Freitag, 29. April 2022
Der Himmel ist bedeckt und wir planen unsere weitere Route. Gestern haben wir in Gythio wunderbare Erdbeeren gekauft und diese am Abend gegessen. Da diese so gut geschmeckt haben, fahren Urs und ich nochmals wenige Kilometer zurück und kaufen 3 Schalen als Dessert heute Abend. Wir werden uns alle nochmals treffen, denn danach werden Tenders und Herman nordwärts fahren. Vorbei an vielen Orangenbäumen kommen wir der Südspitze dieses “Fingers” immer näher. In einem Ort endet unsere Fahrt vor einer “Verbotene Fahrtrichtung – Tafel” und wir müssen uns einen anderen Weg suchen. Wir stechen hinunter ans Meer und nehmen diese Strasse. Irgendwie verpassen wir wieder hochzufahren und landen ausserorts. Am Hang sehen wir eine Kirche mit einer grossen Kuppel. Unser Navi führt uns zu dieser Kirche und dann weiter hinauf, um wieder zur Hauptstrasse zu gelangen. Das wäre ja alles gut, wenn nur die Strässchen nicht immer schmaler und schmaler werden würden. Wir landen auf einem Feldweg und in einer Sackgasse. Bis wir aus diesem steilen Strässchenwirrwar draussen sind, vergehen 15 Minuten. Endlich haben wir es geschafft und sind wieder auf der normalen Strasse.
Unser Ziel ist der Geopark Agios Nikolaos. Wir sehen das Bimobil schon von Weitem auf dem Parkplatz und dann haben auch wir es geschafft. Es dauert nicht lange und auch Tenders und Herman treffen ein. Schön, einander wieder zu sehen! Der Wind bläst sehr stark um unsere Ohren und gemeinsam schauen wir uns die interessanten versteinerten Baumstümpfe und Muscheln an. Der Versteinerungsprozess verlief anscheinend weitgehend unter Wasser, als der Meeresspiegel noch sehr viel höher lag. In Löchern hört man es “blubbern” und sieht das Meerwasser. Es gibt einiges Interessantes zu entdecken.
Der Weg hierhin hat sich alleweil gelohnt, denn auch die Landschaft ist wunderschön. Die gelben Sträucher geben sehr schöne Farbtupfer ab. Man könnte der Küste entlang zu einer Kapelle wandern, aber dies behalten wir uns für ein anderes Mal auf. Für die weitere Route montiert Urs die GoPro Action Kamera mit dem Saugnapf ans Auto. Wir fahren zurück und geniessen die wunderschöne karge Landschaft mit den gelben Farbtupfern der Blüten.
Unser nächstes einprogrammiertes Ziel ist Monemvasia, ein von Touristen viel besuchtes Dörfchen, welches unterhalb eines mächtigen Felsen auf einer kleinen Halbinsel liegt. Auf dem Weg dorthin rumpelt es plötzlich und Urs merkt scnnell, dass sich der Saugnapf der GoPro gelöst hat und die Kamera während der Fahrt runtergefallen ist. Der Linsenrahmen hat sich gelockert und nun ist die Kamera sicher nicht mehr wasserfest. Am Gehäuse sieht man den Fall auch deutlich an. Schade, denn alt ist die Kamera nicht geworden. Ob sie noch filmt wird sich herausstellen.
Vom grossen Parkplatz aus muss man ein paar hundert Meter unter die Füsse nehmen um ins Dorf zu gelangen. Herman hat natürlich Glück und findet mit seinem kleinen Auto noch ein Stück näher einen Parkplatz am Strassenrand. Obwohl Monemvasia herausgeputzt ist und von Touristen überflutet wird, ist eine Besichtigung lohnenswert. Kleine Souvenirgeschäfte laden zum shoppen ein.
In Restaurants kann man sich kulinarisch verwöhnen lassen und wir wählen in einer Gelateria ein Gelati aus. Auf dem Kirchenplatz setzen wir uns auf die Mauer und lassen es uns schmecken. Hoch oben thront die Ruine einer Burg und auf der Treppe hinauf winken uns unsere Freunde zu zu. Auf unserem Rundgang durchs Dorf entdecken wir einige schöne Plätzchen, bevor es aus dem Tor der Festungsmauer wieder zurück zum Auto geht.
