Montag, 30. September 2024 – Wohin geht die Reise?
Die letzten Tage waren geprägt von vielen belastenden Gedanken über unser neues, noch immer ausstehendes Reise-Fahrzeug, welches wir vor bald 3 Jahren bestellt haben und dem Vertrag, den wir am liebsten auflösen möchten. Weiter sind wir noch beschäftigt mit den Hochzeitsvorbereitungen für unsere Sara und Stefan. Wir freuen uns sehr auf ihre Hochzeit am 2. November. Am letzten Samstag durften wir noch an der Hochzeit meines «Gottikindes» teilnehmen. Nun ist Montag und wir haben endlich fertig gepackt. Lange stand Skandinavien und Nordlichter auf unserem Reiseplan, jedoch haben wir dieses Reiseziel wägen der Kälte verworfen. danach war der Plan unsere Freunde Lis und Frank durch die Berge des Balkans zu begleiten, aber auch dies verwarfen wir wegen des kommenden instabilen Wetters. Jetzt haben wir uns für Spanien entschieden, denn dort ist das Wetter viel stabiler und ein bisschen Wärme und Sonne wird uns nach der anstrengenden Zeit gut tun.
Um 15h30 sind wir bereit zur Abfahrt und fahren Richtung Delémont. Weiter geht’s durch ein dünn besiedeltes Tal. Immer wieder überfahren wir die Landesgrenze CH – FR – CH – FR – CH … bis wir schliesslich, in der Nähe von Villars-lès Blamont, den uns bekannten Picknickplatz erreichen. Wir sind alleine hier und geniessen die Ruhe. Wir essen eine Kleinigkeit, bevor wir uns wieder mit unserem nervigen «Lieblingsthema» der letzten Tagen und Wochen beschäftigen.
Dienstag, 1. Oktober 2024 – Besuch der Quellen von Arcier
Bei windigem Wetter haben wir mehr oder weniger gut geschlafen. Gefüllt mit den Gedanken der Vertragsauflösung machen wir uns auf den Weg Richtung Spanien. Obwohl noch ein weiter Weg vor uns liegt, fahren wir keine Mautstrecken und machen einen Stopp bei ein paar Quellen unterwegs. Es regnet viel, doch jetzt scheint eine Regenlücke zu sein. Diese nutzen wir sofort für den kleinen Spaziergang zu den Arcier-Source und den andern Quellen in der Nähe. Es tut gut, sich ein bisschen zu bewegen und an der frischen Luft zu sein.
Kaum zurück, beginnt es wieder stärker zu regnen. Weiter geht’s auf Landstrassen und mautfreien Schnellstrassen Richtung Clérmont Ferrand, wo uns dann die kostenlose A75 ans Mittelmeer bringen soll. Gedanklich sind wir immer wieder bei unserer unglücklichen Situation mit der Wohnmobilausbaufirma. Wir können unseren Ferienstart gar nicht geniessen und uns entspannen. Draussen ist es nass und kühl und passt somit super zu unserer Stimmung. Um 18h30 kommen wir zu unserem ausgesuchten Übernachtungsplatz am Dorfrand von Germany. Bald wird es dunkel und wir beschäftigen uns mit den Möglichkeiten, die wir bezüglich unserem Vertrag haben. Wir sind dankbar um unsere Freunde, ihren Gedanken und Tipps. So kommt es, dass wir den Abend mit längeren Telefongesprächen verbringen, bevor wir mit vielen Gedanken in unsere Betten kriechen.
