Skandinavien 8 Finnland – Oulanka Nationalpark

Freitag, 14. Juni 2019

Unser Platz ist so abgelegen, dass wir die Drohne ungestört steigen lassen können. Die Fotos und Filmclips geben einen ganz anderen Blick auf die Umgebung als wir sie wahrnehmen (siehe letzten Blog-Eintrag). Ein erfrischendes Bad darf bei diesem tollen, sonnigen Wetter auch nicht fehlen. Danach zieht es uns weiter. Wir machen uns auf den Weg zum Oulanka Nationalpark. Unser nächstes Ziel aber ist „Das stille Volk“. Der Weg führt uns am Winterkriegsdenkmal vorbei, welches wir jedoch verpassen und erst später aus einem Prospekt erfahren, dass es auch sehr sehenswert und eindrücklich gewesen wäre.

Was ist „das stille Volk“? Das Feldkunstwerk «das stille Volk» umfasst ca 700 – 800 Figuren. Die Holzgerüste mit einem Kopf aus Torf werden 2x jährlich von freiwilligen Helfern mit gespendeten alten Kleidern neu ‘eingekleidet’. Es ist interessant durch diese Figuren mit ihren bunten Kleidern zu schlendern.

Das Café bietet auch diverse Snacks an. Wir entscheiden uns für eine Omelette mit Rentierschinken und einem Becher Heidelbeersaft. Der Saft ist so sehr verdünnt, dass wir die Heidelbeeren nur noch mit viel Fantasie schmecken. Dafür sind unsere Omelettes umso besser.

Unser Wohnmobil verfügt über eine Alarmanlage, welche mit dem Schlüssel per Funk aktiviert resp. deaktiviert wird. Wir drücken also den Öffnen Knopf und öffnen die Türe. Eine Sekunde später geht die Alarmanlage an. Alles rumdrücken auf den öffnen und schliessen Tasten nützt nichts, das Teil sirent weiter. Im Womo ist es glücklicherweise nicht so schlimm wie draussen. Je länger es dauert desto mehr Blicke haben wir bei uns. Vielfach kann die Alarmanlage mittels Starten des Motors zurückgesetzt werden. Auch das bringt keine Besserung. Wir werden langsam nervös, erste Schweissperlen treten auf… Wir öffnen jede gesicherte Türe, reinigen die Kontakte und haben irgendwann Erfolg. Der Lärm hört auf und wir atmen auf. Nicht vorzustellen, wenn einem das in der Nacht auf einem Campingplatz passieren würde, dann also doch lieber beim „stillen Volk“. Wir entschliessen uns fortan das Auto ohne Alarmanlage abzuschliessen.

Wieder tiefenentspannt fahren wir weiter. In Keronsalmi hat Ursi ein Übernachtungsplatz für uns ausgemacht. Er liegt an einer Verbindung zweier Seen. Zum Baden ist er weniger geeignet, dafür können wir die kleine Schutzhütte und die Feuerstelle verwenden. Auch das Brennholz wird zur Verfügung gestellt. So machen wir ein Feuerchen, fast ohne Rauch und grillieren gemütlich.

Samstag – Dienstag, 15.-18. Juni 2019

Unser nächstes Ziel ist die Juuma, in der Nähe des Oulanka Nationalparks. Nur ein Einkaufsstopp unterbricht die Fahrt.  Auf einem Campingplatz wollen wir es uns hier gemütlich machen, die Beine hochlagern, lesen, grillieren und Zeit haben. Eine Wanderung im Nationalpark steht natürlich auch auf dem Programm.

Im Oulanka Nationalpark befindet sich Finnlands bekannteste Wanderstrecke – Die Bärenrunde. Diese ca. 80 km lange Runde ist sehr anspruchsvoll mit steilen und teilweise auch rutschigen Passagen, aufs und abs, aber auch geprägt von landschaftlichen Highlights. Da wir für eine solche Tour nicht ausgerüstet sind – uffff – wählen wir die kleine Bärenrunde auch Pini Karuhnkierros genannt. Diese 12 km lange abwechslungsreiche Strecke führt über 4 Hängebrücken an diversen Seen und Tümpeln entlang, geht steil bergauf und bergab, dabei wurden teilweise auch Holztreppen montiert. Die Runde ist super ausgeschildert, beheimatet natürlich auch offene und überdachte Grillstellen mit zugehöriger Ausrüstung und vereinzelte Sitzbänke entlang der Route.

