GR 4 – Brücken und Bauwerke

Mittwoch, 20. April 2022

Heute warten einige Ziele vor uns und eine Fahrt in die Berge Griechenlands. Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir um 11:45 Uhr los. Urs und ich fahren nochmals einige Kilometer zurück zum Strofylia Nationalpark. Da es uns hier gefällt, möchten wir noch einen Spaziergang dem Feuchtgebiet entlang unternehmen. Vielleicht können wir einige Vögel entdecken. Herrlich ist es unter den Schirmpinien und dabei die weissen Vögel zu beobachten. Mit dem Teleobjektiv gelingt es uns einige schöne Fotos von den Pelikanen zu machen.

Eine Schotterstrasse führt in den Nationalpark und auf dieser fahren wir durch den Park. Man könnte noch länger hier verweilen, aber eine längere kurvenreiche Strecke in die Berge zur Lousios Schlucht erwartet uns. Wir können es aber nicht sein lassen nochmals anzuhalten und die fotogenen Olivenbäume umgeben von Farn zu bewundern. Dieser Nationalpark ist sicherlich einen Besuch wert.

Als nächstes Ziel haben wir die Burg Tornese einprogrammiert. Schon von Weitem sieht man die auf einem Hügel thronende Burganlage. Durch enge Gässchen finden wir das Strässchen, das auf den Hügel führt. Zwei überkoppelte Torbögen führen durch die 17 m hohe Füllmauer in den grossen Burghof. Erst jetzt ist die eigentliche Festung sichtbar. Mehr abgesichert kann man kaum sein. Gewölbte Säle öffnen sich mit Rundbogenfenstern zum inneren Hof. In diesen Sälen wurden Feste und Empfänge abgehalten. Immer wieder imposant, wie man zu damaliger Zeit gebaut hat. Unter strenger Beobachtung vom Personal schauen wir uns alles an. Nebenan ist noch ein kleines Museum mit Fundstücken zu besichtigen. Eine steile Steintreppe führt durch den Turm nach oben auf die Aussenmauer. Schwupps, da kommt uns ein kräftiger Windstoss entgegen und Urs Sonnenhut fliegt von seinem Kopf über die Burgmauer in die Tiefe. Unsere Köpfe neigen sich über den Mauerrand und schnell entdecken wir den Sonnenhut. Wenn wir Glück haben, können wir von aussen hinkommen und ihn finden. Hier oben hat man einen herrlichen Rundblick. Kein Wunder, dass man auf dem Hügel eine Burg gebaut hat. Strategisch sicher gut gewählt.

Wir steigen hinab, schreiten durch die dicke Aussenmauer und machen uns auf die Suche nach dem weggeflogenem Sonnenhut von Urs. Neben dem Parkplatz geht’s auf einem Trampelpfad der Aussenmauer entlang. Im ersten Moment ist es gar nicht so einfach, die richtige Stelle zu finden. Vielleicht hätte jemand oben bleiben müssen, aber auf diese Idee sind wir gar nicht erst gekommen. Urs ist happy, als er ihn entdeckt und so sind wir schnell wieder beim Auto. Unser Weg führt uns bald kurvenreich in die Berge. Uns fällt auf, dass etliche Menschen am Streichen, bzw. aum Rollen sind. Mauern, Zäune, Treppen etc. werden verschönert. Natürlich geschieht dies nicht ohne Farbkleckse auf dem Boden. Bei uns würde dies alles abgedeckt werden, aber nicht in Griechenland. Ob dies jeden Frühling getan wird oder nicht, wissen wir nicht. Einkaufsläden mit einem geeigneten Parkplatz davor sind eher rar und so nutzen wir die Gelegenheit in einem kleineren Supermarkt noch einige Einkäufe zu tätigen. Vor allem Wasser kaufen wir ein und füllen die Petflaschen direkt in den mitgeführten 20 Liter Kanister. So können die leeren Petflaschen auch sogleich wieder im Abfallcontainer des Ladens entsorgen.

In den Bergen durchfahren wir kleine hübsche Bergdörfer. Oft sind sie ziemlich eng, aber mit unserer Grösse von Auto kein Problem. An der Durchgangsstrasse werden regionale Produkte angeboten und viele Tavernen laden zu einer Einkehr ein. Im Bergdorf Langadia verteilen sich die Wohnhäuser über mehrere Hundert Höhenmeter verstreut an einem steilen Hang. Gegen 18:45 Uhr kurven wir steil auf schmaler und mit Schlaglöchern bestückten Asphaltstrasse hinab zum kleinen engen Parkplatz der Lousios Schlucht. Hier haben es sich unsere Freunde schon gemütlich gemacht. Wir stelllen uns vor Frank und Lis und so sollten auch Erich und Annette mit ihrem Bimobil noch Platz finden. Mit einem feinen Essen und dem Rauschen des Baches im Hintergrund, lassen wir den Abend gemeinsam ausklingen.

Donnerstag, 21. April 2022

Gestern erzählten unsere Freunde von ihrer Wanderung durch die Schlucht und hinauf zu einem imposanten Kloster, welches man anschauen kann. Wir entscheiden uns, 30 Minuten auf dem Weg durch die Schlucht zur Brücke zu wandern und wieder zurück. Mit Annette und Erich marschieren wir los. Es geht rauf und runter auf einem schmalen Wanderweg durch die Büsche oberhalb des Flusses in der Schlucht. Immer wieder bemerkenswert, wie Bäume genug Nahrung finden, um an den Felswänden und auf Steinen zu wachsen.