Mittwoch, 2. Oktober 2024 – Kehrtwende
Nach einer nicht sonderlich erholsamen Nacht verschicken wir eine Mail an die Firma, indem wir unsererseits ein Entschädigungsangebot machen. Wir hoffen, dass sie uns damit aus dem Vertrag lalssen und die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Es kommt ein Gegenangebot. Wir können den Sprinter raus kaufen, aber zu einem sehr hohen Preis, dem Listenpreis, ansonsten sähen wir uns vor Gericht. Was sollen wir tun? Im Moment wissen wir es nicht. Ich bin traurig und auch wütend, dass dies so schöne Gefühl und die Vorfreude vor 3 Jahren so enden muss. Um 9h40 verlassen wir den Stellplatz, kaufen im Nachbardorf Croissants und ein Mailbaguette. Nach einer Weile essen geniessen wir auf einem weiteren Stellplatz ein feines Frühstück. 70 Minuten später geht’s weiter. Immer wieder regnet es und der Himmel variert zwischen grau und dunkelgrau. Wir können das Auto nur raus kaufen, wenn wir eine andere Firma finden, welche unser Auto auch ausbaut. Wir bekommen einen Kontakt zum Chef einer Wohnmobil-Manufaktur. Dieser ist informiert und wir rufen ihn nach der Mittagspause an. Er schlägt ein Teams-Meeting vor, aber wir würden lieber direkt bei der Firma vorbeikommen. Jetzt steht der Termin für Freitagmorgen fest. Für uns heisst dies eine Kehrtwende, was unsere Fahrtrichtung betrifft. Es geht ab 16h10 alles wieder zurück. Wir haben somit etwa 9h Fahrzeit und zig Kilometer vor uns. Unsere Ferien hätten wir uns nicht so vorgestellt, aber wir sehen die Notwendigkeit. Eigentlich wären wir jetzt in der Sonne in Spanien, statt nordwärts unterwegs bei kühlen 12° und regnerischem Wetter. Wir fahren bis 19h15, so dass wir noch bei Dämmerung auf einem Stellplatz in Pierre-de-Bresse ankommen. Wir vertreten uns die Beine, essen Znacht und beginnen mit der Konfiguration des eventuell neuen Aufbaus anhand der Optionenliste der Webseite.
Donnerstag, 3. Oktober 2024 – Gründau Lieblos, Linsengericht, Wildflecken…
Am Morgen wecken uns arbeitseifrige Bagger und Lastwagen. Um 10h verlassen wir den Stellplatz und fahren nordwärts Richtung Mulhouse. Weiter geht’s in Deutschland auf der Autobahn nach Karlsruhe Richtung Frankfurt. Sonne und Regen wechseln sich bei 12 – 15° ab. Heute ist zum Glück in Deutschland Feiertag und somit fehlen die Laster auf den Strassen. Da es momentan auf dieser Autobahn wenige Baustellen gibt, kommen wir gut voran. Es ist dennoch eine lange Fahrt und wir amüsieren uns über komische Ortsnamen, wie z.B. Gründau Lieblos, Linsengericht und Wildflecken. Weiter fallen uns lustige deutsche Auto Nummern mit ihren Buchstaben, wie KALB, LÖLI und FRAU auf. Wir fahren bis kurz vor 20h und stellen uns im Dunkeln auf einen Stellplatz in der Nähe der Wohnmobilfirma. Jetzt heisst es für uns die Konfiguration fertig zu machen und unsere Fragen zu notieren. Erst spät sind wir fertig und schlafen ein.
Freitag, 4. Oktober 2024 – Besuch bei einem Wohnmobilausbauer
Der Wecker klingelt und schnell sind wir bereit. Nicht weit entfernt werden wir von der Firma erwartet. Das Sitzungszimmer empfängt uns professionell mit einem «Herzlich willkommen Familie Hintermann» auf einem grossen Bildschirm. Uns wird Tee und Kaffee gebracht und mit den zwei Chefs, Vater und Sohn, werden wir freundlich empfangen und beraten. Das Gespräch verläuft gut und wir werden durch die Produktionsstätte geführt. In der grossen Halle ist alles modern ausgerüstet und es kann somit gut, professionell und effizient produziert werden. In der Schreinerei werden die Teile vorbereitet, damit sie später zusammengesetzt werden können. Wir haben einen guten Eindruck von der Qualität des Möbelbaus, welcher ja auch für Offroad-Fahrzeuge konzipiert und entwickelt ist. In einem Kundenfahrzeug können wir einiges anschauen, aber leider