Frankreich und Spanien im Winter 2

Mittwoch, 4. Februar 2026

Unsere erste Spanischlektion

Heute Morgen lassen wir uns Zeit, denn niemand und nichts wartet auf uns. Es ist einfach schön, keine Termine zu haben. Unser einziger Termin heute wird um 14h sein, denn der Campingplatz bietet Montag und Mittwoch jeweils von 14h – 15h kostenlosen Spanischunterricht an. Wir haben noch nie einen Campingplatz angetroffen, der Sprachkurse anbietet. Eine super Idee. Um 10h kaufe ich im Campingladen Brot und dann suche ich noch Badekappen, denn diese brauchen wir für das kleine Campinginterne Hallenbad. Der liebe Mann im Laden kann leider nur Spanisch und ich muss ihn irgendwie nach den Badekappen fragen, denn ich habe bisher nichts gefunden. Ich klemme mein Brot zwischen die Knie, tätige Schwimmbewegungen, zeige mit der Hand noch auf den Kopf und sage «for swimming». Sofort weiss er was ich meine und ich kaufe zwei Badekappen.

Wir geniessen unser Frühstück. Im Laufe des Morgens kommt immer mehr die Sonne hervor. Am Mittag nimmt auch der Wind wieder zu. Pünktlich um 14h sind wir in der Snackbar für den Spanischunterricht. Es sitzen zwei ältere deutsche Frauen da und warten auf die Spanischlehrerin. Beide Frauen haben Schreibzeug und einen Block vor sich. Hmm, das haben wir nicht dabei. Eine der Frauen gibt uns Papier und sagt, dass wir Schreiber von der Lehrerin bekommen werden. Sie spreche nur spanisch und ein bisschen Englisch. Ob wir da etwas verstehen? Es scheint, als seien die zwei Frauen schon lange hier im Spanischunterricht. Es kommt noch eine dritte deutsche Dame dazu. Auch sie scheint dem Spanischclan anzugehören. Sind wir mal gespannt, was da auf uns zukommt. Es gibt kein Zurück mehr. Wir haben das Thema «casa» und benennen diverse Zimmer und alles was zu diesem Thema gehört. Danach konjugieren wir sein und haben, dann lernen wir einige passende Adjektive zum Thema und am Schluss bilden wir noch ein paar Sätze und sprechen diese auch. Unsere erste Spanischlektion hat Spass gemacht und das Übersetzungsapp auf dem Handy hat uns auch noch ein bisschen geholfen.

Jetzt ist es Zeit für einen Spaziergang. Wir spazieren ca. 800 m zum Meer. Auch hier sehen wir überschwemmte Felder. Krass, wie viel es in der letzten Zeit im Süden geregnet hat. Auf einem schönen Weg spazieren wir entlang des Meeres Richtung Ort, biegen aber vorher wieder ab zu unserem Campingplatz, welcher ein wenig ausserhalb des Dorfes liegt. Der Spaziergang hat gutgetan. Wir setzten uns an die Sonne und essen Zvieri mit Tee und Kaffee. Ich schreibe Reisebericht und am Abend kochen wir ein feines Risotto. Der erste Campingtag ist schnell vergangen. Es ist schön hier zu sein.

Donnerstag, 5. Februar 2026

Hallenbad-Besuch

Um 8h30 stehen wir auf. Währenddem ich Reisebericht schreibe, spaziert Urs in den Campingladen und kauft zwei Gipfeli. Diese lassen wir uns beim Schreiben und Urs beim Englisch lernen, schmecken.

Heute zum Mittagessen gibt es Waffeln! Dieses Essen schmeckt uns immer wieder sehr. Während unserem Essen im Auto sehen wir einen blauen Himmel. Cool, dann können wir nach dem Essen noch ein bisschen die Sonne geniessen. Der Wind weht zwar ziemlich kühl. Gefühlt nie so viel wie die Temperatur anzeigt. Auch die Luftfeuchtigkeit ist mit 86 % sehr hoch.

Jetzt heisst es Abwaschen und dies tun wir im Abwaschraum vom Campingplatz. Kaum zu glauben wo der blaue Himmel geblieben ist… wir haben wieder eine graue Wolkendecke. Wir sind hart gesottene Camper und setzten uns dennoch nach draussen. Nun bekommen wir neue Nachbarn aus Deutschland. Wir kommen miteinander ins Gespräch und erfahren von einem sehenswerten Ort nicht weit weg von hier. Wir sind immer froh um solche Tipps. Heute machen wir uns am späten Nachmittag auf zum kleinen Hallenbad. Die neu gekauften Badekappen nehmen wir natürlich mit. So sind wir ganz konform gekleidet. Es ist cool, dass wir alleine sind! Wir schwimmen einige Male hin und her. Es sind nur ca. 10 m, aber es ist dennoch schön und tut gut. Um 18h30 verlassen wir das Hallenbad und lassen uns ein Abendessen im Campingrestaurant schmecken.

Freitag, 6. Februar 2026

Heutiges Thema: Sonne ohne Wind geniessen

Den Morgen verbringen wir mit Lesen und Reiseberichte schreiben.

