Montag, 11. Oktober 2021
Auch heute Morgen nutzen wir die gute Verbindung und arbeiten nochmals an der Webseite. Nach einem Frühstück, mit auf dem Platz bestellten Brötchen, baden wir wieder im Meer. Es ist herrlich und macht Freude. Im Anschluss heisst es Duschen und Aufräumen und nach 16h verlassen wir den Platz. Im nahen Villaputzu entdeckt Urs beim Durchfahren eine Gelateria. Dies lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Jeder wählt aus dem grossen Sortiment vier Kugeln und dann lassen wir es uns draussen an einem Tischchen schmecken.
In Muravera füllen wir das Auto mit Lebensmittel, danach heisst es Stellplatz suchen. Dies ist heute gar nicht so einfach. Wir fahren einige Plätze an, aber entweder hindern uns Verbotstafeln oder andere Camper, die schon da sind. Im Süden Sardiniens ist das Freistehen an der Küste nicht so einfach. Auf vielen Tafeln ist das “Campieren” verboten. Für uns VW-Busfahrer ist das «Draussensein» aber wichtig, da wir innwendig nicht so viel Platz haben und auch gerne draussen kochen. Auch ein ausgefahrenes Aufstelldach kann schon als Camping angesehen werden. Im Wohnmobil hat man mehr Platz und es muss auch kein Dach zum Schlafen ausgefahren werden. Ausserdem sind wir nicht gerne im Auto, wenn es draussen so schönes Wetter ist. Es wird bald dämmern und wir sind immer noch am Suchen. Dies gehört zu den Schattenseiten des freien Wohnmobillebens. Während wir abermals in ein schmales Strässchen Richtung Meer einbiegen, fragt Annette bei einem geöffneten Campingplatz nach einem freien Platz. Es entpuppt sich beides als erfolglos. Wir kommen noch mit einem Schweizerpaar kurz ins Gespräch. Von ihnen bekommen wir noch einen Übernachtungstipp bei einem Aussichtspunkt an der Strasse, mit schönem Blick auf das Meer. Dies wäre die Notlösung. Wir finden aber einen Platz, auf dem das Campieren zwar auch verboten ist, aber zum Schlafen gibt es wenigstens genug Platz. Es sind auch schon einige andere Wohnmobile da. Das Meer ist nicht weit und wir werden mit einem sehr schönen, intensiven Abendrot begrüsst. Der Hunger meldet sich und Urs brutzelt unsere Steaks auf der Grillpfanne vor dem Cali. Ich bereite einen guten Zucchetti-Kartoffelauflauf im Omnia-Backofen zu. Schön, dass wir heute bei unseren Freunden essen können. Mit einer fröhlichen Plauderrunde lassen wir den Abend ausklingen.
Dienstag, 12. Oktober – Donnerstag, 14. Oktober 2021
Die Sonne scheint und der Himmel ist wolkenlos. Heute verspricht ein guter Badetag zu werden. Sollen wir hier baden und uns dann eher im Auto aufhalten, oder versuchen einen Campingplatz zu finden?
Urs und ich entscheiden uns heute Morgen den uns bekannten Campingplatz “Capo Ferrato” anzufahren. Vielleicht haben wir Glück und es hat Patz für uns. Erich und Annette möchten hier stehen bleiben, da sie arbeiten müssen. So verabschieden wir uns für die nächsten 1- 2 Tage. Wenige Kilometer entfernt liegt der schöne Campingplatz mit einem wunderbaren Sandstrand. Wir waren vor sechs und acht Jahren schon einmal hier. An der Rezeption werden wir überaus freundlich begrüsst und auf unsere Frage nach einem Platz für einen VW-Bus meint der Mann: “Tutto pieno, ma per un bus….magari possibile…!” (Alles voll, aber vielleicht für einen Bus…) Er möchte uns den Platz zeigen, denn er liegt zwischen Bäumen und die Durchfahrt könnte eng werden. Wir sollen selbst entscheiden, ob es geht. Es heisst für uns: Diesen Platz oder keinen Platz! Momentan steht noch ein Bündner auf dem Platz, aber dieser ist am Zusammenpacken. Urs und ich begutachten die Enge und denken, dass es passen wird. Wir checken ein und dürfen in einer Stunde wieder kommen. Urs und ich nutzen diese Stunde, um unsere Wohnbatterie beim Fahren aufzuladen. Der Küste entlang fahren wir südwärts und finden auch den Aussichtspunkt und Übernachtungstipp von den Schweizern.
