Die E6, welche sich vom Süden in den Norden zieht, ist gut ausgebaut und mit 80 oder 90 km/h kommt man gut voran. Immer wieder geht es durch Tunnels und über Brücken. Manchmal verläuft die Strasse der Küste nach, dann aber oftmals auch weg von der Küste. In Norwegen ist es so, dass wenn ein Tunnel oder eine Brücke neu gebaut worden ist, muss man Maut bezahlen. Ist dann das Bauwerk finanziert, entfallen auch meist die Mautkosten. Sonst mautpflichtige Strassenabschnitte gibt es im Norden wenig. Tankstellen zu finden ist meist kein Problem, allenfalls auf Nebenstrassen in entlegenen Gebieten.
Auffallend sind nun die grossen Distanzen. So kommt es auch vor, dass man einem Wegweiser mit einer Kilometerangabe von über 1000 km begegnet.
Als Tourist hofft man Elche zu sehen und dies nicht nur auf den vielen Blechtafeln am Strassenrand. Leider gibt es auch immer wieder zahlreiche und zum Teil auch schwere Unfälle bei einem Zusammenprall auf der Strasse zwischen Elch und Auto. Es fällt auf, dass viele Norweger-Autos extra Scheinwerfer für den Winter und wegen der Tiere einen Schutz vor der Motorhaube haben.
Man hört immer wieder, dass Norwegen teuer ist und dies nehmen wir im Lebensmittelgeschäft auch so wahr. Sicherlich nicht generell alles, aber doch vieles. Ein klassisches Beispiel ist die 1,5 l Flasche Coca Cola. Diese kostet in Norwegen zwischen Fr. 3.50 und Fr. 4.30!
Es gibt ganz schmackhafte Fischprodukte in grosser Auswahl. Wir haben Sursild entdeckt, bzw. wurden uns empfholen. Das sind Fischstücke, welche in einem leicht süssen, essighaltigen Sud zusammen mit Zwiebeln und Gewürzen eingelegt sind. Oder frischen Lachs in verschiedenen Variationen, Fiskpudding – eine eingepackte Fisch-Rolle zum aufschneiden und braten, Fiskekaker, eigentlich Fischkrikadellen zum braten und noch einiges mehr. Wenn man gerne Fisch hat, lohnt es sich mutig einiges auszuprobieren. Auch Waffeln gehören zum Nationalessen der Norweger. Wir haben erfahren, dass jeder Haushalt mindestens ein, wenn nicht zwei Waffeleisen besitzt und oft Waffeln in verschiedenen Variationen isst. In Geschäften mit Haushaltsartikeln hat man ein grosses Sortiment an Waffeleisen für den Kauf zur Auswahl.
Nun kommen wir zu den einzelnen örtlichen Regionen.
Finnmark und Troms
- Kostenlose Parkplätze zum Übernachten zu finden ist kein Problem, solange man kein Campingverhalten an den Tag legt.
- Entsorgungsstationen für das Wohnmobil sind immer wieder mal vorhanden, manchmal an Tankstellen oder Häfen. Mann muss sich vorgängig informieren und diese dann in die Route einplanen.
- Das Nordkapp zu besuchen ist ein schönes Erlebnis, aber ein teurer Spass. Da das Kap oft im Nebel liegt, lohnt sich vorgängig vielleicht einen Blick auf die 360° Webcam, (all 15 Minuten ein Live-Bild) welche man im Internet findet. Fussgänger und Radfahrer kommen ohne zu bezahlen zum Nordkapp. Die letzte offizielle Parkmöglichkeit ist etwa 6,5 km vor der Kasse.
- Die Sommertemperaturen können auch deutlich unter 10° sein.
- Die Mitternachtssonne kann man je nach Standort von ca. Mitte Mai bis gegen Ende Juli (z.B. am Nordkapp) sehen. Je südlicher, je kürzer.
- Immer wieder sind Rentiere, auch Herden, zu sehen.
- In Einkaufsläden gibt es vereinzelt Rentierfleisch – gefroren, oder in Wurst-Form – zu kaufen.
Insel Senja
- Sehr schöne Landschaft, im Norden bergig und auf der Südseite eher flacher.
- Weisse Sandstrände mit klarem Wasser
- Viele Wandermöglichkeiten
- Die Strasse ist nicht so breit und führt immer wieder durch dunkle enge Tunnels.
- Die Nebenstrassen sind häufig sehr schmal und die Tunnels noch enger.
- Das Freistehen ist nicht so einfach, denn das Platzangebot ist wegen der steil abfallenden Felswände zu den Fjorden hin beschränkt. Man findet hier nicht unbedingt die einsame Gegend.
- Parkplätze an Aussichtspunkten und Stränden sind eher klein und daher schnell voll. Daher ist es mit dem Wohnmobil nicht immer so leicht einen Parkplatz zu finden.
Lofoten
- Die E10 ist die Hauptdurchgangsstrasse bis zum äussersten Zipfel der Lofoten. Die Strasse wird bis zur Spitze immer enger, aber ist mit dem Wohnmobil gut zu befahren. Sie führt durch sehr schöne Natur, über Brücken und Tunnels von einer Insel zur andern. Schöne farbige Häuser auf Stelzen, schöne Häfen vor einer Bergkulisse – das sind die Lofoten.
- Wo es schön ist hat es Touristen, extrem viele Touristen und vor allem auch Wohnmobile, so dass auch mal ein Verkehrschaos entstehen kann. Wir haben schon selten so viele Wohnmobile gesehen. Wie man dieses Aufkommen an Touristen in Zukunft wohl in den Griff kriegt?
- Entlang der E10 ist freies Übernachten auf Park- und Picknickplätzen nicht mehr erwünscht. (Tafel)
- Es gibt nebst Campingpläzten auch offizielle Wohnmobilstellplätze, welche aber auch mal 28 Franken kosten können. Für unseren Campingplatz haben wir ohne Strom 30 Franken bezahlt.
- Entleerungsmöglichkeiten für die Wohnmobil-WC-Kassette gibt es auf einigen Rastplätzen. Ansonsten gibt es auch Versorgungsstellen mit Wasser und Abwasserablassmöglichkeit.
- Wo vor 4 Jahren noch parken mit dem Wohnmobil möglich war, ist zum Teil der Zugang gesperrt.
- Parkplätze sind sehr gut besucht und man muss damit rechnen, keinen Parkplatz bei Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkten, sehenswerten Orten oder bei Ausgangspunkten für Wanderungen zu finden. Je grösser natürlich das Wohnmobil, desto schwieriger. Es kann helfen früh am Morgen oder später am Abend unterwegs zu sein.
- Wer mehr Ruhe und die Landschaft mit weniger Autos und Touristen geniessen möchte, sollte die Lofoten nicht in den Sommermonaten besuchen.
Ihr lieben Nordländer Reiselustigen!
Endllich habe ich mir wieder ein paar Blogs zu Gemüte geführt. Eure Erlebnisse, so zahlreich, überraschend, frisch in diversen Variationen, ein Leben ohne Nächte, viele Orte um einfach zu sein und zu staunen (z.B. farbige Steine). Ursi, die Bilder sind so phantastisch und vermitteln ein a.o. Bild von den Lanschaften. Schade, dass die «vikingerischen» (Piraten) Methoden beim Parken und anderen Gelegenheiten fröhlich geübt werden!😝.
Weiterhin gute Reise, frohe Stunden mit, um und im Womo. Bhüet Euch Gott. Emil & Eliane.