Angekommen bei der Brücke kehren wir wieder um und fahren mit dem Auto hinauf zum Parkplatz des Klosters. Von hier startet ein ca. 800 m langer Weg mehrheitlich hinab zum Kloster, welches in die Felswand gebaut wurde. Die Balkone werden von Holzbalken gestützt und sehen nicht nur vertrauenswürdig aus. Leitungen führen den Felswänden entlang hinunter. Im Kloster werden wir freundlich willkommen geheissen. Nur zwischen 13:00 und 17:00 Uhr ist es geschlossen und die dort lebenden bärtigen und dunkel gekleideten Mönche sind unter sich. Annette und ich müssen für die Besichtigung einen angebotenen Wickelrock anziehen, da Frauen mit Hosen nicht zugelassen sind. Wir werden begrüsst und dürfen uns umsehen. Die sehr dunkle Kapelle mit Klappholzsitzen ist in den Fels gebaut. Nebenan ist ein kleines Kämmerlein mit einer Bibel auf dem Tischchen. Sonst ist die Kammer ziemlich leer. Gegenüber liegt die Küche und der Aufenthaltsraum, von dem eine Tür auf den Balkon führt. Von hier oben hat man einen schönen Blick über die Schlucht und die Felswände. Vögel nisten in den Felsspalten über uns und eine Katze sitzt auf einer Bank neben Blumentöpfen auf dem Balkon.

Im Innern dürfen keine Fotos gemacht werden, was auch verständlich ist. Zum Schluss werden wir noch eingeladen einen Kaffee oder ein Glas Wasser zu trinken. Dazu stehen Dosen mit 2 Sorten trockenen Guetzli und eine Büchse mit etwas Undefinierbarem, das aussieht wie Gelée (was man bei uns an Ostern bekommt). Frank, Lis und Herrann haben dies probiert, aber es hat ihnen gar nicht geschmeckt. Urs greift zu einem kleinen Kaffee und nimmt einen Schluck. Sein Gesicht verrät nichts und so nimmt auch Annette eine Tasse davon. Urs wartet gespannt auf ihren Ausdruck nach dem Trinken. Ihrem Gesichtsausdruck nach, schmeckt auch der Kaffee speziell und für uns ungewohnt. Wir werden verabschiedet mit einem “God bless you” und verlassen das Kloster. Interessant etwas Anderes und für uns Ungewohntes kennenzulernen. Auf dem Klostergelände gibt’s noch ein Gehege mit Hühnern, welche soeben gefüttert werden. An einer Wäscheleine flattern die frischgewaschenen schwarzen Kleider der Mönche im Wind.

Beim Parkplatz steht eine Kapelle und daneben lädt ein Picknicktisch uns zum Essen ein. Hinter der Kirche beim Aussichtspunkt geniessen wir noch einen letzten Blick ins grüne Tal, bevor wir uns auf den weiteren Weg machen. Die Strasse schlängelt sich in etlichen Kurven durch die Berge und so kommen wir zu einer fotogenen, hübschen alten Römerbrücke. Unten durch fliesst ein Fluss mit extrem klarem Wasser. Urs kann einem kurzen Bad im kalten Wasser nicht widerstehen. Somit hat er sich auf unserer internen Badeliste schon einen Vorsprung erschaffen. Wer Ende der Ferien wohl am meisten gebadet hat? Wir werden sehen, denn die Ferien haben ja erst begonnen.

Nicht weit weg liegt unser nächster Stopp. Die letzten 400 m müssen wir auf einer engen Schotterpiste zurücklegen. Das Auto bekommt an den Seiten neue Charakterspuren, wegen der kratzenden Stäucher. «Ohren zu und durch» lautet das Motto. Vor uns liegt nun eine Steinbrücke mit 4 Pfeilern. An einem der Pfeiler ist eine winzige Kapelle angebaut. Efeuranken umwachsen die Pfeiler. Eine steile Steintreppe führt zur offenen Kapelle, in die wir natürlich einen Blick werfen.

Wir informieren unsere Freunde mit dem grossen Auto, dass dieser Schotterweg für sie nicht möglich ist. So kann es Vorteile haben, wenn man einen Vorfahrer hat. Frank, Lis und Herrmann sind auch weiter und erkunden die Gegend und möglichen Übernachtungsplätze. Das ist super! Nun haben wir im Navi noch den Apollon Tempel einprogrammiert. Der Tempel bei Bassae wurde wahrscheinlich zwischen den Jahren 450 und 420 v.Chr. zu Ehren des Gottes Apollon gebaut, welcher der Legende nach, die Bewohner vor Kriegen und Pest bewahrt habe. Die Anlage liegt auf 1130 m.ü.M. und ist zum Schutz der Witterungseinflüsse überdacht worden. Der Komplex ist recht gut erhalten, nur 39 Säulen stehen noch, aber der Tempel war fast komplett eingestürzt und ist wieder neu errichtet worden. Heute gehört der Tempel zum UNESCO Weltkulturerbe.

Man fühlt sich sehr klein neben den hohen Säulen. Solche Bauwerke sind bewundernswert und imposant.

Unsere Auskundschafter haben einen coolen Übernachtungsplatz entdeckt und den steuern wir nun an. Bald sind alle da und wir stellen uns auf. Es ist ein idealer Platz um ein Gelage zu machen. Bald herrscht eifriges Treiben. Es wird gekocht, Brot gebacken und anschliessend gemütlich neben einem Lagerfeuer gegessen. Herrlich, mit Freunden so unterwegs zu ein!

One Kommentar to “GR 4 – Brücken und Bauwerke”

  1. Lis+Frank

    Ihr lieben
    Ich schwelge beim lesen des Reiseberichts gerade in vielen schönen Erinnerungen. Vielen Dank für die eindrücklichen Fotos auf deinen ich viele Sachen entdecke welche mir vor Ort entgangen sind.
    Liebe Grüsse
    Lis und Franky

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