Nach einer Stunde kehren wir auf den Campingplatz zurück und zirkeln durch die Bäume auf unseren Stellplatz. Wir müssen ein paar Mal vor- und zurücksetzen, bis wir richtig im Platz stehen. Schnell sind wir eingerichtet. Das Wetter ist wunderschön und bevor wir den Strand aufsuchen, reservieren wir uns noch einen Platz für heute Abend im Restaurant. Morgen Abend findet ein sardischer Abend im Restaurant statt, den wir auch gleich reservieren. Jetzt kann uns niemand mehr aufhalten und mit Schnorchel und Taucherbrille ausgerüstet erkunden wir den Strand. Zum Schnorcheln eignen sich die wenigen Hundert Meter nahen Felsen am besten. Da der Wind bläst, gibt es recht Wellen und dies macht das Schnorcheln nicht so einfach. Urs versucht sein Glück und sieht auch Fische. Diese mit der GoPro zu filmen ist nicht so einfach. Auch ich mache mich auf, um die Fische zu sehen. Da der Schnorchel nicht so mein “Ding” ist, tue ich dies nur mit der Taucherbrille. Es ist etwas Besonderes die Fische im Wasser zu beobachten. Genug vom Tauchen kehren wir zu unserem Campingstrand zurück und geniessen noch das Baden in den Wellen.
Nach der warmen, komfortablen Dusche fühlt man sich frisch und sauber. Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Schatten unseres Platzes. Am Abend erfreuen wir uns an einer wunderbaren Pizza im ausgezeichneten Restaurant. Als Verdauungsspaziergang dient ein Rundgang auf dem Campingplatz. Schön, wie die mehrheitlich Schweizer und Deutschen die Ferien auf dem Campingplatz geniessen. Der Platz ist absolut voll mit Wohnmobilen, Wohnwagen und Zelten. Junge Leute, Kinder, Surfer, ältere Leute, Töfffahrer, Offroader, Velofahrer und Hunde geniessen hier ihren Aufenthalt. An vielen Markisen hängen Lämpchen, welche eine angenehme und heimelige Stimmung verbreiten.
Am nächsten Tag ist das Wetter nicht so gut. Der Himmel ist meist bedeckt und der Wind bläst zur Freude der Surfer, heftig. Wir nutzen den Morgen, um im 500 m entfernten Dorf einer der drei Bankomaten aufzusuchen. Mit einem Plan der Rezeption in der Hand klappern wir alle ab. Der Erste sieht eher nach einem Lottospielautomaten aus, der Zweite funktioniert nicht und erst beim dritten Automaten bekommen wir unser Geld. Wir müssten heute Abend unser sardisches Menu bezahlen können. Der Kellner hat uns gestern gesagt, dass es oft mit der Karte funktioniert, aber bei Regen weniger und bei Sturm noch weniger. Sicher ist sicher und wir haben nun Bargeld. Um die Mittagszeit kommt die Sonne hinter den grauen Wolken hervor und taucht das Meer in ein wunderbares Licht. Was für ein Glück, dass wir in genau dem Augenblick am Strand sind
Der Sand peitscht ins Gesicht und wir kehren zu unserem Auto zurück. Sollen wir heute noch baden? Irgendwie wäre es cool, aber bei 18,5° Temperatur und Wind ….hmm, dies ist doch ein bisschen kühl. Wir können dieser Idee nicht widerstehen und setzen unser Vorhaben in die Tat um. Wie kann es anders sein, aber wir sind die Einzigen in Badeeinigehosen am Strand und im Meer sind nur die Surfer in ihren Anzügen zu sehen. Spaziergänger sind mit langen Hosen und Jacken gekleidet. Eine Schweizerin haben wir sogar mit einer Mütze gesehen. Mit dem Wasserthermometer in der Hand springt Urs heroisch ins Wasser. Wieviel Grad das Wasser wohl hat? So warm haben wir das Wasser im Herbst in Sardinien noch nie empfunden. Und es ist tatsächlich noch 22° warm. Also bedeutend wärmer als die Luft und dies lässt uns länger im Wasser verweilen als ursprünglich gedacht. Es beginnt immer mehr zu regnen und wir verlassen das Meer. So was Verrücktes zu tun, macht uns viel Spass!
Im Anschluss geniessen wir die warme Dusche in vollen Zügen! Der Regen hat wieder nachgelassen, aber zum Aufwärmen fühlen wir uns nun im warmen Auto pudelwohl. Wir spielen ein Yazee nach unseren eigenen Regeln. Jede Reihe des Zettels wird ausgefüllt und damit sind wir bis zum Abendessen beschäftigt.
Pünktlich um 18h30 sind wir im Restaurant und bekommen unseren Tisch. Bis auf wenige Plätze ist alles besetzt. Wir dürfen nun einen 5-Gänger mit sardischen Spezialitäten geniessen. Zur Vorspeise gibt es Käse und Wurst aus Sardinien, “Panada” eine Art Gemüsetorte, “Prazzida” ein Zwiebelbrot und sardische Oliven. Dann folgen zwei Gänge, “Culurgionis” mit Kartoffeln, Schafskäse und Minze gefüllt und typische Nudeln mit Tomatensauce. Im Anschluss wird ein Teller mit gegrilltem Spanferkel und Bratkartoffeln serviert. Zum Dessert gibt es feine Küchlein. Der Campingplatz wurde dieses Jahr als einer der Top 10 Campingplätze in Italien mit dem besten Restaurant ausgezeichnet. Die Qualität, die Auswahl der sardischen Weine von ausgewählten, kleinen lokalen Produzenten machen das Restaurant besonders. Unser ausgewählter Wein ist auch wirklich sehr gut. Urs schliesst das schöne Essen mit einem Grappa und einem dazu servierten Orangenschnitz mit Schokolade und ich mit einem Mirto ab. Schön, dass wir hier sein dürfen!
