Sommerferien 2024 – Entlang des Doubs

Freitag, 19. Juli 2024Ferien Ja oder Nein?

Können wir oder können wir nicht in die Ferien? Diese Frage begleitete uns durch die letzten Wochen und Tage. Seit etlichen Wochen verloren wir viel Kühlwasser und mussten regelmässig nach ca. 100 km wieder auffüllen. Nach Abklärung in der Garage kam die Diagnose: Ladeluftkühler defekt. Die Garantieleistung wurde uns zugesichert, also alles so weit gut. Dumm nur, dass dieses Teil in der ganzen Schweiz über einige Wochen nicht verfügbar war. Warten war angesagt, vor jedem Start Kühlmittelkontrolle und nie ohne eine Flasche Kühlmittel und destilliertes Wasser losfahren. Endlich konnten wir, nach aufreibender Terminkollision, das Auto dann noch von Montag bis Mittwochabend in die Garage bringen.

Jetzt ist Freitag und alles ist gepackt und bereit. Nach einem arbeitsreichen Vormittag und einem gemütlichen «Zmorgen» bei Sara in der Wohnung, starten wir am frühen Nachmittag in unsere Sommerferien. Wir hoffen sehr, dass unser Kühlmittelproblem nun endgültig gelöst ist und wir unbesorgt nach Frankreich reisen können. Unsere erste Etappe führt uns in den Jura, nach Soubey auf den uns bekannten Stellplatz. Junge Leute haben den Bauernhof samt Stellplatz übernommen, somit bleibt dieser schöne Platz am Fluss Doubs zum Glück bestehen. Die Freude auf ein Bad im Doubs ist gross, denn wir haben schöne Erinnerungen an den letzten Sommer. Wir konnten den Fluss hinaufwaten und uns dann langsam hinabtreiben lassen. Dieses Jahr sieht aber alles komplett anders aus! Bald ist klar, dass der Fluss viel mehr Wasser und eine bedeutend stärkere Strömung hat. Kaum ein Fuss im Wasser spüren wir auch, wie kalt das Wasser ist. Der Wunsch vom «Hinaufwaten» können wir vergessen. Dennoch wagen wir es ins kühle Nass um uns abzukühlen. Erfrischt verbringen wir den restlichen Nachmittag auf der Wiese vor dem Cali.

Neben uns steht ein auffälliges Auto mit kleiner Wohnkabine. Eine grosse Schildkröte verziert die Seitenwände. Ich habe das Gefühl, dieses Fahrzeug schon einmal gesehen zu haben. Vielleicht an einer Messe? Auf dem Fahrzeug steht eine Internetseite und wir stellen beim kurzen Durchstöbern schnell fest, dass dies absolute Weltenbummler sind. Von Afrika, Australien, Panamericana, Seidenstrasse und jetzt Europa ist alles dabei. Wir kommen mit dem älteren Paar kurz ins Gespräch und es ist eine schöne und spannende Begegnung. Wir werden ihre Webseite zu Hause sicher noch genauer studieren.

Zum Abendessen kochen wir eine Gemüse-Spätzlipfanne mit Brätkügeli. Uns geht es eigentlich wunderbar, wenn nicht unser Blick in den Motorraum uns etwas Sorge bereiten würde. Die Kühlwasseranzeige ist schon wieder beim Minimum. Urs telefoniert mit der Amag-Garage in Schaffhausen. Ein Service Mann meint, dass wir nochmals Kühlwasser auffüllen sollen, denn vielleicht hat es im System noch eine Luftblase oder so. Wir sollen dann langsam den Deckel drehen und den Überdruck weichen lassen. Wo bekommen wir nun Kühlwasser? Wir werden uns Morgen dem Problem annehmen und jetzt den Abend geniessen. Mit dem Spiel «Hornöchsle» beenden wir diesen Tag und schlafen schnell ein.

