Dienstag, 3. Mai 2022
Da wir hier so gutes Internet haben, nützen wir die Gelegenheit einen Blogeintrag hochzuladen. Forsters sind schon mal vorausgefahren, um von einem Bach über ihre Filteranlage Wasser zu bunkern. Sie haben Platz für 180 Liter Frischwasser. Unseren Calitank und den Kanister füllen wir bei einem Einkaufsladen mit Wasserflaschen, welche wir sogleich entsorgen können. Nun ist das Auto mit Diesel und Wasser gefüllt und wir können unsere Reise fortsetzten. Unterwegs finden Urs und ich einen schönen Platz für eine ausgiebige Mittagspause.
Wir kommen den Meteora Klöstern immer näher und finden wenige Kilometer davor einen schönen Platz zum Übernachten inmitten der Natur. Urs lässt die Drohne über die Wiese und die kleinen Felsbrocken fliegen. Die Sonne findet immer wieder einen Weg durch die Wolken und so verbringen wir lesend den späteren Nachmittag und dann einen angenehmen Abend im Auto unserer Freunde. Morgen steht die Besichtigung der Klöster auf dem Programm.
Mittwoch, 4. Mai 2022
Während Urs und ich gemütlich frühstücken, verlassen Annette und Erich schon den Platz. Auch wir möchten am Morgen die Klöster im Pindos-Gebirge besichtigen und die Aussichtspunkte besuchen, denn wegen dem Sonnenstand ist es besser zum Fotografieren. Immer wieder halten wir an und bestaunen die hohen, wirklich imposanten Felsen mit den noch sechs bewohnten Klöster. Ursprünglich standen vor längerer Zeit einmal 24 Klöster. Als 1334 der Mönch Athanasios von Athos floh und sich hier niederliess, begann der Aufschwung des Klosterlebens in dieser Region. Zuvor schon hatten sich Einsiedeleien zu Gemeinschaften zusammengeschlossen, die nun mit Mönch Athanasios das Kloster Metamorphosis gründeten. Die Klosterregeln wurden damals definiert und gelten bis heute. In den folgenden Jahren und Jahrhunderten wurden weitere Klöster gebaut und in der Blütezeit waren es 24 Klöster. Gläubige Herrscher und reiche Privatleute finanzierten die Klöster. Heute werden davon noch vier Klöster von Mönchen und Zwei von Nonnen bewohnt und sind für Touristen zugänglich. Die restlichen Klöster sind verfallen, zerstört oder kaum zugänglich. Der Eintritt beträgt pro Kloster 3 Euro und die Ruhetage und Öffnungszeiten der Klöster sind je nach Kloster unterschiedlich. So hat man immer die Möglichkeit eines der Klöster zu besuchen. Wir starten die Besichtigung mit dem grössten und ältesten Kloster Metamorphosis. Es thront auf einem Felsen und ist über143 steinerne Stufen und einem kurzen Tunneldurchgang zu erreichen. Rund 20 Mönche bewohnen das Kloster.
Man muss einige Kleidervorschriften beachten, um die Klöster besichtigen zu können. Die Männer müssen lange Hosen und die Frauen einen längeren Rock tragen. Wenn man keinen Rock dabei hat, kann man sich einen für 3 Euro kaufen. Zudem müssen die Schultern bedeckt sein. Wir bemerken, dass alle andern Touristen mit geschlossenen Schuhen unterwegs sind, nur Urs und ich kommen ohne Socken in Sandalen. Unsere Schuhe werden nicht bemängelt und wir können das Kloster besichtigen. Zu sehen ist die typisch orthodoxe Kirche mit ihren Gemälden, der Garten, die alte Klosterküche im Keller und bemerkenswerte Fundstücke im Museum. Uralte Bücher und Bibeln aus dem ab dem 10. Jhd. sind faszinierend.
Leider ist die Schädelkamme geschlossen und wir verlassen das Kloster. Vom selben Parkplatz aus können wir noch das Kloster Varlaam besichtigen. Es geht über eine Brücke, dann eine schmale Treppe den Berg hinauf zum Kloster. Die Anlage wurde im 14. Jahrhundert als Eisiedelei gegründet und ist nach einigen Jahren Unerbruch bis heute von Mönchen bewohnt. Interessant ist der Warentransport per Flaschenzug. Früher hatte man hier Mönche in einem Netz hinab und hinauf gelassen. Dieses Kloster wirkt sehr herausgeputzt, aber schön. Die Kirche ist voll Malereien und in einem Museum können wieder alte Gegenstände, Bücher und Gewänder der Möche bewundert werden. Wir denken, dass wir mit zwei Klöstern den Charakter der Klöster gesehen hat, denn überall kann die Kirche, Museumsstücke und der Garten besichtigt werden. Spannend wären noch so Privaträume der Mönchen etc. aber es ist klar, dass die Mönche Jahr ein Jahr aus die Touristenströme nicht möchten.
Frank, Lis und Herman sind heute auch auf dem Weg hierher und werden morgen eine Besichtigung starten. Da auch wir morgen nochmals im guten Licht die Landschaft fotografieren möchten, suchen wir uns für Heute ein Plätzchen für die Nacht in der Nähe und werden auch beim ersten Versuch fündig. Auf einer schönen Wiese treffen wir alle wieder zusammen und freuen uns sehr darüber. Wir geniessen nun das Kochen in freier Natur und das Zusammensein.
Am nächsten Morgen zieht es mich mit dem Auto zu den Aussichtspunkten. Urs bleibt mit den andern noch mit einem Kaffee sitzen. Mir gefällt das Fotografieren der Felsblöcke mit den darauf thronenden Klöster. Es ist wirklich eine imposante Landschaft! Später kommt Urs zum Parkplatz und wir fahren weiter, vorbei an weiteren Aussichtspunkten.