Skandinavien 6 Schweden – Strängnäs und Fährüberfahrt nach Finnland

Mittwoch, 5. Juni 2019

Die Nacht war sehr ruhig. Verschiedene Vögel gaben uns zur später Stunde um 00:30 Uhr ein wunderschönes Konzert. Es scheint, dass bereits auf diesem Breitengrad der Tag nicht ganz weichen will resp. Die Nacht nicht ganz dunkel wird.

Wir verlassen den Campingplatz gegen 11:00 Uhr und fahren nach Strängnäs. Hier besichtigen wir eine schöne Kathedrale aus Backstein und schlendern im Anschluss zum Yachthafen. Auf einem nahegelegenen Hügel steht eine alte Windmühle. Es ist ein reizendes Dorf oder Kleinstadt. Mit hübschen Ständen mit diversen kulinarischen Highlights. Wir verinnerlichen eine Käse/Salami Omelette – lecker! Zum Dessert gibt es drei Kugeln Eis. Ursi wählt die gleichen Sorten wie ich. Wie langweilig – meint die Verkäuferin mit Augenzwinkern.

Wir suchen bei Campercontact und Park4Night einen Übernachtungsplatz. Der erste Platz, den wir anfahren ist bereits belegt. So fahren wir nochmals eine Viertelstunde weiter zu einem Badestrand. Dort sind wir die einzigen. Wir sehen zusammen einen Inga Lindström Film an, welcher Ursi auf gut Glück auswählt. «In den Filmen kommen häufig schöne schwedische Ortschaften vor, wenn man nur wüsste, welche das sind und wo sie liegen, dann könnte man diese auch besuchen», meint Ursi. Wir werden stutzig, als wir im Film eine Windmühle entdecken. Die Szene müssen wir nochmals anschauen. Und siehe da – der Film wurde in Strängnäs gedreht, wo wir den Nachmittag verbrachten!

Donnerstag, 6. Juni 2019

Der Wecker meldet sich um 06:15 Uhr. Die Fähre legt um Viertel nach neun ab und wir müssen mindestens 60 Minuten zuvor im Hafen sein. Unser Ziel ist jedoch wesentlich früher dort einzutreffen. Man weiss ja nie. Das Check-in geht rasch vonstatten und wir werden schon bald aufgefordert auf das Schiff zu fahren. Die knapp 9-stündige Überfahrt kostet für uns und das Wohnmobil lediglich 134.- Franken. Heute haben wir erfahren, dass das Frühstück und das Abendessen im Preis sogar inbegriffen ist. Ein tolles Schnäppchen, dass Ursi uns da gebucht hat.

An Bord gilt die finnische Zeit, welche uns 1 Stunde voraus ist. Kaum an Bord stellen wir fest, dass wir also bereits das Frühstück zu uns nehmen können. Gefühlte 90 % der Passagiere sind Truckerfahrer. Ich staune nicht schlecht, welche Portionen sie auf ihre Teller häufen und mache zu Ursi eine entsprechende Bemerkung. Am Büffet kippen wir dann aus den Latschen, als wir das Angebot sehen. Nebst Brötchen, Gipfel und joghurtartiger Creme gibt es auch Pommes Frites, Fleischbällchen, Porridge, Rührei, Poulet… Alles sieht lecker aus und die Augen werden grösser und bald ist der Teller zu klein. Ich weiss jetzt wieso die Teller der Truckerfahrer so voll sind.

Nach dem üppigen Essen brauchen wir frische Luft und gehen an Deck. Es ist noch frisch und wir sind froh um die Jacken. Nach einer Weile zieht es uns trotzdem an einen anderen Ort auf Deck wo es weniger windet. Dort verbringen wir Stunden beim Lesen, aufs Meer schauen und dösen. Am Nachmittag wird es zu heiss und wir suchen den Schatten. Auch hier in Finnland sind für heute 29 ° angekündigt.

Uns wurde für das Wohnmobil ein Platz auf dem Freideck zugewiesen. Es steht also gewissermassen auf dem Deck und nicht im Bauch der Fähre. Die Fläche ist komplett voll gestellt mit Lastwagen und einigen wenigen Wohnmobilen. Die Rampe, mit welcher wir auf das Deck gelangt sind, ist nicht mehr zu sehen. An diesem Ort stehen nun zwei Laster. Es scheint, dass die Rampe inklusive der darauf abgestellten Laster gehoben wurde. Das will ich mir beim Ausschiffen natürlich nicht entgehen lassen. Ich will sehen, wie die Lastwagen versinken und wie sich das Gewirr löst. Für Ursi eine Nervenprobe, da sie eigentlich lieber im Auto sitzen und warten würde… Als der Laster neben unserem Fahrzeug sich in Bewegung setzt beenden wir die Filmaufnahmen und rennen zu unserem Womo. Kaum eingestiegen werden wir zur Abfahrt aufgefordert – uff das war knapp.