hat es keine Ausstellfahrzeuge. Ich hätte gerne das Lichtkonzept angeschaut, aber beim Kundenfahrzeug war alles von der Batterie abgehängt. Im Anschluss machen wir unsere Konfiguration und verabschieden uns nach gut 4 Stunden. Vater und Sohn werde mit jetzt alles miteinander besprechen und uns dann nächste Woche Bescheid geben, ob sie es mit unserem Fahrzeug sehen oder nicht. In der Regel verkaufen sie die Fahrzeuge komplett. Wir müssten auch ihren Profit auf dem Fahrzeug bezahlen, aber dies ist uns klar. Sie wollen auch an unserem Fahrzeug etwas verdienen. Um 13h30 fahren wir auf einen Stellplatz und essen ausgiebig Zmittag. Nach dem konsultieren der Wettersituation in Europa und den verschiedensten Orten entscheiden wir uns erneut den Weg nach Spanien unter die Räder zu nehmen. Es ist sonst so unbeständig, eher regnerisch und kühl. Frank und Lis sind wegen des Wetters kurzentschlossene von Albanien nach Korfu geflüchtet. Forsters sind auf dem Weg nach Südfrankreich. Wir fahren noch bis Eppingen und treffen um 18h40 dort ein. Der Stellplatz ist ziemlich gut besucht, aber wir finden noch einen Platz auf einer der grossen asphaltierten Stellflächen. Neben dem Ticketautomaten steht eine Infobox mit verschiedenen Prospekten über die Umgebung und über die Fachwerkstadt Eppingen. Wir suchen uns ein Restaurant mit guten google-Bewertungen aus und machen uns auf den Weg in die Altstadt mit den schönen Fachwerkhäusern. Platz finden wir im chinesischen Restaurant im freuen uns über das schöne, frische Buffet. Das Essen schmeckt sehr gut und hat seine 4,7 Bewertungspunkte verdient. Das Buffet wird immer wieder frisch aufgefüllt, das Fleisch ist zart und die verschiedenen Speisen schmecken auch wirklich unterschiedlich. Mit vollen Mägen kehren wir zum Bus zurück. Es kann sein, dass wir nachts noch ein bisschen mit dem Verdauen beschäftigt sein werden.
Samstag, 5. Oktober 2024 – Reisetag
Heute Morgen wecken uns um 6h die Kirchenglocken. Ich schlafe danach nur noch oberflächlich. Ich werde immer wütender auf die ganze verzwickte ungerechte Situation, so dass ich um 10h aufstehe. Urs kann noch schlafen und steht vor 11h auf. Wir trinken unseren Ingwer-Zitronen-Drink und fahren kurz nach 12h ab. Unterwegs halten wir für eine 80 minütige Pause, in der wir draussen an einem Picknick Tisch etwas essen. Wenn man natürlich so spät abfährt, kommt man nicht so vom Fleck. Wir entscheiden uns jetzt schon, dass uns Morgen der Wecker wecken soll, so dass wir auch einmal in der Wärme und Sonne sind. Erst um 20h15 stellen wir uns auf den schönen, am Kanal gelegenen Stellplatz, in Molinet. Da der Platz voll ist, müssen wir uns auf die Wiese am Rande der offiziellen Plätze hinstellen. Da wir in der Dunkelheit nichts mehr von unserer Gegend wahrnehmen, verdunkeln wir unsere Autoscheiben und machen es uns in unserem Auto bequem. Zum Abendessen gibt es frische Ravioli mit einer Sauce. Wir sind froh um die Heizung, denn das Thermometer zeigt nur gerade 10° an. Der Wecker ist gestellt und wir legen uns ins Aufstelldach.
Sonntag, 6. Oktober 2024 – Freunde treffen / Degustation von 13 Weinen
Um 7h30 klingelt der Wecker und wir stehen auf. Wir sind wohl die ersten, welche sich vom Platz auf den Weg machen. Nach dem leeren des WC sind wir startklar. Es ist regnerisch bei kühlen Temperaturen. In Lapalisse tanken wir günstig beim Intermarché und nutzen die Gelegenheit, Brot für ein Frühstück einzukaufen. Um 9h40 sind wir an dem Ort, an dem wir am Mittwochmittag umgekehrt sind. In Clérmont Ferrand geht’s auf die Autobahn und wir fahren über etliche Hügel kurvig hinab Richtung Béziers. Wir entscheiden uns die Mautgebühren für die Brücke in Millau zu bezahlen, statt aussenrum zu fahren. Dies würde wieder einen Zeitverlust von 30 Minuten bedeuten.