Nach einem gemütlichen nächsten Morgen räumen wir zusammen. Wir hören das Meer rauschen und sehen durch die Bäume, dass die Wellen für ein Mittelmeer wieder ziemlich stark sind. Wir lassen es uns nicht nehmen, nochmals einen kurzen Strandbesuch zu unternehmen und das wellige Meer zu beobachten und zu filmen.
Nun verlassen den Campingplatz. Wir werden bei einem weiteren Sardinienbesuch sicher wieder einmal hierherkommen. Unsere Freunde treffen wir auf ihrem Übernachtungsplatz. Wir besprechen die weitere Route und es geht der Küstenstrasse entlang Richtung der Hauptstadt Cagliari. Da die Küstenstrasse sich oberhalb der Küste entlangschlängelt, ergeben sich immer wieder schöne Blicke auf das Meer. Wir passieren Cagliari direkt am Meer, dem Hafen und an den Salztümpeln und flachen Seen entlang. Flamingos suchen in diesen flachen Gewässern nach Essbarem. Leider liegt am Strassenrand viel Abfall herum, dass die Idylle ziemlich stört. Wir können nicht verstehen, dass man seinen Müll einfach so auf die Strasse wirft.
Wir folgen der Küstenstrasse in den südlichsten Zipfel von Sardinien nach Pula. Hier suchen Urs und ich noch ein paar mögliche Übernachtungsmöglichkeiten auf. Es findet sich nichts Ideales für unsere zwei Fahrzeuge. Entweder geht’s wegen der Höhe nicht, oder wegen der Verbotsschilder. Wir fahren somit den uns bekannten Stellplatz am Chia-Strand an und hoffen, dass der Platz auch Mitte Oktober noch offen hat. Es stehen noch etliche Fahrzeuge hier und wir suchen uns einen Platz aus. Wo der möglichst sonnigste Platz ist, werden wir erst am Morgen wirklich sehen. Im Herbst ist man froh um die Sonne und die Wärme. Auch heute essen wir draussen mit unseren Freunden etwas Feines zum Znacht. Urs ist müde und meint: “so jetzt isch es höchschti Ziet für is Bett.” Wir schauen auf die Uhr und stellen überrascht und lachend fest, dass es erst 20h45 ist. Wir sind uns einig, dass wir es also schon noch bis mindestens 21h aushalten müssen. Um 21h12 heben wir aber endgültig die Tafel auf und gehen bald ins Bett.
Freitag, 15. Oktober 2021
Heute Morgen bin ich früh wach und schreibe an meinen Berichten. Wir verbringen einen gemütlichen Morgen mit “Zmorge ässe” auf dem Stellplatz gegenüber in der Sonne. Unser Auto richten wir der Sonne aus, denn so wird unsere Solaranlage unserer Batterie Gutes tun. Gegen Mittag machen wir uns auf zum ca. 600 m entfernten super schönen und feinen Sandstrand. Der Chia-Strand ist bekannt und beliebt. Es lässt sich wunderbar, im noch ziemlich warmen Wasser, baden. Schön, wenn man nicht so schnell friert und lange im Wasser bleiben kann. Urs startet wieder einmal einen Rettungseinsatz, um einen davonschwimmenden Schwimmring von Kindern zu retten. Dies erinnert uns an die davontreibende Schwimmnudel zu Beginn der Ferien. Ich geniesse das Baden im Meer in vollen Zügen!
Wieder zurück machen wir uns einen Zvieri mit Guetzli, Kaffee und Tee. So vergeht der restliche Mittag wie im Flug. Am Abend gibt es bei unseren Freunden und uns Fachitas. Wir montieren eine Lichterkette am Auto und Urs wärmt im Kocher neben sich eine Fachita nach der anderen. Das gemütliche Essen und die Gemeinschaft geniessen wir alle! Um 22h ist es immer noch 19° warm und das ist herrlich. Gemeinsam mit mehr als dutzend Fliegen verbringen wir eine gute Nacht.
… wir gehen oft auch schon um halb-acht schlafen…☺️
Hey, Ihr habt richtig Vortschritte mit Selfys gemacht, das sieht toll aus!!!
Ja, dieser CP ruft gute Erinnerungen auf… war eine sehr schöne Zeit vor 6 Jahren. (das waren die Kinder noch so klein und artig)😳😂😅
Weiter viel Freude!!!
Kommentar vode Livia: «Sprachlos abem früehne Is-Bett-goh. Das macht sus nur min Ehemaa!» 🙂
Liebi Grüess und gnüsseds!