Samstag, 20. Juli 2024Camping Saignelégier

Wir bleiben so lange im Aufstelldach, bis es uns zu warm wird. Die Sonne scheint und der Himmel ist wolkenlos. Urs überrascht mich mit einem Baguette und so essen wir ein feines Frühstück, bevor wir unsere sieben Sachen zusammenpacken. Wir machen uns heute auf die Suche nach Kühlmittel. Wir versuchen unser Glück in Saignelégier. Kurz vor dem Ort kommen wir zu einer kleinen Garage, welche offen zu sein scheint. Wir sprechen einen Mann an und merken erst jetzt, dass wir keine Ahnung haben, was Kühlmittel auf Französisch heisst. Er kommt zum Auto und wir zeigen es ihm. Er beginnt ganz langsam den Deckel zu drehen und der Pegel steigt massiv an. Das Kühlwasser brodelt vor Hitze. Es war mir nicht bewusst, wie heiss dies wirklich sein kann. Jetzt können wir nichts nachfüllen und müssen am nächsten Morgen nochmals schauen. Wir verabschieden uns dankend und fahren weiter ins Dorf, um irgendwo eine Flasche zu kaufen. Wir beginnen mit der Landi, haben aber keinen Erfolg. Danach klappern wir ein paar wenige Tankstellen ab. Eine Tamoil-Tankstelle hat noch eine unauffällige Tür in einen ultrakleinen Shop, welcher eigentlich gar nicht den Begriff Shop verdient. Wir haben das Gefühl in einer kleinen Fahrrad Werkstatt zu sein. Auf einem Gestell befinden sich einige Flaschen und wir graben unsere minimalen Französischkenntnisse aus. Wir können dem Verkäufer ein Bild zeigen und verlassen die Tankstelle wenig später tatsächlich mit einer 1 Liter Flasche fertig angemachtem Kühlmittel. Jetzt sind wir gerüstet! Ob unsere Reise am Sonntag wie geplant nach Frankreich oder in die Schweiz geht, wissen wir noch nicht. Dies ist abhängig von der Kühlmittelgeschichte.

Kurz danach stehen wir auf dem Campingplatz Saignelégier auf einer schönen halb schattigen Stellfläche mit Feuerstelle. Dieser Campingplatz ist ein sehr Natur belassener Platz, ohne Parzellierung, einfachen, aber sauberen Sanitäreinrichtungen, mit teils oft unebenen Stellflächen unter hohen Tannen mit Feuerstellen. Mit unseren Freunden Lis und Frank haben wir hier letztes Jahr ein schönes gemütliches Wochenende verbracht. Solche Naturcampingplätze mit Feuerstellen gibt es sonst in der Schweiz praktisch nicht. Diese Art von Campingplatz lieben aber nicht alle. Für uns ist dies genau das Richtige und wir haben uns schnell eingerichtet. Wir verbringen einen schönen Nachmittag bei angenehmen 26° unter den Tannen mit Berichte schreiben, schlafen und spazieren. Ein Weg führt uns durchs Viehgatter über Weiden mit hohen Tannen. Kühe stehen mitten auf dem Weg und begutachten uns mit grossen Augen. Ihre Hörner flössen uns Respekt ein und ich bin froh die Herde passiert zu haben.

Auf dem Campingplatz gibt es einen grossen Holzvorrat für alle, die gerne Feuer machen. Wieder zurück füllen auch wir einen grossen Korb mit Holz für 12 Fr. Wir machen uns an die Zubereitung des Abendessens. Natürlich wird alles draussen zubereitet. Urs zerkleinert mit dem Beil einige Holzscheite. In der Feuerstelle an unserem Stellplatz entfacht Urs ein Feuer. Da wir kein Dreibein mit dabeihaben, improvisieren wir mit dem Grillrost unserer Feuerschale und einem ultrakleinen Gitterrost mit Beinen. Urs macht das super und bald haben wir eine passende Konstruktion, so dass wir genügend Platz unser Grillgut haben. Wir braten Auberginen und dazu ein feines Stück Lammfleisch. Zusammen mit Salat und den restlichen Spätzli haben wir ein leckeres Abendessen gekocht. Wir sind im Element und es macht uns grossen Spass.

Hier gibt es keine Stromsäulen und somit sind nicht so viele Wohnmobile hier. Viele Busse, Kastenwagen und Zelte. Hinter uns bauen zwei junge Frauen mit zwei Hunden ihr Zeltlager auf und wir geben ihnen Strom für das Aufblasen ihrer Luftmatratze. Schön, wenn man einander helfen kann. Um uns herum werden viele Feuer entfacht und überall knistert und räuchelt es. Es herrscht eine friedliche, schöne Stimmung auf diesem Campingplatz. Herrlich!

Schade, dass es nicht mehr solcher unkomplizierten Plätze in der Schweiz gibt. Heute machen wir auf Romantik und bleiben lange draussen, denn Morgen soll es knapp 10° kälter und regnerisch werden. Schon jetzt wird der Nachthimmel mit einigen Blitzen erhellt und in der Ferne ist Donnergrollen zu hören. Hoffentlich werde ich nicht mit heftigen Gewittern konfrontiert, denn dies habe ich im Aufstelldach vom Cali nicht so gern.

