Österreich 2 – Besuch der Stadt Graz

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Die erneute Schlechtwetterfront ist eingetroffen. Es regnet in Strömen und dies wird sich heute auch nicht gross verändern. Um 12.30 Uhr verlassen wir den Parkplatz. Auf Landstrassen und über einen Pass kommen wir nach Gosau. Die Gegend wäre sehr schön, aber in diesem Regenwetter sieht man nicht sehr viel davon. Wir finden den avisierten Gasthof Echo erst beim zweiten Anlauf. Eigentlich gibt es eine gute Beschilderung, aber wir meinen das Navi weiss es besser und folgen ihm. Nahe an Häusern geht’s das Strässchen entlang und irgendwann kommen wir nicht mehr weiter. Das kann doch nicht sein und Urs muss rückwärts zurückfahren. Zum Glück haben wir vor einer Weile Fahrerwechsel gemacht. Ich spüre doch im Innersten, wann der Fahrerwechsel angebracht ist. Nun hoffen wir auf einen Platz für ein feines Abendessen. Leider ist alles voll und das ist schade. Diese Wildwoche ist anscheinend sehr beliebt.

Wieder über den Pass und durch ein Tal kommen wir zur Autobahn, welche uns nach Flachau führt. Auf der Strasse liegt viel Wasser und das Fahren ist eher mühsam. Es hat den ganzen Tag über geregnet. In einem der Stellplatz-App haben wir hier von dem Restaurant Jagdhaus mit Stellplatz gelesen. Wir entdecken am Flussufer schnell die WoMos und stellen uns dazu. Es ist nun 18.20 Uhr und um 18.30 Uhr begeben wir uns ins Restaurant. Hier gibt es kein Platzproblem und wir bestellen uns ein Abendessen, welches uns aber nur mittelmässig schmeckt.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Unser nächstes Ziel ist die Lurgrotte in Peggau, welche aber heute zu wenig Besucher für eine Führung zusammenbringt. Somit fahren wir bis nach Graz. Auf diese Stadt freuen wir uns. Auf dem stadtnahen Stellplatz hat es genug Platz und wir dürfen uns einen Platz aussuchen. Wo es wohl die meiste Sonne hat? Sie scheint noch ein bisschen, aber wir machen uns auch über den Sonnenstand am nächsten Morgen Gedanken. Wir wählen den Platz 181 in der Meinung eine gute Wahl getroffen zu haben. Schnell sind die Stühle draussen und wir machen es uns mit dem Tolino bequem. Da unser Platz im Schatten liegt, stellen wir die Stühle auf eine andere Parzelle.

Nun wird es Abend und kühl. Ich koche uns etwas Gutes und so ist es schön heimelig im Wohnmobil. Wir haben Strom genommen und lassen das Heizöfeli laufen. Wir geniessen das Unterwegssein und sind gespannt auf die Stadt Graz. Das Wetter war heute besser und sollte immer besser werden.

Freitag, 11. Oktober 2019

Uns wurde ein Stadtplan von Graz und ein Büchlein in die Hand gedrückt. Ich studiere die Unterlagen und freue mich auf den Stadtbesuch. Hoffentlich geht dies für Urs. Wir lassen uns Zeit und verbringen einen schönen ruhigen Morgen, ganz ohne Sonne auf unserem Platz. Diese ist an einem ganz anderen Ort aufgegangen, als wir uns ausgedacht haben. So kann man sich täuschen. Der Platz 181 ist sehr wahrscheinlich der schattigste Platz im Oktober.

Mit dem Bus 32 fahren wir 20 Minuten in die Innenstadt. Ausgerüstet mit Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten machen wir uns auf den Weg. Wir schlendern eine autofreie Gasse hinauf und bestaunen die alten herrschaftlichen Häuserfassaden. In der alten Traditionsbäckerei Edegger-Tax gibt es feines zum Zvieri und wir kaufen uns ein Stück Kuchen und ein Kaiserdessert.

Auf einer Bank geniessen wir die Süssigkeit. Urs bleibt sitzen und ich sehe mir die Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Umgebung an. An der Hofgasse bindet sich der Eingang zur Burg und wenn man durch den ersten Hof geht kommt man zur Doppelwendeltreppe. Dies ist eine Steinmetzkunst aus dem Jahre 1499. Diese Treppe sieht gut aus und man hat einen schönen Blick auf den Hofplatz. Nun ganz zielgerichtet und auf direktem Weg schauen wir zusammen noch den Dom und das Mausoleum an. So geht es für Urs einigermassen. Beim Färberplatz trinken wir in einem Restaurant etwas Warmes. Anschliessend fahren wir mit dem Tram zur Schlossbergbahn. Das Laufen auf den Hügel wäre für Urs zu viel und so kommt uns die kurze Fahrt mit der Bahn gelegen. Vorbei an der Kanonenbastei und der Stallbasteikommen wir zum chinesischen Pavillon. Auch von hier sieht man schön die Altstadt. Dann stehen wir beim Uhrturm, dem Wahrzeichen der Stadt. Von hier kann man einen wunderbaren Blick auf die roten Dächer der Altstadt sehen. Ein Rosengarten vor dem Turm gibt ein schönes Fotosujet ab.

Der Turm ist 28 m hoch und stündlich um die volle Stunde schlägt seit 1712 die Uhr. Die heutige Gestalt erhielt der ursprüngliche mittelalterliche Wehrturm um 1560. Ebenso den markanten hölzernen Laufgang für die Feuerwache. Drei Glocken läuten vom Uhrturm und drei Wappen zieren die Wände. Wir sitzen mit etlichen anderen gemütlich in der Sonne, lassen die Beine bambeln und geniessen die letzten Sonnenstrahlen.

Wir machen uns auf den Weg in die Stadt. Eigentlich gibt es einen Lift oder eine Rutschbahn, aber beides finden wir nicht und kommen automatisch auf den steilen Treppenweg, den wir vom Tram gesehen haben und keinesfalls nehmen wollten. Nun sind wir da und steigen hinunter in die Stadt. Urs hält sich tapfer, spürt seine Knie dann aber doch ziemlich stark. Es wird langsam dunkel und wir machen noch ein paar schöne Aufnahmen von Graz by night. Der Bus bringt uns wieder zurück auf unseren Stellplatz. Die Stadt Graz hat uns sehr gut gefallen und ist sicher einen Besuch wert.

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