GR 2 – Eine Seereise

Samstag, 16. April 2022

Ganzer Tag auf See. Entspannung ist eigentlich angesagt, doch diese will sich nicht so recht einstellen. Angefangen hat es eigentlich bereits gestern, oder genauer gesagt acht Tage zuvor. Da kammen die ersten Verspätungsmeldungen rein und die Abfahrtszeit unserer Fähre wurde 2x verschoben. Anstelle ursprünglich um 19:30 Uhr abzulegen endete die Verschiebung bei 23:30 Uhr, aber immerhin noch gleichentags. Gestern am Hafen hiess es dann, dass unsere Fähre erst um 22:30 Uhr eintreffen werde. Pünktlich war sie ja, aber losgefahren sind wir dann mit drei Stunden Verspätung um 02:33 Uhr, ja ich war wach und habe alles mitgekriegt.

Wir sind auf einer recht kleinen Fähre, zumindest im Vergleich zu jener, welche ablegte, als wir im Hafen warteten. Die PW’s und Wohnmobile müssen über eine extrem steile und schmale Auffahrtsrampe auf dem Freideck Platz nehmen. Dem Zögern von einzelnen Autofahrern ist zu entnehmen, dass sich nicht jeder dabei wohl fühlt.

Unsere Aussenkabine ist ganz vorne im Bug mit Blick in Fahrtrichtung. Noch recht idyllisch, abgesehen von der extrem lauten Klimaanlage. Wir können uns mit der Venezia, so heisst unsere Fähre, nicht richtig anfreunden. Das Sonnendeck ist geschlossen, es stehen auf dem Helikopterlandeplatz einige Stühle rum, welche von früheren Überfahrten aus dem Innenbereich nach draussen gebracht wurden, damit wenigstens ein halbes Dutzend Personen sitzen können. Wir ergattern uns zwei Stühle, wovon einer doch tatsächlich ein Bürostuhl ist. Mit drehendem Bürostuhl auf Deck zu sein ist mal was Neues! Die Sonne scheint und wir lesen. Später streichen wir unsere Sandwiches und essen auf Deck.

Der Aufenthaltsraum zeichnet sich mit vielen Polsterbänken aus, welche von Passagieren ohne Kabine zum schafen genutzt werden. Auch hier Fehlanzeige gemütlich den Nachmittag zu verbringen, denn mittlerweile ist der Himmel nicht mehr ganz klar und es zieht eine frischere Brise und den Nachmittag draussen zu verbringen ist keine Option mehr für uns. Also setzen wir uns ins Restaurant, Ursi startet mir ihrere ‘lismete’ und ich beginne mit dem Reisebericht. Zum Glick haben wir auch noch ein paar Spiele mit genommen und so können wir uns auch damit die Zeit vertreiben. Schliesslich kehren wir in unsere Kabine zurück und jeder schaut sich am Tablet einen Film an. Somit sind scho wieder beinahe 2 Stunden von unserer 20 ½ Stündigen Seereise rum. Leider wird unsere Gemütlichkeit kurz vor 19h durch ein hartnäckiges an die Tür klopfen gestört. Kabine jetzt räumen und verlassen, denn die Fähre werde um 21:30 Uhr ankommen! Etwas skeptisch werfen wir einander Blicke zu, aber ignorieren können wir diese Auffforderung nicht, denn es wird wieder geklopft. Urs hat immer mal wieder die Position des Schiffes auf dem Handy gecheckt und erachtet es kaum als möglich, dass wir schon in 2 ½ Stunden in Igoumeniza ankommen. Da müsste unsere Fähre gewaltig an Geschwindigkeit zulegen. Etwas genervt folgen wir der Aufforderung und packen zusammen und verlassen die Kabine. Im Gang stehen schon Putzwagen, Abfallsäcke und neue Bettwäsche bereit. Wir finden im Aufenthaltsraum einen Platz und verbringen die Zeit mit Lesen.