In der Nähe von Clérmont l’Hérault entdecke ich den Canon du Diable, auch Colorado Languedocien genannt. Die roten Felsen und die rote Erde sind eindrucksvoll und würden bei Sonnenschein noch weit imposanter wirken. Von der asphaltierten Nebenstrasse führt eine gute Schotterpiste zum Parkplatz. Leider beginnt es wieder leicht zu regnen, aber mich stört dies nicht und ich mache mich auf Erkundigungstour. Urs zieht das trockene Auto vor. Nicht weit vom Auto entfernt befinde ich mich schon mittendrin, umgeben von roten Hügeln und rotem Gestein. Es sind auch noch andere Entdeckungsfreude da. Diese Gegend ist cool zum fotografieren. Wir müssen bei Sonnenschein nochmals wiederkommen! Markierte Wege fehlen und man muss sich selbst orientieren. Ich finde die kleine Schlucht, aber an meinem Standort nicht den Weg hinab. Nach mehr als einer Stunde kehre ich zum Cali zurück. Urs ist an der Konfiguration des evtl neuen Fahrzeuges.
Um 16h35 verlassen wir den Parkplatz über die Fortsetzung der Schotterpiste. Dieser Abschnitt der Schotterpiste ist aber nicht mehr in so gutem Zustand und wir sind mehrfach froh um die Bodenfreiheit und die geringe Grösse des Fahrzeuges. Blätter von Pflanzen streifen unsere Scheiben und unsere Räder sind voll rotem Matsch. So kommen wir auf die asphaltierte Landstrasse und hinterlassen eine rote Spur.
Unsere Freunde Annette und Erich sind auf einem Stellplatz eines Weingutes, welches auch wir jetzt anfahren. 30 Minuten später sind wir da und Annette begrüsst uns beim Eingang. Sie zeigt uns den Weg hinters Haus, wo schon ihr Bimobil steht. Wir begrüssen Erich und schnell finden wir Platz in ihrer gemütlichen Sitzecke. Da um 18h eine Weindegustation auf uns wartet, essen wir noch eine Kleinigkeit, damit uns der Alkohol im leeren Magen nicht ganz umhaut. Mit einem andern Wohnmobilistenpaar setzen wir uns an einen grossen Tisch im Freien und die Degustation beginnt. Vor uns liegt ein Zettel mit den aufgeführten Weinen und ein Kugelschreiber. Nach den ersten Weinen setzte ich schon Fragezeichen, wie ich bis am Schluss durchhalte. Einmal leere ich das noch nicht ganz geleerte Glas ohne sein Bemerken auf den Sandboden und wische mit dem Schuh Sand darüber. Bald bringt er einen Topf, wo wir letzte Resten hinein leeren können. Ob er es wohl doch bemerkt hat? 13 Weine später haben wir die grosse Erkenntnis, wieso wir in Frankreich beim Weinkauf häufig daneben greifen. Gerade ca. 2 der probierten Weine entsprechen so in etwa unseren Geschmackspräferenzen. Mit subtilem Druck, dass man nicht kaufen muss, es aber doch erwartet wird, entscheiden wir uns für 2 Flaschen. Diesen Platz sollte man nur bei ernsthaften Weinkaufabsichten besuchen. Wir verabschieden uns und kehren zu unseren Autos zurück. Urs und ich braten uns in der Grill-Pfanne vor dem Auto ein feines Fleisch. Dazu gibt es Salat. Im Anschluss geniessen wir den Abend in Annette und Erichs Wohnmobil. Wir sind dankbar für die offenen Ohren für unser grosses Wohnmobilproblem. Das darüber reden und diskutieren tut uns gut.
