Sardinien 1 – Meer und erste Offroad-Tour

Freitag, 1. Oktober 2021

Die letzten zwei Wochen waren mega streng. Urs hat viel gearbeitet und ich hatte in Haus und Garten viel zu tun. Vom Rasen mähen bis zu zig Kilos Früchte zu Gonfi und Kompott verarbeiten, war alles dabei. Die Haltevorrichtung für die Maxtrax wurde auch noch fertig gestellt und einige Tage getestet. Wegen der kaum von Auge sichtbaren Krümmungen der Scheibe war dies gar nicht so ein einfaches Unterfangen. Nach den letzten Anweisungen an die zu Hause arbeitenden Gärtnern, fahren wir bei kühlen 3,5° und Sonne los. In der Dorf-Bäckerei lachen uns noch einige Brötchen an und so ist auch für die Verpflegung gesorgt. Kaum 20 Minuten unterwegs, hüllt uns schon der Nebel ein. Nebst der Temperatur nochmals ein Zeichen für den nahen Herbst. Die Wolken begleiten uns bis weit in den Süden. Ohne Stau kommen wir durch den Gotthardtunnel und weiter bis nach Chiasso. Mit dem ausgefüllten Italien-Einreiseformular und dem Antigentest in den Händen passieren wir die Grenze. Unsere Einreise scheint niemanden zu interessieren. Mit dem Fahren wechseln wir ab, denn wir sind beide ziemlich müde. Nach der Abzweigung bei Milano Richtung Parma, geht’s weiter voran auf der dreispurigen Autobahn. Irgendwann übernehme ich wieder das Steuer und Urs schläft wieder. Wir biegen bei Parma ab Richtung La Spezia. Auf dieser Autobahn hat es merklich weniger Verkehr. Sie ist kurvig, führt durch die Hügel und hinab Richtung Meer. So kommen wir nach Viareggio in der Toskana. Hier am Strand kann man jetzt im Herbst kostenlos parkieren. Nach einem kurzen Gespräch mit einem deutschen Paar über unsere Solaranlage, nehmen wir die wenigen Meter zum Strand unter die Füsse. Die privaten Strandabschnitte mit Sonnenliege- und Sonnenschirmvermietungen haben schon winterdicht gemacht und somit ist der ganze Strand frei zugänglich.

Wieder zurück beim Auto essen wir eine Kleinigkeit und währenddessen kommt ein Mann auf uns zu und fragt ziemlich aufgelöst, ob wir beobachtet haben, wie sein Roller gestohlen worden sei. Wir müssen leider verneinen und er fragt andere Leute. Solche Dinge tun einem leid. Um 18h40 Uhr fahren wir ab. Um 20h sollten wir bei der Fähre sein, welche um 21h den Hafen verlassen wird. Für die Fahrt brauchen wir noch ca. 1 Stunde, also haben wir noch ein bisschen Luft. Die Luft brauchen wir! Da wir das Navi auf «ohne Zahlautobahn» eingestellt haben, kommen wir durch Pisa. Diese gute Idee entwickelt sich bald zu einer weniger guten Idee. Wir werden beide ein wenig nervös, denn in der Schlange stehend kommen wir unserem Ziel Livorno nicht näher und das Schiff wird definitiv nicht auf uns warten. Wir können nichts mehr ändern und schnell wird beim Navi wieder die «Mautstrassen» aktiviert. Langsam geht’s voran und unsere Nerven werden ein bisschen auf die Probe gestellt. Trotz dem Verkehrt um diese Zeit, erreichen wir noch 10 Minuten zu früh den Hafen und stellen uns in die Reihe. Es sind alle Autos erst am Ankommen. Unser Ticket wird kontrolliert und wir bekommen die Kabinennummer. Sowohl das Zertifikat vom Covidtest, wie auch das PLF-Formular ist nicht interessant. Wir werden nur gefragt, ob wir einen «Green Pass» hätten. Wir nicken, werden durchgewunken und verschwinden im Bauch der Fähre. Draussen ist es bereits dunkel, aber wir stehen noch eine Weile an Deck und beobachten unsere um 30 Minuten verspätete Abfahrt nach Sardinien. Wegen der kühlen Klimaanlage krieche ich mit dem Fasi ins Bett und Urs deckt sich bis zur Nasenspitze mit dem Leintuch zu. Da wir so müde sind, können wir recht gut schlafen.

Samstag, 2. Oktober 2021

Pünktlich um 6h kommt der Weckaufruf der Schiffsmannschaft. Man wird förmlich aus den Kabinen getrieben. Sie wollen schnellstmöglich wieder alles sauber machen und die Betten frisch beziehen. Wir stehen auf und gehen an in den Aussenbereich. Die Luft ist warm, der Himmel blau und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Kurz vor Sonnenaufgang treffen wir in Sardinien ein. Um 7.20 Uhr sind wir ohne Formulare zu zeigen draussen. Unsere Freunde Annette und Erich sind mit ihrem Bimobil bereits seit wenigen Tagen in Sardinien und erwarten uns. Wir fahren an der Ostküste südlich und etwa 50 Minuten später sind wir bei ihnen. Nach der fröhlichen Begrüssen essen wir das Müsli, welches Annette für uns alle vorbereitet hat. Wir verbringen den Morgen mit Plaudern. Die neusten News werden ausgetauscht und dann besprechen wir unseren Reiseverlauf. Im Laufe des Nachmittages kommt die Sonne wieder und wir machen uns auf zu einem der drei kleinen Strände, die malerisch zwischen «roten» Seinen liegen. Vor allem die dritte Bucht ist besonders schön.

