Berge nach Spanien und nicht über Perpignan (Frankreich). Diese Strecke ist neu für uns und sicher schön. Unterwegs halten wir bei der Fontaine de Fontestorbes. Durchschnittlich fliessen hier 1800 l/Sek, im Winter aber wesentlich mehr. Als Maximum wurden 18’500 l/Sek. gemessen. Wir sehen auch, dass Trittsteine im Wasser sind und nicht betreten werden können.
Im Anschluss führt uns das Navi einen anderen Weg als gedacht zu unserem einprogrammierten Zwischenziel. Statt 22 km sind es bedeutend mehr und wir passieren ein Felsentunnel, welches mit einer Höhenbeschränkung von 3m10 angegeben ist. Wir sind mit unseren Dachboxen so um die 3m10. Ohne Probleme passen wir unten durch. Irgendwann geht’s für uns aber definitiv nicht mehr weiter, denn die Höhenbegrenzungstafel zeigt 2m70 an. So müssen wir ein anderes Strässchen wählen und kommen in etlichen Kurven hinab in eine Schlucht. Jetzt sind wir auf der ursprünglich beplanten Route. Felsüberhänge machen das Fahren nicht nur einfach und vor allem der viele Gegenverkehr, welcher oft in den Kurven unsere Spur benutzt ist, ist mühsam. Da wir nahe an den Felsen fahren muss sich Urs ziemlich konzentrieren. Er macht dies super und man glaubt kaum, dass er noch nicht einmal 2000 km mit diesem Auto gefahren ist.
Es geht immer weiter hinauf über einen Pass. Mit der Höhe kommt auch der Schnee und auf 1800 m.ü.M. ist alles weiss. Dicke Schneemassen zeigen, wie dick die Schneedecke ist. Endlich sind wir aus den zig Kurven raus und kurz vor dem Dunkelwerden stellen wir uns auf einen Stellplatz in Mont-Louis. Dieser Stellplatz liegt an interessanter Lage. Man muss durch ein Tor fahren und gelangt auf einen Platz direkt unmittelbar am Fusse der Stadtmauer. Oberhalb des Platzes ist ein weihnachtlich leuchtendes Stadttor. Die Lichterketten flattern im Wind. Wir ziehen uns warm an und erkunden das Städtchen «by night». An etlichen Orten hängen Weihnachtliche Lichterketten und Weihnachtsschmuck. Hier ist die Zeit stehen geblieben! Ich koche uns auf unserm Induktionsherd ein gutes Abendessen. Trotz Fahrtag haben wir heute einiges erlebt und es hat Spass gemacht.
Dienstag, 3. Februar 2026
Von 1700 m.ü.M. bis ans Meer, vom Schnee in die Wärme
Die Nacht war im Minusbereich. Am Morgen scheint die Sonne, der Himmel ist blau und es ist minus 2°. Wir machen uns nochmals auf ins Städtchen. Diesmal durch einen dunklen Gang in der Mauer. In einem «Tante Emma» Laden kaufen wir Brot, Salat und Gemüse.
Nach dem Frühstück fahren wir später als ursprünglich geplant los Richtung Spanien. Zuerst geht’s hinab und plötzlich ist der Schnee verschwunden. Wir passieren die Grenze und sind nun in Spanien! Danach führt uns die Strasse wieder hinauf. Höher und höher und gefühlte 1000 Kurven später sind wir wieder auf knapp 1800 m.ü.M. und natürlich wieder im Schnee. Die Strasse führt an der Sonne dem Berghang entlang und eröffnet uns schöne Blicke ins Umland. Nach mehr als 3 Stunden rücken wir dem Meer immer näher. In Vic müssen wir uns entscheiden ob Richtung Tarragona, Barcelona oder Girona.
Wir konsultieren das Wetterapp und entscheiden uns für Umgebung Girona. Unser Wunsch wäre ein Campingplatz zum Relaxen. Im ACSI-Campingführer durchforste ich die ganzjährig geöffneten Campingplätze im Norden Spaniens. Diese kann man an einer Hand abzählen und so wählen wir einen gut bewerteten Platz in L’Estartit. Nach weiteren 80 Minuten sind wir um 14h auf dem Platz. Nach dem freundlichen Empfang an der Rezeption marschieren wir mit einem Plan der freien Plätze durch den Campingplatz und suchen uns eine Parzelle. Wir wählen einen Platz mit viel Sonne, denn in dieser Jahreszeit ist man froh um die wärmenden Sonnenstrahlen. Schnell sind wir installiert und können wir die Sonne geniessen. Leider weht ein zügiger Wind, der zu einer Jacke auffordert. Der Nachmittag vergeht wie im Fluge. Zum Abendessen gibt es Plätzli aus der Grillpfanne, Gemüses und Reis. Urs bratet draussen das Fleisch, während ich den Rest im Auto zubereite. Wenn die Sonne ganz flach steht oder dann verschwindet, wird es sofort kalt und deswegen essen wir im Auto Znacht. Nach dem Aufräumen spielen wir ein Yazee und trotz meinen vielen Yazees gewinne ich nur knapp. Dies gibt Urs selbstverständlich eine gewisse Genugtuung.
























































