Die Frage nach einem geeigneten Übernachtungsplatz kommt auf und wir erinnern uns an eine wunderschöne abgelegene Bucht, die wir vor 11 Jahren besucht haben, an die schöne Natur, an die Farbe des Wassers, aber auch an unsere 3- stündige Autofreischaufelaktion, denn wir haben uns mit dem Wohnmobil in den losen Steinen festgefahren. Diese Bucht ist also mit Erinnerungen behaftet und nun 11 Jahre später im Navi einprogrammiert. Es geht über etliche Hügel, durch enge kleine Dörfer, an Ziegen und Schafen vorbei. In Kehren kurven wir mit Blick auf die Bucht hinab. Kaum zu glauben, dass wir dies mit dem Wohnmobil damals gemacht haben.
Obwohl heute eine Tafel freies Camping vebietet, stehen einige Wohnmobile und Kastenwagen da. In der Nebensaison wird es kein Problem sein hier zu stehen. Handyempfang hat man keinen, dafür aber Stille und Natur pur. Achtend auf den losen Untergrund stellen wir uns hin und richten uns ein. Bald brennt ein Feuer in der Feuerschale, Brotteig wird geknetet und das Abendessen zubereitet. So schön, dass wir mit unseren Freunden hier sein dürfen und die Outdoorküche geniessen können. So lässt sich ein erlebnisreicher Tag herrlich ausklingen!
Samstag, 30. April 2022
Am Morgen zeigen Annette, Frank, Urs und ich uns als “harte Kerle” und nehmen im sehr kalten Meer ein Morgenbad. Danach fühlen wir uns sehr erfrischt und gut. Wir dürfen uns mit der Aussendusche von Forsters Bimobil mit kaltem Wasser abduschen. Dieses kalte Wasser erscheint aber beinahe als angenehm warm. Nun freuen wir uns an einem gemeinsamen Frühstück mit frischgebackenem Brot. Es ist herrlich mit Blick aufs Meer an der Sonne zu sitzen.
Jetzt werden sich unsere Wege trennen, denn Frank, Herman und Lis werden schneller nordwärts fahren. Wir werden uns noch ein paar Dinge auf dem nächsten Finger des Peloponnes anschauen. Wer weiss, viellicht treffen wir uns im Norden Griechenlands wieder. Winkend verabschieden wir uns und wir planen unsere Route mit Annette und Erich. Mit einem neuen Ziel im Navi verlassen wir die schöne Bucht und fahren weiter. Später stellen Urs und ich fest, dass wir eigentlich noch einen Tag länger hätten in Bucht verweilen sollen, denn der Anfahrstweg durch die Hügel ist doch eher weit. Leider ist uns dies nicht früher in den Sinn gekommen. An der Küste entlang fahren wir durch die Berge. In ganz Griechenland stehen am Strassenrand sehr viele kleine Minikirchlein, welche mit einem Törchen versehen sind. Im Innern trifft man Bilder, Ikonen der Heiligen an und kleine Kerzen. Auf dem Foto sieht man eine grössere Gedenkstätte mit etlichen Bildern im Innern. Was bedeuten diese Kirchlein? Früher wurden sie gebaut, damit die Bauern, die auf ihren Feldern arbeiteten, auch während ihrer Arbeitszeit regelmässig beten konnten. Sie dienten als Gebetsstätte und Ersatz für die oftmals zu weit entfernte richtige Kirche. Inzwischen hat sich die Bedeutung gewandelt. Passiert auif den Strassenn ein Unfall, könne dort Beteiligte von Opfern oder Überlebende selbst eine Minikirche errichten, um daran zu erinnern. Entweder als Trauerstelle oder um sich bei Gott zu bedanken für einen gut ausgegangenen Unfall. Die Minikirchlein sehen alle unterschiedlich aus. Einen Stopp machen wir bei einer alten Römerbrücke, welche unweit schöner Olivenhaine verlassen da steht.
Wir möchten unweit eines stillgelegten Bahnhofes einen Übernachtungsplatz suchen, aber dies ist an dieser eher steil abfallenden Küste nicht so einfach. Beim dritten Versuch werden wir fündig und schnell sind die Koordinaten an Forsters weitergegeben. Sie sind mit dem grösseren Auto auf kurvenreicher Strasse langsamer unterwegs als wir. Urs übernimmt das Grillieren draussen und ich koche uns im Auto eine Beilage. Gemütlich dürfen wir bei Forsters im Auto essen. Da alle ein wenig müde sind, verabschieden wir uns nach dem Abwasch und schlüpfen bald in unser Aufstelldach. Mit dem sanften Rauschen des Meeres schlafen wir schnell ein.
Sonntag, 1. Mai 2022
Am frühen Morgen beobachte ich Fischerboote, welche im nahen Dorf einfahren. Während Urs noch schläft nutze ich die guten Internetverbindeungen und lade einen Bericht auf die Webseite.
