Deutschland 2 – Im Spreewald

3. August – 6. August 2021

Bevor wir den bekannten Spreewald aufsuchen, unternehmen wir noch einen Abstecher in die Heimat meiner Mutter (Ursi). Zum ersten Mal sehe ich das leerstehende Haus im kleinen, einfachen Dorf Schöna, in dem sie aufgewachsen ist. Wir begrüssen ihren damaligen Spielkameraden und seine Frau. Ganz wehmütig erinnert er sich an diese Kinderjahre. Auch er ist nun 88 Jahre alt. Mit seiner Schwester und einem weiteren Verwandten war er zu DDR-Zeiten in der Familie meiner Mutter zu Besuch in der Schweiz. Sie waren 1988 Gast an unserer Hochzeit. Lachend erinnert er sich an die grossen Geschäfte in der Schweiz und was man da so alles kaufen konnte. Nach unserem Spaziergang durch das Dorf verlassen wir Schöna und fahren zum Schloss Fürstlich Drehna , welches heute ein Hotel beherbergt. Ein Spaziergang durch den Garten rund ums Schloss ist eine willkommene Abwechslung zum Autofahren.

Wir fahren weiter ins gut besuchte touristische Lübbenau. Hier auf dem Wohnmobilstellplatz einen Platz zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Schild weist schon vor der Einfahrt auf den voll belegten Stellplatz hin. Wir parkieren auf dem Parkplatz für Busse und Wohnmobile. Der Asphaltparkplatz lädt nicht zum Verweilen ein. Da das Bedürfnis gross ist noch draussen zu sein nehmen wir die E-Bikes hervor und suchen ein griechisches Restaurant auf. Auch dort ist alles ausgebucht und wir müssen ein anderes Lokal suchen. Auch beim nächsten Restaurant haben wir keinen Erfolg. Es geht nicht nur uns so, sondern auch andere hungrige Leute suchen nach einem freien Platz. Beim dritten Anlauf schaffen wir es und ergattern den letzten freien Tisch. Wir geniessen das Essen im Garten.

Am nächsten Tag erkunden wir die Gegend mit dem Velo. Es wimmelt nur so von Radwegen und ihren Benutzern. Wir folgen dem Gurkenweg, überqueren Holzbrücken, radeln im Wald an den schönen Kanälen und Sonnenblumenfeldern nach. Unterwegs stillen wir den Hunger mit einem feinen Dürüm und einem wunderbaren Glace zum Dessert. Ich habe von Urban’s Eiskaffee in Burg im Internet gelesen. Es werden neben Herkömmlichen auch ganz besondere Glacesorten, wie Gurkenglace, Milchreisglace, Himbeer mit rosa Pfeffer, angeboten. Jeder wählt 4 Kugeln aus und dazu entscheiden wir noch für die frischen Erdbeeren obendrauf. Mmh! Es schmeckt herrlich! Insgesamt haben wir 53 km hinter uns gebracht! Dank unseren frisch eingeweihten Velohosen bleiben die Po-Schmerzen im Rahmen. Wir fahren einen anderen Stellplatz in der Umgebung an und sind dankbar für das schöne Plätzchen, welches wir für die nächsten 2 Nächte finden.

Ein beliebter und schöner Ausflug im Spreewald ist eine Kahnfahrt in den Fliessen (Kanälen). Man kann aus verschiedenen Touren auswählen und wir wählen die lange 5 – stündige Tour inkl. einem Mittagshalt von einer Stunde. Sanft und still werden wir durch die Spree und deren Nebenarme geschippert. Die Kanäle sind auch beliebt für Kanufahrer, denn solche können gemietet werden. Mit einer Karte in der Hand wird gepaddelt, so dass man sich möglichst nicht verirrt in den zum Teil auch schmalen Kanälen. Ab und zu kommen uns auch Leute auf dem Stand up Paddling entgegen, aber an diesen hat unser Kahnfahrer nicht so Freude. Es wäre schade, wenn der «Wasserverkehr» immer mehr zunehmen würde. Die Fahrt durch die bewachsene Natur ist entschleunigend und gemütlich. Bewachsene Ufer, Pflanzen, welche bis ins Wasser reichen, viele Libellen mit blauschimmernden Flügeln, Enten und ans Wasser grenzende Spreewaldhäuser begleiten uns. Insgesamt sind wir etwa zu zehnt auf dem 9,5 m langen Kahn. Schleusen werden oft von Kindern bedient, die dabei ihr Sackgeld aufbessern. Manchmal steht ein kleines Zelt daneben, denn jeder will der erste am Morgen sein. So schlafen die Schlauen schon vor Ort, um früh da zu sein. Diese Kanallandschaft ist trotz Tourismus sehr schön. Wenn man alle Fliessen aneinanderhängen würde, wären es insgesamt 1200 km. Kaum zu glauben!  Die Landschaft hier ist geschützt und Naturschutzgebiet. Ein grosser Teil des Gebietes ist nicht zugänglich und dies ist sicher auch gut so.  Die alten Spreewaldhäuer sind aus dunklem Erlenholz und haben z.T. ein  Reetdach. Bekannt ist diese Region auch wegen der Gurken, welche frisch eingelegt in Holzfässchen oder in Gläsern überall verkauft werden. Die frischen Gurken eingelegt in Honig schmecken uns besonders gut.

2 Kommentare to “Deutschland 2 – Im Spreewald”

  1. Annette+Erich

    Liebi Ursi und Urs
    Danke, dass ihr eus mit dene tolle Fotene und dem churzwielige Reisebricht mitgnoh händ uf eui Tour. De Spreewald hät eus mit dene schmucke Hüsli und de verwunschene Wasserwäg grad au agmacht zum emal gah.
    Es liebs Grüessli
    Annette und Erich

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