Skandinavien 13 Norwegen – Im Norden Finnmark 2

Freitag, 28. Juni 2019

Heute ist Einkaufstag und in unserem Einkaufswagen befinden sich 2 Paar Thermosocken. Jetzt trotzen wir den kalten Temperaturen!

Wir fahren in die Nähe von Ytre Torhop. Hier möchten wir die 2,4 km zum schönen Strand Luovttat Rullesteinfjaera mit farbigen Steinen und Felsformationen unter die Füsse nehmen. Gesagt getan und los geht’s. Es ist schon kurz vor sieben Uhr abends, aber es wird ja nie dunkel. Diese knappen 2 ½ km sollten ja in absehbarer Zeit zu schaffen sein. Wir täuschen uns aber gewaltig. Der schmale Weg führt hinauf, hinunter wieder hinauf und wieder hinunter. Über Steine, Felsen und auf weichem Moorboden kommen wir nicht so schnell vorwärts. Endlich haben wir es geschafft und bewundern die wunderschönen Steine, welche vor allem in nassem Zustand ihre Farben zeigen. Wir haben gar nicht gewusst, dass Steine so farbig sein können. Auch die Felsformationen sehen cool aus!

Glücklich und zufrieden kommen wir nach 70 Minuten Rückweg um 22.20 Uhr wieder beim Wohnmobil an. So eine Nachtwanderung ist auch mal etwas Besonderes. Nun heisst es noch ein feines Abendessen auf den Teller zaubern. Wir beobachten aus dem Fenster, dass 3 junge Frauen sich um 23.30 Uhr noch auf den Weg zum Strand machen. Um diese Zeit eine Wanderung zu starten, kann man sich bei uns überhaupt nicht vorstellen. Wieder einmal mehr übernachten wir hier frei und völlig einsam.

Samstag, 29. Juni 2019

Heute fahre ich und Urs schreibt in unseren Tagesbericht: Ursi fährt, kein Schlagloch wird ausgelassen, vieles fliegt rum, mein Korb beim Bett, Ordner, Sudokoblock.

Ich versuche ja all den Schlaglöchern und Bodenwellen auszuweichen, aber dies ist nicht ganz einfach. Die Strasse führt uns hinauf über einen Fjell (eine weite, karge Hochebene) und die Temperaturen sinken und sinken. 6 Grad noch beim Start, dann bald einmal sind es 4 Grad, 3 Grad, 2 Grad, 1 Grad. Sogar 0° zeigt uns der Thermometer, ja, der Regen ist nun auch noch mit Schneeflocken vermischt und es ist ziemlich düster.

Da müssen wir auch mit Strassenglätte rechnen und sind vorsichtiger unterwegs. Hier oben ist man über der Baumgrenze und jetzt wollen wir doch mal sehen wie hoch wir da sind. «Nur» 35o m.ü.M., aber hier im Norden hat es bereits keine Bäume mehr. Wir sind uns gewohnt, dass die Baumgrenze bei etwa 1800 m liegt.

Nach der Überquerung dieser Hochebene bessert sich das Wetter langsam und die Sonne zeigt sich zwischen den Wolken. Wir fahren Richtung Mehamn und diese Strecke ist sehr schön. Karg, aber diese Kargheit kann auch schön sein. Immer wieder sieht man Seen, Geröllfelder, Schneereste, Weideflächen und Rentiere, also doch ziemlich abwechslungsreich wie man auch auf den Strassenbildern und vorbeiziehenden Landschaften sieht.

In dieser Region war Urs mit Sara letzten Winter mit dem Schneescooter unterwegs. Er meint sich an gewisse Häuser zu erinnern. Im Februar lag hier viel Schnee und es war Dunkel während der Fahrt. Wir kommen nach Gamvik und zum nahen Slettnes Fyr, dem nördlichsten Festland-Leuchtturm der Welt. Nach Angaben des Wohnmobilreiseführers ist dies hier innoffiziell das Womo-Nordkapp auf dem Festland, der nördlichste Platz in Europa, welcher mit dem Womo erreichbar ist. Auf einem Wanderparkplatz können wir gut für die Nacht stehen.

