13. – 15. November 2020
Über Zurzach, Brugg geht’s auf die Autobahn, dann fahren wir über Schöftland, Sursee Richtung Luzern und über den Brünig. Es ist schon länger dunkel, aber wir kommen gut voran. Das Wetter war heute super und sollte die nächsten Tage auch so bleiben. Vorgängig habe ich zwei Parkplätze für eine eventuelle Übernachtung herausgesucht. Es ist in der Interlaken-Region nicht einfach, einen Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Mehrheitlich ist es leider verboten. Wir sind froh, dass wir fündig werden und so verbringen wir eine angenehme Nacht. Eigentlich sind wir doch mittlerweile erprobte Camper, doch auch uns kann es passeiere, dass das Gas ausgeht. Beim Cali hält die Gasflasche für das Kochen so lange, so dass es zu solchen Überraschungen kommen kann. So werden wir dann zum Kochen unseren Outdoor-Kocher benützen müssen. Wir schlafen im unteren Bett, denn der neue Tooper lockt! Wir müssen doch unsere neue Errungenschaft ausprobieren.
Um 6.20 Uhr klingelt der Wecker 20 Minuten später sind wir aus den Federn gekrochen. Es ist nicht weit bis zur Schilthornbahn in Stechelberg. Auf einem grossen Parkplatz stelle wir unser Auto ab und lösen ein Kombiticket mit Bahn hin- und zurück inkl. einem James Bond-Brunch. Da ich noch einen Gutschein habe, lösen wir diesen mit Freude ein. Den Platz im Drehrestaurant mussten wir schon von zu Hause aus reservieren. Mit der Gondel erreichen wir den autofreien Ort Mürren, danach geht’s nach dem Umsteigen weiter hinauf nach Birg. Alles liegt noch im Schatten, aber bald kommt die Sonne über die Berge. In Birg geniessen wir die Aussicht auf die Berge und das Schilthorn und sehen auch bald den Trail im Felsen. Diesen kurzen Weg in der Steilwand möchten wir dann am Nachmittag besuchen.
So nehmen wir die übernächste Bahn, welche uns auf den Gipfel bringt. Wow, die Sonne kommt soeben über die Berge und die fantastische Sicht freut uns sehr. Wir haben einen prachtvollen Tag erwischt! Die Zuschauerterrasse haben wir praktisch für uns alleine. Dies ist herrlich! Von allen Seiten geniessen wir die Aussicht.
Pünktlich um 9.30 Uhr geht’s hoch ins Restaurant. Eigentlich kann man nur ab 4 Personen einen Fenstertisch reservieren, aber heute mit so wenig Besuchern bekommen wir auch einen Fensterplatz. Herrlich! Wir dürfen uns 90 Minuten lang vom feinen Büffet bedienen und beim Essen die wunderschöne Landschaft langsam an uns vorüberziehen lassen. Vom Lachs, Aufschnitt, Suppe, Rösti, Speck bis zum Müsli, Joghurt, Fruchtsalat, Zopf, Brot, Gipfeli, Laugengipfeli gibt es alles. Die Zeit vergeht wie im Flug.
Nun nehmen wir uns nochmals Zeit die Besucherterrasse zu besuchen und auch die Aussenplattform auf der anderen Seite des Restaurants. Nun sind die Klassiker der Berge schön zu sehen und zu fotografieren. Man hat wohl von keinem anderen Ort so einen schönen Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau.
Wir besuchen das James Bond Museum und dies ist spannend. Man bekommt Hintergrundinfos zum Dreh des Filmes. Viele Fotos und Interview können gesehen und gehört werden. Ein Teil des eingesetzten Hubschraubers ist ausgestellt und wir setzen uns hinein. Mit Helilärm «fliegt» man Richtung Schilthorn, so wie im Film.
Jetzt ist es für uns Zeit nach Birg zu fahren. Hier machen wir uns auf den Thrill Walk, den 200 m langen Felsenweg. In luftiger Höhe schmiegt sich die Stahlbau-Konstruktion dem Felsen entlang, schwingt sich dann unter der Aussichtsplattform und der Luftseilbahn hindurch und endet unterhalb der Bergstation. Verschiedene zusätzliche Elemente wie ein Kriechtunnel, Glasboden, ein Seil oder ein Viehrost verleihen dem prickelnden Abenteuer zusätzliche Spannung. Nach einem letzten Blick auf die majestätischen Berge Eiger, Mönch und Jungfrau fahren wir mit der Seilbahn wieder nach Stechelberg.
Die Suche nach einem offenen Campingplatz bleibt erfolglos und so fahren wir zum Gurnigelpass. Es geht ziemlich steil hinauf auf 1600 m. Die Gegend gefällt uns sehr gut und wir machen es uns gemütlich. Da wir kein Gas mehr haben, kochen wir uns einen feinen Risotto vor dem Auto auf unserem Kocher. Am nächsten Morgen freuen wir uns an der schönen Aussicht und der Ruhe.
Nun haben wir Lust auf eine kleine Wanderung. Der Wanderweg gleicht einer Ameisenspur, denn dieses Novemberwetter lockt viele hinaus. Auch wir folgen dem Strom mit dem Unterschied zu den andern, keinen Rucksack und Wanderkleidung zu haben. Dennoch kehren wir erst in 1 ½ Stunden wieder zurück. Immer mehr des Weges liegt auf unserem Rückweg in der Sonne, denn sie kommt immer mehr über die Bergspitzen.
Nun haben wir Hunger. Hinter unserem Auto stellen wir unseren Tisch auf und schnell ist ein Waffelteig zubereitet. Auf der Wiese hat es sich auch eine Frauengruppe mit einem Jass gemütlich gemacht. Es sieht gemütlich aus. Wir lassen uns das Waffelessen schmecken und sind einfach zufrieden und glücklich!
Um 14.25 Uhr fahren wir los und auf der gleichen Seite wie gestern geht’s den Pass hinab. Es ist steil und wir stellen fest, dass über 10 km lang das Durchschnittsgefälle 8 % ausmacht. Rüti liegt noch auf 848 m. Um 15.05 Uhr sind wir in Steffisburg. Spontan statten wir Urs Schwester und ihrem Mann einen Besuch ab, bevor wir an einem schönen Plätzchen eine letzte Nacht verbringen.