Natürlich sind wir um 21:30 Uhr noch lange nicht da und es vergehen weitere Stunden, bis wir dann endlich um 23:50 Uhr (Ortszeit, eine Stunde vorgestellt) in Igoumeniza anlegen. Wir setzen uns ins Auto und müssen warten, bis wir die Fähre verlassen können. Neben uns steht ein Auto, um das sich etliche Männer kümmern. Es springt nicht an und muss irgendwie zum Laufen gebracht werden, denn sonst kommt es nie über die steile Rampe hinab aus der Fähre. Endlich um 00:35 Uhr sind wir draussen und müssen nach dem Ausgang des Hafengeländes Ausschau halten. Wir entscheiden uns nach links, aber dies entpuppt sich als falsch, als uns ein stehendes Polizeiauto durch hupen zum anhalten auffordert. Wir sprechen bekanntlich kein Griechisch und so ruft Urs fragend: “Exit?” Sie zeigen in die entgegengesetzte Richtung und grüssend wenden wir und sind bald auf dem Weg zu unserem einprogrammierten Übernachtungsplatz. 2 km später stehen wir mit 4 anderen Wohnmobilen auf einem kleinen Parkplatz mit Blick zum Hafen. Wir sind in Griechenland und mit diesem Gedanken schlafen wir bald ein.

Sonntag, 17. April 2022

Wir lassen uns Zeit mit der Abfahrt. Heute werden wir zu unseren Freunden stossen, die gestern um 21:30 Uhr in Patras auf dem Peloppones angekommen sind. Zum Glück gibt’s Whatsap und wir erfahren von ihren heutigen Plänen und einem möglichen Treffpunkt auf einem Offroadtrack in den Bergen. Auf der wenig frequentierten Autobahn fahren wir 250 km südwärts. Unterwegs erkennen wir vor uns ein Schweizer-Nummerschild aus SH. Wir winken einander beim Überholen zu und längere Zeit fahren wir hintereinander her. Um auf den Peloponnes zu gelangen, fährt man über eine imposante Brücke.

Für die erste Offroadtour gibt es zwei verschiedene Wege in die Berge. Wir wählen, wie zuvor Lis und Frank mit ihrem Bus und Hermann mit seinem Caddy, den schwierigeren Weg. In vielen Serpentinen geht’s aufwärts. Zu Beginn ist der Schotterweg noch gut, danach wird der Belag gober mit einigen Auswaschungen. Frank, Lis und Herrann haben uns von ein paar schwierigen Passagen geschrieben, in welchen sie mit Steinen eine Fahrspur gelegt hätten. Wir kommen höher und höhe. Leider ist die Sicht aufs Meer, die Brücke und Patras nicht so gut, denn der Himmel ist bedeckt und es beginnt leicht zu regnen. Der Wind bläst kräftig, aber Urs meistert die Strecke ohne Probleme. Unweit des Treffpunktes entdecken wir auch die mit ausgelegten Steinen schwierigen Stellen. Wir sind sehr dankbar für die von unseren Freunden hingelegten Steinen, denn ohne Steine würden wir aufsitzen. Wir staunen, dass unsere Freunde mit einem Caddy mit wenig Bodenfreiheit und mit einem 2WD diese Strecke hochgekommen sind. Sicherlich haben sie innerlich mehr geschwitzt und Nervosität erlebt als wir.

Im Nebel fahren wir auf unsere wartenden Freunde zu und werden freudig begrüsst. Nach kurzem Austausch fahren Frank, Lis und Herman weiter, um einen geeigneten Schlafplatz zu suchen. Wir bleiben bei Erich und Annette mit ihrem grossen Auto stehen und warten auf Rückmeldung. Unsere drei Auskundschafter wurden fündig und anhand der Koordinaten finden wir sie im Nebel. Mittlerweile ist es hier auf 1200 m nur noch 2 Grad mit Wind und Regen. Solches Wetter, wo ist denn das warme sonnige Griechenland? Auf jeden Fall sicherlich nicht in den griechischen Bergen! Wie schön gemütlich ist es doch in Forsters grösserem Auto, indem wir auf Kontakt doch zu siebt Platz finden und auf unsere gemeinsamen Ferien anstossen können!

3 Kommentare to “GR 2 – Eine Seereise”

  1. Lukas

    Halli hallo ihr Abentürer
    Eui Fahrt uf de Fähre tönt nid sehr erholsam, do chömed bi üs grad Erinnerige ad Fahrt is Baltikum ufe… 🙂
    Es freut üs aber, hend ihr jetzt mitere erfolgriiche Offroadtour chöne durestarte und mir wünsched eui und euine Mitstriiter viel Spass, e gueti Gmeinschaft und unvergesslichi Moment!
    Alles Liebi Livia und Lukas

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