Kurz vor 10:00 Uhr verlassen wir den Platz und wenig später sind wir beim stillgelegten kleinen Bahnhof. Verlassen steht er da, die Geleise überwachsen mit Gras und kleinen Büschen. Die Loks rosten vor sich hin, wurden zum Teil farbig angesprayt und geben ein eingenartiges Bild ab. Neben den zwei Dieselloks riecht es nach Motorenöl und Bäume wachsen über das Dach einer rostigen Dampflokomotive. Eine andere Dampflok steht in der Einfahrt des Tores der Einstellhalle, als wäre sie von einem Moment auf den andern auf den andern stehen gelassen worden. So etwas auf Bildern einzufangen macht uns Freude.
Unser nächstes Ziel ist die Stadt Nafplio. Auch an diese Stadt haben wir Erinnerungen. Wir haben vor 11 Jahren ein sehr gutes Glace gegessen, nur wissen wir leider nicht mehr genau wo diese Gelateria liegt. Vielleicht entdecken wir sie bei unserm Rundgang durch die Stadt. Auf dem grossen Parkplatz beim Hafen herrscht viel Betrieb, aber wir finden noch gut einen Platz. Es scheint eine Ausstellung von Yachten stattzufinden. Chic gekleidete Männer und Frauen stellen ihre Yachten mit Zubehör aus. Wir schlendern kurz durch und bestaunen die edlen und teuren Yachten. Dies ist auch eine Welt für sich!
Jetzt geht’s ins Gewimmel der Besucher von der Stadt. Wir schlendern durch die Gassen. Die glatten Steine am Boden, die Blumen in den Töpfen und auf den Balkonen, die kleinen Geschäfte mit Souveniren und regionalen Produkten, die vielen Restaurants, die vielen Menschen geben der Altstadt eine besondere Atmosphäre.
Nun haben wir auch unsere Gelateria von damals entdeckt. Wir trennen uns von Annette und Erich, denn bevor Urs und ich ein Glace essen, möchten wir noch etwas Warmes zu uns nehmen. Um die Mittagszeit noch ein freies Plätzchen in einer Taverne zu finden ist nicht einfach. In einer Nebengasse weden wir fündig und bestellen einen griechischen Salat mit Fetakäse und einen selbstgemachten Hamburger. Dieser schmeckt hervorragend. Nun wimmelt es nur so von Menschen und wir kommen zum Schluss, dass man Nafplio eher nicht am Wochenende besuchen sollte und schon gar nicht an einem verlängerten Wochenende. Da der 1. Mai auf einen Sonntag fällt, holen die Griechen den arbeitsfreien Tag am Montag, 2. Mai nach.
Als Dessert wählt jeder vier Kugeln Glace aus der guten Gelateria aus. Hinter dem Haus essen wir es gemütlich an einem Tischchen. Mmmhhh…, schmeckt wunderbar!
Mit Erich und Annette haben wir einen Treffpunkt am Abend abgemacht. Den Peloponnes verbindet mit dem Festland eine Brücke bei Patras und eine Brücke über den bekannten Kanal von Korinth. Dieser wurde 1881 – 1893 gebaut hat eine Länge von 6.343 m. Das Wasser im Kanal ist 8 m tief und die Betonwände ragen 79 m in die Höhe. Er ist 21 m breit und die Schiffe sparen somit eine Umschiffung des Peloponnes von 325 km. Täglich passieren mehr als 30 Schiffe den Kanal. Kaum haben wir den Kanal passiert kommen wir durch die Strassen vo Loutraki, in der eine Osterbeleuchtung über der Strasse hängt. Dies kennnen wir bei uns nicht.
Bald lassen wir die stärker besiedelten Städte hinter uns und fahren durch bergige Landschaft zu einem natürlichen Felsenbogen. Auf einer Schotterpiste kommen wir zu einem Parkplatz. Man könnte noch weiter fahren, aber die Piste wird zunehmend holpriger und mit mehr Spurrillen versetzt. Wir lassen das Auto stehen und zu Fuss machen wir uns mit dem Tablet und Handy in der Hand auf die Suche nach dem richtigen Trampelpfad zum Felsenbogen. Junge haben ihre Zelte im Wald aufgestellt und geniessen das Lagerleben. Nach einigem Suchen und Umwegen finden wir den Felsenbogen. Wunderschön ist der Blick von oben! Die letzten Sonnenstrahlen geben dem Meerwasser eine grünliche Farbe. Man könnte einen eher schwierigen Weg hinunter kraxeln, dies überlassen wir aber den Jüngern.