Sonntag, 21. Juli 2024Entlang des Doubs

Tatsächlich sind wir, zu meiner Freude, von Gewittern verschont geblieben! Es hat nachts nur leicht geregnet und heute Morgen ist der Himmel grösstenteils bewölkt. Die Schlechtwetter Front hat sich nach hinten verschoben. Am Nachmittag soll es ziemlich regnen, aber wir werden den Platz bis 12h verlassen. Rundum werden fleissig Zelte abgebaut, Wohnkabinen angehängt, Aufstelldächer eingefahren. Es scheint, als ob heute einige den Campingplatz verlassen werden.

Wir verabschieden uns von den zwei Frauen, denen wir unseren Strom gegeben haben und von einer deutschen Familie, denen wir  mit Kinder Pflaster aushelfen konnten. Unser Kühlwasserstand steht auf Minimum, als wir unsere Reise ins nahe Goumois starten. Hier geht’s über den Doubs und schon sind wir in Frankreich. Wir fahren entlang der «Corniche de Goumois». Schon kommt ein erster Aussichtspunkt und wir werfen einen Blick hinab in das bewaldete Tal, in dem der Doubs ruhig dahinfliesst. Danach geht’s über den «Col de La Vierge». Wir kommen zu den nächsten Aussichtspunkten bei «La Cendrée». Hierfür müssen wir jedoch gut 10 Minuten durch einen lichten, mit Moos bewachsenen Laubwald hochsteigen. Wir werden mit einem schönen Blick ins bewaldete Umland belohnt. Es geht sehr steil hinab, denn wir stehen oberhalb einer Felswand. Weit unten können wir ein kleines Stück des Doubs ausmachen.

Hinabsteigen ist schneller als hinaufsteigen und bald sind wir wieder beim Auto. Unser Hunger meldet sich, denn es ist ja auch schon 13h30 und so halten wir kurze Zeit später auf einem Parkplatz bei einem Kletterpark. Auf einer Bank in der Sonne essen wir feine Sandwiches. Graue Regenwolken ziehen auf und wir fahren weiter, denn ein weiterer imposanter Aussichtspunkt steht noch auf unserem Programm. Auf schmalen, unbefahrenen Strässchen fahren wir an etlichen Bauernhöfen vorbei und kommen durch viel Weidegebiet, auf denen Kühe grasen. Die Landschaft zeigt sich wie in der Schweiz im Jura. Wir entdecken einen weiteren Aussichtspunkt mit einem kleinen Parkplatz neben der Strasse. Da es vor kurzem stark geregnet hat, ist alles voller Pfützen. Wir waten mit unseren Badeschlarpen durch die Wasserlachen die wenigen Meter zum Picknickplatz mit Aussicht auf den Doubs und die bewaldeten Hügel. Nebelschwaden steigen aus dem Wald empor.

Nach einem kurzen Stopp oberhalb eines Stausees kommen wir zum recht gut besuchten Wanderparkplatz unseres einprogrammierten Aussichtspunktes «Belvedère des Taillards Villers le Lac». Dieser Spot hat 5,0 Google Bewertung, sind wir also gespannt. Wir spazieren ca. 500 Meter entlang der Einbahnstrasse durch den Wald. Bei den Koordinaten sehen wir hinab auf die interessante Flussschlaufe des Doubs, doch sehen die Bilder auf Google anders aus. Urs lässt den Blick nach oben schweifen und entdeckt dort einen hohen Felsen und zuoberst den Aussichtspunkt. Ja, super…dort hätte man sicher einen grandiosen Blick, aber den Zickzackweg und alle Stufen hochsteigen? Urs spricht sich wegen seiner Knie klar dagegen aus und ich spare mir die Entscheidung für den Rückweg auf. Ich habe auf der Karte noch zwei weitere Aussichtspunkte auf einem Felsvorsprung entdeckt und diese steuern wir nun an. Über moosbewachsene Steine finden wir den Weg und bald öffnet sich uns ein schöner Blick auf den Fluss. Schön ist es hier!

Es ist Zeit umzukehren und während Urs zum Auto zurückgeht, entscheide ich mich für den Aufstieg auf den Felsen. Ich komme arg ins Schwitzen, aber schaffe es nach oben. Wow, was für ein Blick auf die Flussschlaufe! Die 5 Sterne ist gerechtfertigt.