Wir fahren nur kurz zu einem Badestrand mit grossem Parkplatz. Selbst um 20 Uhr ist es noch etwa 28 ° warm. Der See ist im Vergleich zu unserem See in Schweden warm und unser Bad wird entsprechend länger. Die Sonne geniessen wir, bis sie hinter den Bäumen verschwindet. Dass es mittlerweile elf Uhr abends ist, haben wir gar nicht bemerkt.

Freitag, 7. Juni 2019

Finnland ist bereits unser zehntes!! Land auf unserer Tour. Mit dem Start in der Schweiz ging es bereits durch Frankreich, Luxembourg, Belgien, England, Holland, Deutschland, Dänemark und Schweden. Das ist ein neuer Rekord! Das haben wir bis anhin noch nie geschafft auf einem Trip so viele Länder zu bereisen. In diesem Land waren wir mit dem Camper noch nie – also Premiere!

Neues Land – neue Erlebnisse beim Einkaufen. Eigentlich brauchen wir nur Wasser und etwas auf den Grill. Das Einkaufszentrum, das entlang unserer Route liegt, entpuppt sich als ein Riesending, in welchem man sich verlaufen kann. Die Auswahl ist riesig. Zum Glück sind viele Produkte optisch leicht zu erkennen, bei allen anderen gibt es jedoch Probleme. Die finnische Sprache hat so ziemlich nichts mit unserer Sprache gemeinsam, ausser, dass die gleichen Buchstaben verwendet werden. Google sei Dank können wir doch etliches Online übersetzen. Am Umfang des Wörterbuches sollte Google jedoch noch intensiv arbeiten.

Bei etwa gleicher Temperatur wie am Vortag besuchen wir die Opferkirche Uhrikirkko, welche 1647 – 1652 erbaut wurde. Die Holzkirche ist eine der am besten erhaltenen Kirchen Finnlands aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist berühmt für ihre Gemälde. Die Wände zeigen die Ereignisse der Bibel, und an der Decke gibt es Engel, die von Blumenkränzen umgeben sind.

Leider hat es in dieser Gegend nur ganz wenige Stellplätze, welche in Frage kommen. Bei dem schönen Wetter und den warmen Temperaturen wollen wir uns natürlich nicht auf einen Asphalt Platz stellen und das Wetter aus dem Womo beobachten. Wir entscheiden uns einen Campingplatz aufzusuchen. 30 Euro schlägt er zu Buche und ist somit der teuerste Übernachtungsplatz, den wir bis anhin haben.

Samstag, 8. Juni 2019

 Wir besuchen mit den Fahrrädern die Altstadt Rauma Vanha. Mit ihren 600 Häusern, vorwiegend aus Holz, aus vier Jahrhunderten gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Ausflug hat sich gelohnt. Wir kehren auf den Campingplatz zurück, packen zusammen und machen uns auf den Weg. Wir fahren vor Tampere einen potenziellen Übernachtungsplatz an. Der Platz ist schon ziemlich voll und die mobile Soundanlage der Jugendlichen entspricht nicht ganz unseren Vorstellungen. So fahren wir nochmals 40 Minuten weiter und werden mit einem einmalig schönen Platz belohnt. Ein erfrischendes Bad ist sogar inklusive. Ein solches Plätzchen ist Womo-Freiheit pur! Wir fühlen uns puddelwohl und wir geniessen es in vollen Zügen. Gemäss Wetterprognosen sind heute noch Gewitter angesagt. Wir hören das Donnergrollen und sehen die Blitze auf der anderen Seeseite und geniessen das ‘Schauspiel’.

One Kommentar to “Skandinavien 6 Schweden – Strängnäs und Fährüberfahrt nach Finnland”

  1. Lis+Frank

    Woah, sooo schön!
    Danke viel mals für Eure Berichte und schönen Erlebnisse!
    Der Übernachtungsplatz ist der Hammer!
    Da kann man Feuern u Rauchen ohne das es jemanden stört 😉😜👍
    Herzlichi Umarmig

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