Da das Wetter mogen schlecht sein soll, würde uns ein Bad im Meer reizen. 10 Minuten später geht’s hinab zu einem kleinen Strand. Da die Sonne mittlerweile verschwunden ist und am kleinen Strand ein paar Junge warm angezogen auf den Steinen sitzen und Fischen, lassen wir das Baden bleiben. Auf dem Parkplatz stellen wir uns in eine schöne Ecke und machen es uns gemütlich. Die Sonne lässt sich zwischen den Wolken nochmals blicken. Annette und Erich sind nun auch da und begeben sich auf Besichtigungstour. Von Lis, Frank und Herman hören wir, dass sie heute auf einer Tour wieder eine Panne hatten. Am Caddy riss ein Pneu und löste sich vom Felgen. Dies zum Glück nicht in einer Kurve, dennoch aber in der Nähe des Abgrundes. Sie mussten den Radwechsel in den Bergen vornehmen und konnten die Torur danach zu Ende fahren. In Patras wird Herman am Dienstag zwei neue Pneus organisieren.
Montag, 2. Mai 2022
Das Wetter hat sich verschlechtert und es regnet. Wir verbringen einen gemütlichen Morgen im warmen Auto. Heute werden wir eine erste Etappe nordwärts Richtung den bekannten Meteora Klöstern fahren. Ich backe einen Schoggi-Zucchetti Kuchen im Omnia-Campingbackofen. (Omnia: runde Ringbackform mit Deckel, in dem kleine Löcher angebracht sind, für den Gasherd,) Ich bin gespannt ob dies klappt, aber es ist sicher einen Versuch wert. Nach 5 Minuten auf höchster Stufe und ca. 40 Minuten auf kleinster Stufe sieht er zumindest von aussen ganz gut aus. Um 12:40 Uhr verlassen wir unseren ruhigen Platz in der Einsamkeit und es geht auf guten Strassen nordwärts. Uns begegnen wieder verbrannte, zum Teil besiedelte Gebiete. Wie muss man sich fühlen, wenn man sein Haus umgeben von Feuer weiss. Vielleicht flieht man, oder man versucht mit dem Knistern des Feuers im Hintergrund mit Wasser sein Haus nass zu halten und zu schützen. Zum Teil sind die Häsuer in Takt, aber im Garten stehen angesengte oder verbrannte Palmen, Bäume und Sträucher. Einige Häuser stehen aber auch mit zersprengten Scheiben verlassen da. Ja, mit so was haben wir im Normalfall nicht zu kämpfen.
Auf unserer Route lernen wir ein weniger touristisch besuchtes Griechenland kennen. Die Gegend wirkt ärmer und heruntegekommender. Immer wieder steht mal ein Auto, welches am Strassenrand oder in einem Garten vor sich hinrostet, einfache Häuser, notdürftig geflickte Schuppen und Dächer. Es gibt Griechen mit neuen Autos, aber auch etliche, welche mit alten, zerbeulten und rostigen Autos rumfahren – Hauptsache es fährt. Obwohl in Griechenland viele Abfallcontainer vorhanden sind, liegt leider vor allem an den Strassenrändern der Hauptstrassen recht viel Abfall. Nebst all dem Schönen ist auch dies eine Seite von Griechenland. Auch Bauruinen sind ein Thema für sich. Vielerorts sind immer wieder unfertige Häuser zu sehen. In einem anderen Beitrag werden wir euch einige Bilder eines anderen Griechenland zeigen. Ein Einkauf muss warten, denn heute sind alle Geschäfte geschlossen und der arbeitsfreie 1. Mai wird nachgeholt. Unterwegs entdecken wir noch ein imposantes Felsenloch, über dem etliche Dohlen kreisen und die Löcher ihr Zuhause nennen.