Montag, 7. Oktober – Endlich 25 Grad
Wir verabschieden uns von unseren Freunden um 10h45 und fahren Richtung Spanien. Hier sollen die Temperaturen merklich über 20° sein und auch die Sonne sollte scheinen. Erich und Annette werden den trüben Tag für einen Einkauf in Andorra nutzen. Auf der Autobahn kommen wir nach Spanien und passieren Barcelona. Zwischen dieser grossen Stadt und Tarragona suchen wir uns einen Campingplatz. Den ersten Platz, den wir anfahren, hat leider keinen Platz. Erst ab Mittwoch wird uns mitgeteilt. Schade, aber die Suche geht weiter. Auf Google Maps finden wir noch weitere Plätze in der Umgebung, aber viele davon sind schon in der Winterpause. Beim Camping Arc de Bara werden wir freundlich in deutscher Sprache empfangen und bekommen einen Platz. Es ist hauptsächlich ein Platz für spanische Dauercamper, aber in einer Ecke gibt es einige Touristenplätze. Schnell sind wir eingerichtet und werden von unserer Nachbarin freundlich begrüsst. Sie ist Deutsche und kommt seit vielen Jahren für längere Zeit hierher. Ein anderer Nachbar ist auch aus Deutschland und kommt seit Jahren zwei Mal jährlich für ca. 3 Monate auf diesen Platz. So sind wir bestens aufgehoben und bekommen einige Infos. Wir geniessen den restlichen Nachmittag das Draussen sein bei angenehmen Temperaturen. Der Abend ist laut und wir bleiben bei romantischer Beleuchtung lange draussen. Kaum im Auto kommt ein starker Wind auf, so wie die Wetterprognosen vorausgesagt haben. Ca. Um Mitternacht beginnt es heftig zu donnern und ich fühle mich nicht sehr wohl in unserem Dachbett. Starke Gewitter im Süden sind irgendwie anders als bei uns. Das Donnerrollen sehr intensiv und bedrohlich. Dazu regnet es stark und wir sind froh, alles im Fahrzeug verstaut zu haben.
Dienstag, 8. Oktober – Spaziergang Roc de Sant Gaietà
Am Morgen lassen wir uns Zeit. Es ist schön, einmal nicht fahre zu müssen. Ich backe einen Schokolade-Kuchen im Omnia Camping Backofen und ein Brot. Es macht Spass, draussen zu backen und zu kochen. Katzen schleichen miauend um uns herum in der Hoffnung auf einen Leckerbissen. Eine davon ist ziemlich frech und macht sich an unser schmutziges Geschirr.
Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg. Wir spazieren über den Cami de Ronda in den kleinen Fischerort Roc de Sant Gaietà. Unsere nette Nachbarin und die Frau an der Camping Rezeption haben von diesem Ortsteil gesprochen. Es handelt sich um ein ruhiges und malerisches Wohnviertel in Roda-de-Berà, das zwischen 1964 und 1972 von zwei Architekten errichtet wurde Neben der Atmosphäre des Fischer Viertels liegt die Originalität des Ortes in der Mischung der verschiedenen Stilen der bereits vorhandenen Gebäude. Es sind romanische, gotische und maurische Gebäude mit Elementen, die die Architektur verschiedener Teile Spaniens oder Europas imitieren. Der Küstenweg führt vorbei an Villen in bester Lage oberhalb des Meeres. Wir passieren den Strand und schlendern durch ein Tor in das Viertel. Innenhöfe, schmale verwinkelte Gassen, viele Pflanzen, kleine Springbrunnen, verschiedene hübsche Ecken und Treppen erwarten den Besucher. Es gibt mehrere geschlossene Lokale. Im Sommer ist es hier bestimmt sehr lebhaft. Es gibt vieles zu entdecken und es gefällt uns sehr gut hier. Nach unserem Rundgang geht’s den selben Weg oberhalb der Küste wieder zurück.
Wir haben die Badesachen mit dabei, aber die Wellen sind recht stark und am Strand vor dem Campingplatz geht’s im Wasser rasch hinab. Man kann bald nicht mehr stehen. Bei diesem Wellengang zu baden ist uns ein bisschen zu riskant und wir sind bald wieder aus dem Wasser. Die Wassertemperaturen sind jedoch recht angenehm. Wieder zurück freuen wir uns auf frisch gebackenen Kuchen. Am Abend ist es etwas kühler als gestern und der Wind ist auch stärker, aber wir bleiben dennoch länger draussen sitzen.
Mittwoch, 9. Oktober 2024 – Ruhetag
Den Tag beginnen wir mit einem feinen Frühstück mit den restlichen selbst gebackenen Brötchen. Lesen und uns nach all den mühsamen Stunden erholen ist das Thema heute. Am Nachmittag versuchen wir es nochmals mit einem Strandaufenthalt und Baden. Wieder ist der Wellengang hoch und das Baden macht keinen Spass. Wir lassen uns nur etwas nass spritzen, aber wirklich ins Wasser getrauen wir uns nicht. Stattdessen geniessen wir das Meer mit unserer Augen, geniessen die Luft, schauen den Wellen zu und lesen. Im Anschluss arbeitet Urs an einer Dokumentation zu unserer Autogeschichte. Dies gibt viel zu tun. Im Laufe des Abends komme ich mit unserer älteren Nachbarin ins Gespräch und ich interessiere mich für ihr Auto. Sie lädt uns ein für eine Vorzeigerunde. Da sind wir gerne und neugierig mit dabei. Spannend, wie sie mit 71 Jahren so einfach reist und klarkommt mit den engen und einfachen Platzverhältnissen. Vieles hat sie am Ausbau des Autos selber gemacht. Sie zeigt uns ihr Fiat Scudo mit grosser Freude. Wir amüsieren uns über die Katzen, die uns immer wieder besuchen. Urs macht die Doku noch fertig, bis wir noch einen salzigen Porridge mit Feta und Pilzen essen. So endet auch dieser Tag im Nu. Gedanklich sind wir oft woanders, sicherlich nicht in den Ferien.
