Montag, 18. April 2022
Die ganze Nacht hat es gestürmt und geregnet. Zum Glück können wir im VW-Bus auch unten schlafen. Es ist Morgen, aber niemand streckt den Kopf aus dem Auto – es will schliesslich keiner nass werden. Irgendwann wage ich es mit Regenschutz und Plastiksäckchen über den Schuhen nach draussen. Vielleicht bringen wir so weniger Dreck ins Auto. Brrr…2° mit Wind und Regen fühlen sich sehr kalt an. Unsere Tagesbesprechung findet vor dem Autofenster bei Lis und Frank statt. Schnell ist klar, dass wir hier in den Bergen bei Nebel und Regen keine Offroad-Tour mehr fahren und somit die Berge verlassen. Es ist gut, dass eine relativ gute und breite Schotterpiste hinab ins Tal führt. Schnell bin ich wieder im Auto, hänge meinen völlig nassen Regenschutz und meine Hosen auf. In unserem Auto hat es nicht viel Platz für nasse Kleidung und schmutzige Schuhe. Ein Blick aus dem Fenster bringt uns zum Staunen, denn Schneeflocken fallen vom Himmel. Schnell wird der rötlich steinige Erdboden weisslich. Es ist an der Zeit das Gelände zu verlassen. Mit Schnee in Griechenland hat von uns niemand gerechnet!
Als Konvoi fahren wir langsam die Schotterpiste hinab. Im Nebel kann man sich schnell verlieren und doch müssen wir genügend Abstand halten, denn die vielen losen kleinen und grösseren Steine am Pistenrand zeugen von häufigen Steinschlägen.
Mittlerweile ist der Nebel verschwunden und es regnet nur noch. Im Tal besprechen wir nochmals unser nächstes Ziel und danach fährt jeder selber weiter. Bäche von Wasser fliessen die Strässchen hinab. Den Griechen gefällt so ein Regentag sicher, uns weniger. Ein älterer Mann müht sich mit dem Stossen seines nicht fahrenden Autos ab und Urs hilft ihm, das kleine ältere Modell von Auto unter eine Brücke an den Strassenrand zu stossen. Mit einigen Brocken in Englisch und Handzeichen erzählt er etwas von Elektrik und dankt für die Hilfe.
Wir fahren zum Strofylia Nationalpark. Hier warten wir auf unsere Freunde. Auf den ersten Blick scheint dieser Nationalpark sehr schön zu sein. Wanderwege in einem herrlichen Pinienwald mit Feuchtgebieten, welche Vögeln ein ideales Zuhause bieten, laden zu kürzeren und längeren Wanderungen ein. Da es immer noch regnet, fahren wir weiter zu einem Stellplatz am unteren Zipfel des Nationalparks. Den Stellplatz können wir kostenlos nutzen, aber die Gastgeber führen ein Restaurant und freuen sich über eine Einkehr. Den restlichen Mittag verbringen wir plaudernd geschützt vom Regen unter unserer Markise. Am Abend freuen wir uns über ein feines griechisches Essen im Restaurant, welches wir sehr geniessen.
Dienstag, 19. April 2022
Wir werden geweckt von krähenden «Güggeln», Vogelgezwitscher und dem Quaken der Frösche. Nach einem gemeinsamen Frühstück rüsten wir uns für eine kleine Wanderung und dann ans Meer. Unterwegs entdecken wir einige Schildkröten, welche sich gerne für ein Foto in Pose bringen.
Für den Rückweg wählen wir den Weg am Strand entlang. Den Sand und das kühle Wasser unter den blossen Füssen zu spüren macht Spass. Nach ca. 2 Stunden sind wir wieder bei den Wohnmobilen auf dem Stellplatz. Wir sammeln neue Kräfte, um am späteren Nachmittag dem Tipp vom Stellplatzbetreiber zu folgen. Zu Fünft machen wir uns auf zu einer Lagune, in der Pelikane leben sollen. Der Weg sei ca. 2 km, aber dieser entpuppt sich als bedeutend länger. Den Gedanken an den Rückweg blenden wir vorerst mal aus. Leider sehen wir keine Pelikane und die weissen Vögel in weiter Ferne lassen sich auch mit dem grössten Zoom des Fotoapparates nicht ganz klar definieren.
Heute haben wir über 20 000 Schritte hinter uns und einem Abendessen vom Grill steht nichts mehr im Wege. Jeder packt seine Kochutensilien, Grills, Feuertöpfe etc. aus. Immer wieder spannend was alle so in ihren Fahrzeugen mit dabei haben!
Das Kochen macht Spass und auf das Essen freuen wir uns alle. Jeder kocht für sich und isst auch sobald er fertig ist. Bei uns gibt es feine Schweizer Pouletstücke vom Grill. Wir haben einen neuen kleinen, auseinander nehmbaren Gasgrill dabei. Da in Griechenland das Feuer machen nur bis Ende April erlaubt ist, haben wir uns diesen – den Skotti (Gasgrill) – gekauft. Auseinander genommen ist er so klein, dass er in einer Blachen-Tasche Platz findet und somit auch gut in unser VW-Bus passt. Dazu haben wir noch einen Dutch-Oven in Cakeform, welcher exakt in den Skotti ohne Gasinstallation passt. So können wir ihn mit Gas als Grill benutzen oder mit Briketts als Schale für den Dutch Oven.
Nach dem Essen geniessen wir, eingehüllt in warme Decken, das Zusammensein mit unseren Freunden. Wir diskutieren auch über unser weiteres Vorgehen und über die Planung der Route. Da es schwierig ist, zu Siebt in 4 Fahrzeugen gemeinsam unterwegs zu sein, werden wir künftig immer am Vorabend unsere nächste Übernachtungsregion abmachen und so kann jeder am folgenden Tag für sich losfahren und die Dinge unternehmen, welche er möchte. Diese Variante scheint uns am Besten zu sein. Der kühle Wind zwingt uns dann schlussendlich ins geheizte Auto und bald ins Bett.
Hallo Ursi und Urs.Mutig, Mutig, solche Bilder,zeugen von «Wenn einer eine Reise tut…»
Gerne schauen wir Euer Unternehmen an und sind sehr froh,wenn ihr einen solchen Spass
damit habt.Für die weitere Tour wünschen wir viel Glück.
Mit herzlichen Grüssen. Alfred und Lilo.