Wir kommen nach Orchomenos. Hier soll es eine frei zugängliche Ausgrabungsstätte geben, welche aber hinter einem Zaun verborgen ist. In Forsters Auto treffen wir uns zu einem Kuchen-Zvieri. Zur Freude aller schmeckt der Kuchen wunderbar. Im Anschluss fahren wir zu einer nahen Quelle, denn wir bräuchten Wasser. Die Quelle scheint privat zu sein und so suchen wir in unseren Apps nach einem Übernachtungsplatz. Bei einem nahen Kloster soll es eine Wiese geben…
Hier ist es sehr ruhig und gemütlich und schnell haben wir uns eingerichtet. Wir lassen das Aufstelldach extra noch unten, denn wir möchten nicht in der Nähe des Klosters ein Campingverhalten zeigen. Es ist ziemlich kühl und wir bleiben im Auto. Ob das Kloster zu besichtigen ist oder nicht, können wir auf der griechischen Tafel am Tor nicht entziffern. Irgendwann kommt ein Möch und entsorgt seinen Abfallsack im Container und verschwindet wieder. Mit der Ruhe ist es bald vorbei, denn es kommen 10 Jugendliche mit ihren Motorrädern. Vielleicht wollten sie auf den Schotter-Wiesensträsschen drifften und einander ihre Fahrkünste demonstrieren. Jetzt stehen zwei Camper da und sie stellen sich mit ihren Fahrzeugen vor- und neben uns. Sie lassen die Motoren aufheulen und haben ihren Spass. Mit der Zeit beginnen sie uns herauszufordern und tun dies direkt neben dem Bus mit einem Blick zu uns. Wie soll man in solchen Momenten reagieren? Die aufkommenden Gefühle sind nicht nur angenehm. Urs reagiert super, indem er zu ihnen blickt, lacht und ihnen mit einem Daumen nach oben zeigt, dass sie coole Motorräder haben. Sofort kommen sie an unsere Fahrertür und ein Gespräch in Englisch beginnt. Einer der Jugendlichen spricht, dank Privatunterrischt, ziemlich gut Englisch und führt somit die Truppe an. Einer will unser Auto fahren, denn er könne dies und sei 16 Jahre alt. Lachend verneinen wir und sie fragen woher wir kommen, was wir machen und ob wir schon einmal in Griechenland waren. Nachdem Urs ihnen erzählte, dass wir vor 11 Jahren schon mal da waren fragt der Anführer, ob sich etwas zu damals verändert habe. Über diese Frage eines Jugendlichen sind wir erstaunt. Urs erzählt, dass uns damals und heute die Freundlicheit der Menschen positiv auffällt. Die Jugendlichen kommen vom nahen Ort und verbringen anscheinend öfters Zeit hier auf diesem Platz. Sie widmen sich wieder ihren Motorrädern und dann weckt das Bimobil von Forsters immer mehr ihr Interesse. Es ist interessant zu beobachten, dass sie sich kaum getrauen anzuklopfen. Jeder möchte einen andern vorschicken, aber schliesslich klopft einer an die Tür. Erich streckt seinen Kopf raus und wird sogleich mit Fragen bombardiert. Als erstes fragen sie auch, ob sie fahren dürfen. Auch Erich plaudert mit den Jugendlichen eine Weile. Sie fragen nach Essen und Annette kramt für jeden ein Schoggiosterei hervor. Sie freuen sich sehr darüber und bedanken sich. Der Anführer fragt, ob sie froh seien, wenn sie wieder gingen und Erich bejaht dies. Sie erzählen noch irgendetwas von Diebstählen von Tieren hier oder so. Wir verstehen nicht so ganz was sie meinen. So verabschieden sich die Jugendlichen winkend und brausen laut aufheulend mit ihren “Töfflis” davon.
Es herrscht wieder Ruhe und wir beginnen draussen zu kochen. Da kommt ein Polizeiauto angefahren und hält. Erich und Urs sprechen mit der Polizei, welche durch ein Telefonat von unsserer Anwesenheit erfahren hat. Sie erklärt freundlich, dass wir hier nicht über Nacht bleiben dürfen, möchte die Pässe und Fahrzeugausweise sehen. Sie fotografieren diese ab, danach greift einer zum Telefon und sie teilen uns mit, dass wir eine Nacht hier stehen dürfen. Sie verabschieden sich und fahren weg. Wir denken, dass der Mönch, der den Abfallsack entsorgte, die Polizei informiert hat. Wir kochen fertig und essen in Forsters Fahrzeug. Nun ist es Zeit um zu schlafen. Kaum sind wir in unserem Auto hören wir ein Auto kommen und etliche Leute, die miteinander sprechen. Wer ist das und über was reden sie? Es ist uns nicht nur ganz wohl. Wir nehmen über das Walkitalki mit Forsters Kontakt auf. Abwarten lautet unser Motto. Hoffentlich haben diese Leute nichts mit irgendwelchen Diebstähle zu tun. In solchen Situationen schätzen wir es, nicht alleine zu sein. Da hören wir Erich und die Leute miteinander reden. Erich teilt uns mit, dass dies dieselben Jugendlichen vom Mittag seien. Da sind wir beruhigt und nehmen die Sache gelassen hin. Nach einer Weile fährt das Auto wieder ab un des bleibt für die Nacht sehr ruhig hier.