Das Baden macht Spass und Annette sieht Fische mit dem Schnorchel und Taucherbrille. Wenn man im Wasser ist, ist es nicht kalt. Erich hält die Stellung an Land, während Annette, Urs und ich das Baden im Meer geniessen. Den restlichen Tag verbringen wir mit Lesen, dösen und Plaudern. Nun meldet sich der Hunger und ich mache einen Teig für Speckwaffeln und süsse Waffeln. Auf uns wartet also ein feines Waffelessen. Mit der Milch muss Annette aushelfen, denn unsere Milch ist im Kühlschrank eingefroren. Auch das Backpulver kann ich momentan in unserer kleinen Küche nicht finden. Aber Freunde können immer aushelfen! Wir lassen es uns schmecken.

In der Dämmerung kommen die Quälgeister mit Namen «Mücken» in Scharen auf uns los und wir müssen uns immer wieder fuchtelnd und schlagend verteidigen. Zum Glück gibt’s das rote Fläschchen Antibrumm. Mit Freunden mit viel Wasservorrat und Warmwasser unterwegs zu sein hat auch einen Vorteil! So kümmert sich Annette um den Abwasch, während wir unseren Cali vom kontrollierten Chaos der Essenzubereitung aufräumen. Da wir müde sind, verabschieden wir uns bald und sind froh, bald schlafen zu können.

Sonntag, 3. Oktober 2021

Nach einer guten Nacht wecken uns die ersten Sonnenstrahlen. Wir stellen die Stühle und das kleine Tischen mit dem Kocher für den Tee, auf den Sand an der ersten Bucht. Die Sonne strahlt warm vom Himmel und es ist herrlich! Wir beobachten einen Vogel, welcher mit einer beachtlichen Geschwindigkeit im Wasser hin und her schwimmt und nach Fischen jagt. Gemütlich verbringen wir den Morgen am Strand mit Lesen und Tee trinken.

Nach dem Abwaschen und Aufräumen entscheiden Urs und ich uns nochmals für ein Bad im Meer. Unsere Freunde verlassen den Platz, um noch einkaufen zu könnnen Wir werden uns später an der Panoramastrasse im Monte Albo Gebirge treffen.

Das Bad macht Spass und das Wasser erscheint uns wärmer als gestern. Heute haben wir die neue GoPro dabei und sie wird somit das erste Mal im Wasser getestet. Mit der Kamera in der Hand stehe ich einige Meter von Urs entfernt. Er wirft mir eine der beiden Schwimmnudeln zu. Sie berührt meinen Kopf und spickt weg von mir. Urs hat nicht gedacht, dass sie so weit kommt. Herrenlos geniesst die Schwimmnudel ihre Freiheit und lässt sich freudig vom Wasser in die Ferne treiben. Ich versuche ihr nachzuschwimmen, aber mit der GoPro in der Hand ist dies ein schwieriges Unterfangen. Urs macht sich mit seiner Schwimmnudel auf den Weg und gibt alles. Wie wenn die davongleitende Schwimmnudel es spüren würde, treibt sie weiter weg und ich sehe sie schon als verloren. Urs gibt noch nicht auf und schwimmt ihr in kraftvollen Zügen nach. Endlich kann er sie fassen, ist aber gerade ein bisschen ins Atmen gekommen. Sein Oberarmtraining hat er somit für Heute auch absolviert!

Es ist nun 14h30 und wir fahren südwärts Richtung Siniscola. In einer Kurve beginnt unsere Offroadstrecke zur Panaromastrasse beim Monte Albo. Wir lassen die Luft aus den Pneus, denn der Einstieg sieht für eine «blaue Tour» doch schon ziemlich happig aus. Wir spulen sogar durch und es geht in steilen Serpentinen hoch. Für Forsters Auto wäre es hier zu eng und die Bäume zu niedrig. Wir geniessen die Fahrt und machen einige Fotos. Die Strecke ist nur 4,5 km lang, aber wir brauchen länger als die angegebenen 20 Minuten.

Bald geht’s durch ein Tor, dann kurz steil hinab zur Panoramastrasse. Unsere Freunde sind noch nicht da und Urs pumpt die Räder auf. Von weitem sehen wir ein Bimobil und dies müssen Erich und Annette sein. An einer Quelle füllen wir noch unsere Wassertanks. Da unser VW-Bus-Tank viel schneller voll ist als der vom grossen Bimobil, fahren wir schon mal los und halten nach einem geeigneten Übernachtungsplatz Ausschau. Da es auf der Krete der Panoramastrasse so stark windet, fahren wir weiter und werden unterhalb der Strasse fündig. Eine deutsche Familie steht schon da und wir kommen miteinander ins Gespräch. Wir stellen uns dazu. Wir geniessen noch die letzten Sonnenstrahlen und lesen in unseren Büchern. Annette kocht im Anschluss ein feines Abendessen! Wir laden uns bei Forsters im Auto zum Essen ein, denn der Wind bläst doch ziemlich heftig. Ein Wetterumschwung ist im Anmarsch. Meine Mutter warnt uns per Whatsap vor heftigen Stürmen in Sardinien, denn diese Info hat sie aus den Nachrichten. Um 22.30 Uhr kuscheln wir in unserem Cali. Der Wind rüttelt am Aufstelldach, aber wir schlafen oben und hoffen, dass der Wind nicht noch mehr zunimmt und wir mitten in der Nacht das Dach schliessen müssen.

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