Um 13h kochen wir uns ein feines Mittagessen, denn um diese Zeit können wir es draussen geniessen. Das erste Essen draussen auf dieser Reise. Es gibt Bratwürste, Rüebli, Salat und Teigwaren aus dem Duromatic. Dies geht superschnell und ist sehr stromsparend. Nach dem Essen waschen wir ab. Jetzt geniessen wir die Zeit vor unserm Auto in der Sonne. Herrlich! Schön, windet es heute nicht sonderlich. Ich habe Lust einen Kuchen zu backen. Es gibt einen Schokoladenkuchen. Wir probieren das erste Mal unsern neuen «Omnia», das heisst den Road Baker, aus. Währenddem neben uns der Kuchen gebacken wird, studieren Urs und ich die Anleitung des Azul-Duel Spieles. Wir kennen zwar das grosse Azul, aber das blosse Zweierspiel nicht. Das Studieren der Anleitung dauert 45 Minuten und wir fühlen uns ein bisschen wie am Rätsel lösen. Diese Anleitung spornt unser Gehirn an und wir sind gefordert. Man soll ja im Alter immer wieder das Denken, das Gehirn fördern. Nun ist der Kuchen fertig, die Sonne weg und wir haben das Spiel noch nicht einmal begonnen, stattdessen aber, so glauben wir, kapiert.

Nach dem Abendessen beginnen wir mit dem Spiel und es macht Freude. Urs spürt diese Freude schlussendlich sicher mehr, denn ich verliere mit grossem Abstand. Ich hoffe, dass ich beim zweiten Mal spielen eine bessere Strategie schon zu Beginn des Spieles anwenden kann. Wir werden sehen, denn Strategiespiele sind eher Urs Stärke. Zum Glück spielt Glück doch auch noch ein bisschen eine Rolle. Im Anschluss ans Spielen trinken wir Tee und essen den selbstgebackenen Kuchen!

Samstag, 7. Februar 2026

Spaziergang ins Dorf

Gemeinsam besuchen wir den Campingladen, um ein Brot für das Frühstück zu kaufen. Mit einem Brot unter dem Darm geht’s zum Camper zurück. Wir geniessen heute das Frühstück im Innern des warmen Autos, denn draussen scheint zwar die Sonne, es ist aber ziemlich kühl. Nach dem Abwaschen und Aufräumen spazieren wir mit Rucksack ins Dorf. Google Maps führt uns in ca. 23 Minuten zu einem kleinen Supermarkt. Mir unserer kurzen Einkaufsliste durchstreifen wir den kleinen Lebensmittelladen. Bis auf Batterien finden wir eigentlich alles. Nun ist alles im Rucksack verstaut und es geht heimwärts. Für den Rückweg wählen wir den Weg dem Meer entlang. Es tut gut, nochmals das Meer zu sehen und die Wellen rauschen zu hören. Eine Surfer-Gruppe in ihren Neoprenanzügen kommt zum Unterricht und Zwei üben sich mit Stand-up Paddling und fallen immer wieder mal ins Wasser. Auch sie tragen Neoprenanzüge. Das Wasser ist sicher ziemlich kalt. Um 12h20 sind wir nach 100 Minuten wieder zurück. Wir setzen uns an die Sonne und verbringen den Nachmittag mit Lesen, Kaffee, Tee und Kuchen. Morgen werden wir definitiv den schönen Campingplatz verlassen.

Sonntag, 8. Februar 2026

Besichtigung von Begur

Wir verlassen den Campingplatz und machen uns auf den Weg nach Begur. Es ist nicht weit und wir stehen bald auf einem der Parkplätze. Ein Weg führt hinauf durch ein Wäldchen ins Dorf. In ca. 10 Minuten stehen wir in der Altstadt unterhalb des Castells. Über die farbige Treppe folgen wir den Wegweisern zum Castell. Zuvor kommen wir zu einem schönen Aussichtspunkt. Man hat einen schönen Blick auf das Meer und die Küste. Zum Castell geht’s noch ein bisschen weiter hoch. Von hier oben darf man einen Rundumblick aufs Meer, das Umland, die Küste und das Dorf bewundern.

Wir spazieren wieder hinab und lassen uns durchs Städtchen treiben. Immer wieder entdecken wir schöne fotogene Ecken, Türen, Briefkästen, Häuser und Türme. Es wurden in dem Ort im 16. Jahrhundert einige Türme gebaut. Sie dienten zum Schutz gegen die Seeräuber. Von diesen Türmen aus konnte man das Meer überwachen. Auf Infotafeln kann man auch in Deutsch einige Infos zu den verschiedenen Häusern im Kolonialstil lesen. In Begur ist dieser Stil eng mit den Inianos verknüpft. Rückkehrern, die im 19. Jahrhundert in Kolonien wie Kuba oder Puerto Rico zu Reichtum kamen und dortige Designerelemente in ihre Heimat brachten. Z.B. Streng symmetrische Fassaden mit meist mittig platzierten Eingängen. Imposante Säulen, Rundbögen und weitläufige Veranden, häufig helle Fassaden mit kräftigen Farben an Fenstern und Türen und Materialien wie dunkle Edelhölzer wie Mahagoni oder Teak, Naturstein und Stuck. Rund um die Kirche ist Leben. Im Sommer wird dies noch viel lebhafter zu und her gehen.

Die Besichtigung von Begur hat uns gut gefallen und um 15h30 fahren wir nach einem kleinen Essen ab. Der Wind nimmt stetig zu, so wie das Wetterapp es vorausgesagt hat. Bis zu 60 km/h soll es winden. Es geht wieder denselben Weg zurück und in Torraella de Montgri stellen wir uns auf den Stellplatz. Da es nun stark windet, verbringen wir den restlichen Nachmittag im kuscheligen Auto mit Lesen und Berichte schreiben. Am Abend kochen wir etwas Feines und lassen den Abend mit einem Spiel ausklingen.

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