Urs hat unterdessen für uns einen Übernachtungsplatz ausgesucht, den wir jetzt ansteuern. Leider kommen wir nicht ohne Unterbrechung an unser Ziel. Es meldet sich mit Piepston die Warnleuchte, welche wir bestens kennen. «Kühlflüssigkeit kontrollieren» Ja toll, es sieht also immer mehr danach aus, als hätten wir das Problem immer noch. Zu Glück haben wir 1 Liter Kühlmittel in Saignelégier gekauft. Wir füllen 4 dl auf und fahren in etwas bedrückter Stimmung weiter. Auf dem Stellplatz in Russey finden wir einen Übernachtungsplatz und kochen draussen unser Abendessen. Uns beschäftigt natürlich die Frage: was sollen wir tun? Ferien abbrechen und nach Hause fahren? In der deutschsprachigen Schweiz die Ferien verbringen oder wie geplant in Frankreich bleiben mit einem Vorrat an Kühlmittel, oder uns auf einen schönen Stellplatz stellen und stehen bleiben? Wir werden am Montagmorgen wieder kontrollieren und uns dann entscheiden, wie wir vorgehen. Nach dem Essen und Abwaschen spielen wir mein momentanes Lieblings Spiel «Cascadia». Urs freut sich über seinen deutlichen Sieg und mit einem Film lassen wir den schönen Tag ausklingen.

Montag, 22. Juli 2024Käse und Wurst

Wir schlafen bis 9h. In der Nacht regnete es leicht, aber dies störte uns nicht. Ein Blick in die geöffnete Motorhaube zeigt uns, dass wir bis zur Markierung max. auffüllen müssen. Wir entscheiden uns heute zu fahren und am nächsten Morgen nochmals mit dem heutigen Stand zu vergleichen. Je nachdem werden wir uns dann über unser weiteres Vorgehen entscheiden. Unser erster Stopp ist im nahen «Super U». Schon immer stöbern wir in Frankreich gerne in solchen Läden. Da gibt es immer wieder Interessantes zu sehen. In unserem Einkaufswagen landen Sonnenhüte, ein Wähenblech, ein Pfannendeckel, eine Bratpfanne mit hohem Rand, 3 Liter Kühlflüssigkeit fürs Auto, einen Rotwein und einige Lebensmittel. Jetzt sind wir mit allem Möglichen eingedeckt, verstauen alles im Auto, essen Zmittag und fahren los. Da wir nichts vorbereitet haben für Ferien in dieser Region nehmen wir dankbar «Google Maps» zur Hilfe. Wir entdecken die «Fromagerie Les Suchaux» in Les Fins. Die Spezialität der Region ist der «Comté» in verschiedenen Reifestadien. Wir dürfen drei Sorten probieren und wählen davon zwei Sorten aus. Mit knapp 600 g Käse verlassen wir den modernen Käseladen und fahren zur nächsten Spezialität, der Räucherei «Le Tuye Papy Gaby». Seit 40 Jahren ist dies ein Familienbetrieb und wir können uns im kleinen Ausstellungsraum in Deutsch darüber informieren. Danach werden wir in einen kühlen dunklen Raum geführt, in die Räucherkammer. Es duftet herrlich nach Wurst und Rauch. Für uns wird eine deutsche Information abgespielt und das ist super. Die Kammer ist aus Holz und wird gegen oben schmal. An den Gestellen hängen die verschiedensten Salami, Würste, Schinken, getrocknetes Rindfleisch, Zunge etc. Je nach Art des Fleisches hängt es bis zu 7 Tage oder sogar 3 – 10 Monate in dieser Kammer und wird geräuchert. Im Anschluss dürfen wir Salami, Zunge und Rindfleisch degustieren.  Alles schmeckt hervorragend. Die lokale Spezialität ist die «Saucisse de Morteau». Die Morteau-Wurst ist eine traditionelle geräucherte Wurst aus der historischen französischen Region Franche-Comté und hat ihren Namen von der Stadt Morteau im Departement Doubs. Sie wird in traditionellen pyramidenförmigen Schornsteinen geräuchert, die «Tuyés» genannt werden. Im angrenzenden Shop kaufen wir ein paar Leckereien ein. Heute war ein richtiger Einkaufstag!

Nun suchen wir uns einen Übernachtungsplatz in der Nähe von Ouhans. Auf der Wiese eines Picknickplatzes werden wir fündig. Wir geniessen den restlichen Nachmittag mit Webseite schreiben, Fotos bearbeiten etc. Der Tag vergeht wie im Flug und wir freuen uns über die Sonne und über die Wärme. Wir bleiben draussen, bis die letzten Sonnenstrahlen verschwunden sind.