Da heute der Fuss von Urs ziemlich schmerzt (die Unebenheiten der gestrigen Nachtwanderung waren wohl etwas zu viel) bleibt er im Auto, während ich zum Leuchtturm gehe. Zurück geht’s dem Meer entlang und mit dem Sonnenlicht ergeben sich viele schöne Fotomotive.

Wir freuen uns, dass wir heute die Mitternachtssonne erleben dürfe. Die folgenden Bilder sind alle zwischen 23.30 Uhr und 00.30 Uhr aufgenommen.

Sonntag, 30. Juni 2019

Im Leuchtturm gibt es ein Café, welches wir nun besuchen. Wir werden herzlich willkommen geheissen und bestellen Kaffee, eine heisse Schokolade und die berühmten norwegischen Waffeln. Gemütlich sitzen wir da, unterhalten uns mit einem Paar aus Deutschland über Reiseziele in Nordnorwegen. Es ist immer wieder interessant von anderen Tipps zu erhalten und auch welche weiterzugeben. Die Waffeln bestreichen wir mit ‘Gonfi’ und sie schmecken vorzüglich. Wir verlassen den Leuchtturm und fahren weiter Richtung Nordkapp. Heute ist das Wetter noch gut, morgen wechselhaft und dann wieder sehr regnerisch für einige Tage. Wenn man das Gefühl hat, man könne von hier noch schnell zum Nordkapp fahren, wird enttäuscht. Es sind von hier sicher noch ca. 490 km. Für diese Kilometer braucht man etliche Stunden, geht es doch kurvenreich um die Fjorde und über Hochebenen.

Unsere nächste Nacht verbringen wir beim Silfar Canyon, welchen wir uns auch bei einem Spaziergang anschauen. Es ist heute Abend mit 11° und fast keinem Wind so richtig warm und wir nutzen dieses Wetter für ein Grillessen! So macht das Unterwegssein doch mehr Spass. Leider besuchen uns heute noch die norwegischen Mücken und wir verziehen uns am späteren Abend lieber ins Auto.

3 Kommentare to “Skandinavien 13 Norwegen – Im Norden Finnmark 2”

  1. Lis+Frank

    Hallöchen, auch wieder zurück und am schauen …
    Habe ich da guten Port-Wein gesehen?
    Deine Bilder und Aufnahmen sind einfach der Hammer! Diese Qualität, mega!
    Die Landschaft gefällt mir sehr, sehr gut. Woah, wir müssen einfach bald mal in den Norden!!
    Solch einsame Strassen in dieser malerischen Landschaft ist schon wonderful 🙂
    Es sieht etwas aus wie in Island… (wo wir ja noch nie waren und nur von Bilder her kennen)
    Weiter gute Fahrt, und tolle Abenteuer!
    Big Hug, Franky und Lis

  2. Margrith

    Margrith
    9. Juli 2019 at 9:51
    Hallo Ursi und Urs
    ganz herzlichen Dank für die Karte und die Mitteilungen. Im Blog habe ich die tollen Fotos und Erlebnisse angesehen. Wunderbar und eindrücklich zu wissen, am nördlichsten Punkt von Europa (?) zu sein. In Australien war ich mal am östlichsten, westlichsten und südlichsten Punkt des Kontinents. Im nördlichsten war es immer zu heiss, wenn ich dort war. Aber auf dem höchsten Berg (2200m) Mt. Kosciusko des Landes war ich auch mal. Jetzt bin ich aber am angeben. Aber es sind halt schon schöne Erinnerungen.
    Ich wünsche euch weiterhin viel tolle Erlebnisse und gute Fahrt.
    Liebe Grüsse Margrith.

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