Donnerstag, 10. Oktober 2024 – Besuch
Heute stehen wir nicht zu spät auf. Urs kommt mit der Nachbarin und einem Mann, welcher mit einem Fahrrad die Welt bereist, ins Gespräch. Der Mann arbeitet hier z.Teil als Wächter, weilt zum ab und zu in Finnland oder ist in Thailand in nicht touristischen Gegenden unterwegs. Er hat einen YouTube Kanal, den Urs sogleich abonniert. Spannende Menschen, die uns immer wieder begegnen! Nach dem Erledigen einiger Telefonate geht’s auf ans Meer. Am Morgen soll der Wind noch nicht so stark sein. Vielleicht sind auch die Wellen noch nicht so stark und wir können baden. Schön von weitem genügt ein Blick und wir sehen, dass auch heute nicht sehr viel mit Baden wird. Wir versuchen unser Glück, aber richtig getrauen wir uns nicht hinein. Wieder zurück bereiten wir uns Hamburger zu. Das macht Freude und wir geniessen den Zmittag mit einem guten Glas Rotwein aus Spanien. Um 13h30 bekommen wir Besuch! Erich und Annette haben uns angekündigt, dass sie uns mit dem Fahrrad besuchen kommen. Sie sind nur ca. 15 km auf einem anderen Campingplatz stationiert. Wir haben an der Rezeption den Besuch angekündigt und müssen aber leider pro Besucher 6,30 Euro bezahlen. 30 Minuten sei gratis, dann kommt diese Gebühr und die Besucher werden registriert. Wir verbringen einen schönen Nachmittag auf unserem Stellplatz bei Kaffee und Kuchen, Tee und Wasser. Bevor es dunkel wird, machen sich unsere Freunde mit dem E-Bike wieder auf den Heimweg. Urs und ich tätigen den Tagesabwasch und spielen danach ein Yazee mit 6 Reihen. Dazu gibt es einen Maracuia-Drink, Käse, Oliven und Snacks. Nun ist es dunkel und unsere Camping leuchten geben ein schönes Licht. So vergeht der Abend schnell.
Freitag, 11. Oktober 2024 – Badetag
Wir schlafen aus und machen es uns auf unserem Stellplatz gemütlich. Zwischendurch plaudern wir mit unserer Nachbarin einige Worte. Sie bringt vom Markt Baumnüsse und für uns ein «Probiererli». Urs liest in seinem Buch und ich arbeite für die Hochzeit von Sara und Stefan. So ist der Morgen schnell vorbei. Zum Zmittag gibt es die restlichen Hamburger, bevor wir uns in die Badehosen stürzen. Heute stimmt alles – das Wetter und der Wellengang ist perfekt. Wir freuen uns wie kleine Kinder im Meer und am Strand zu sein!
Am Abend wird es schnell kühler, aber wir bleiben noch länger draussen. Auf dem Platz wird es lebendiger, denn einige der spanischen Dauercamper kommen für das Wochenende. Nach einem Drink und Kuchendessert gehts bald ins Bett. Morgen werden wir den Platz verlassen und uns auf den Weg ins Inland machen.
Hallo Ihr Lieben!
Was für eine Rollercoaster-Fahrt; geographisch und emotional!!!
Schöne Bilder und liebe Freunde!!!!
Wunderbar!!
… was sind: Mailbaguette?
🤪😜
Ja, wir haben franz Wein auch nicht oben auf unserer Wunschliste… hihi
Danke für die tollen Reiseberichte!!!
Herzliche Grüesse aus Corfu, 27Grad 😘😘😘😘😘😘😘😘