Wer meint, diese Strecke in 3 Stunden zurücklegen zu können irrt gewaltig. In den Reiseführern wird empfohlen, sich dafür einen Tag einzuplanen. Mit all unseren Fotografierunterbrüchen, Mittagessen und Wurst grillieren brauchen wir 6 Std. 40 Min. Wir sind froh, dass das Knie und der Fuss von Urs das mitgemacht haben.

Ein weiteres Ziel im Nationalpark sind die Stromschnellen Kiutaköngäs. Leider müssen wir dorthin durch eine 13 km lange Baustelle fahren. Die Strasse wird neu gemacht und wir fahren die ganze Strecke über groben Kies. Unser armes Wohnmobil… mit 30 km/h kommt man auch irgendwann ans Ziel. Vom Parkplatz aus geht es 800 m bis zu den sehenswerten Stromschnellen. Das Wasser tost rauschend an den Steinen und Felswänden vorbei. Es ist imposant den Wassermassen zuzuschauen.

Am Nachmittag verlassen wir den Nationalpark und fahren weiter in den Norden. Lappland ist nicht mehr weit entfernt. Unser heutiges Übernachtungsplätzchen finden wir dank einem Wegweiser zur einer Badestelle. Mit einem PkW würde man noch eher solchen Wegweiser nachfahren als mit dem grossen Auto, denn man weiss nie, ob man wenden kann oder wie gross der Parkplatz ist. Heute haben wir es gewagt und ein schönes Plätzchen gefunden. Kaum ausgestiegen, riecht es nach einer Feuerstelle. Oh, da brennt ja noch ein kleines Feuer in der überdachten Feuerstelle. Schnell sind die Würste ausgepackt und an die Spiesse gesteckt. Wir lassen uns das Abendessen schmecken. Später zieht ein Gewitter auf und wir dürfen einen wunderschönen Regenbogen sehen.

Abholzung

Das Fahren durch Finnland ist äusserst entspannend. Es hat sehr wenig Verkehr, noch weniger Lastwagen und keine Drängler. Auch längeres Fahren ermüdet kaum. Man kann wirklich die vorbeiziehende Landschaft geniessen. Leider fahren wir immer wieder an Stellen vorbei, wo aktiv der Wald abgeholzt wird. Dies ist uns auch schon in Schweden aufgefallen. In Finnland haben wir bisher eine wieder Aufforstung nicht wahrgenommen. Ursi macht etliche Fotos für meinen Beitrag und erwähnt immer wieder wie viele tolle Fotos sie zum Thema gemacht habe und wann ich endlich etwas darüber schreibe – et voilà, da haben wirs es.

Wir fragen uns wie das wohl in zehn oder zwanzig Jahren hier ausschaut, wenn die so weitermachen. Sinnvollerweise gehen wir mindestens im zehn Jahresrhythmus vorbei, die Lage zu begutachten.

2 Kommentare to “Skandinavien 8 Finnland – Oulanka Nationalpark”

  1. Annette+Erich

    Hhyvää iltaa rakastat

    Liebi Hintis

    Bei diesen Bildern und Berichten hat uns das Fernweh nun definitiv erobert! 😉
    Wir werden darum am 6. Juli auch gen Norden aufbrechen. Wie nahe wir es zum Nordpol schaffen, wissen wir noch nicht. Vielleicht trifft man sich ja mal irgendwo. (Sicher nicht auf einer 80km Wanderung…)
    Das mit der Alarmanlage kennen wir schon seit Jahren nicht mehr, dafür haben wir aber auch keinen Sensor mehr aktiv für die verschiedenen Gase und deren Gefahren, wobei die menschlichen Gase …

    Wir wünschen euch weiterhin Gottes Bewahrung und tolle Erlebnisse.
    Seid herzlich gegrüsst
    Erannoba

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