Dienstag, 23. Juli 2024Source Loue

Wir haben wunderbar geschlafen auf der grossen Picknickwiese. Heute Morgen lassen wir uns Zeit. Nach einem Blick in die Motorhaube, greift Urs zum Telefon und ruft die VW-Garage in Schaffhausen an. Er schildert unser Problem, denn wir haben während 50 km von Max bis Min Kühlwasser verloren. Das ist viel zu viel Verlust und es zeigt sich, dass wir in die Garage müssen. Es ist uns nicht mehr wohl weiter zu reisen. Wir vereinbaren mit dem Garagisten, dass wir den Bus morgen um 8h bringen und dann weiter schauen. Vielleicht können wir ja für die nächste Woche nochmals unsere Ferien fortführen. Die Hoffnung stirbt zuletzt! Es ist nun klar, dass wir heute nach Hause fahren.

Jetzt bereiten wir uns noch ein feines Mittagessen aus der Grillpfanne zu, bevor wir dann um 14h20 Uhr den schönen Übernachtungsplatz verlassen. Kurze Zeit später stehen wir auf dem Parkplatz zur «Source Loue». Von hier aus sind es 600 m zu Fuss zur Quelle. Die Quelle der Loue entspringt einer Höhle, die sich in einen Felsenkessel gegraben hat. Sie bietet ein beeindruckendes Naturschauspiel. Man steht vor einer 150 m hohen Felswand, aus der das Wasser kommt. Bereits im Mittelalter spielt die Quelle der Loue, die mehreren Gemälden von Gustave Courbet als Motiv diente, eine zentrale wirtschaftliche Rolle durch die Nutzung der Wasserkraft. Im 19. Jahrhundert gab es dort mehrere Mühlen, welche die Fabriken der Umgebung versorgten. Heute ist die Quelle der Loue eine der meistbesuchten Naturstätten des Département Doubs. Es handelt sich um eine Karstquelle, die 543 Meter über dem Meeresspiegel hervor sprudelt. Anschließend durchquert das Wasser die von ihm gebildete Schlucht Gorges de Noailles mit einer Tiefe von 250 bis 300 Metern. Gespeist wird die Quelle aus einem weit verzweigten, unterirdischen Karstnetz mit einer Fläche von ungefähr 600 km², das bis heute nur zum Teil bekannt ist. Bereits im Mittelalter stellte die Quelle der Loue für die Gegend einen wirtschaftlichen Vorteil dar, da sie dank ihrer Wasserkraft die Entwicklung des Handwerks förderte. Das Vorhandensein von Mühlen wurde bereits im Jahr 1260 erwähnt. Anfang des 19. Jahrhunderts ließen sich dort zwei kleine Grobschmieden und eine Hammerschmiede zur Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten nieder. Sie lieferten 200 Tonnen Eisen pro Jahr. 1857 befanden sich dort außerdem eine Ölmühle, zwei Wassermühlen und vier Sägewerke. Nahezu 50 Personen arbeiteten in diesen Schmiedewerkstätten und lebten dauerhaft direkt auf dem Gelände der Quelle, am Grund des Sacktals. Später wurden die Mühlen der Quelle zur Stromerzeugung genutzt. Im Jahr 1909 entsteht durch die Initiative eines Zusammenschlusses aus acht Gemeinden ein Wasserkraftwerk. 1912 erwirbt schließlich ein Verband aus 16 Gemeinden die Wasserfälle mitsamt dem Gelände.

Es freut uns, dass wir diesen Ort vor unserer Heimfahrt noch besuchen konnten. Um 16h30 treten wir den Rückweg an, nicht ohne zweimal bei einem Halt das Kühlwasser zu kontrollieren. Ein mulmiges Gefühl haben wir vor allem in den Tunnels, beim Gedanke an die Warnlampe. Die Stimmung ist gedämpft und vor allem ich bin traurig über diese Entwicklung unserer Ferien. Wir hätten die Ferien und den Abstand von zu Hause wegen viel Arbeit und dem Auf und Ab von Gefühlen und Gedanken der letzten Wochen, gebraucht. Hoffen wir, dass wir gegen Ende der Woche nochmals ein paar Tage verreisen können!

2 Kommentare to “Sommerferien 2024 – Entlang des Doubs”

  1. Lis+Frank

    Das sind wunderschöne Landschaften und Plätze die ihr da erkundet habt. Danke fürs mitnehmen auf eurer Reise. Es tut mir so leid wegen eurem Cali. Ich hoffe ganz fest, dass er schnell geflickt werden kann und ihr eure Reise baldmöglichst wieder fortsetzen könnt. Liebe Grüsse Lis und Franky

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